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Zusmarshausen

26.12.2010

Drei Jahrzehnte im Dienst am Nächsten

Seit 30 Jahren besteht die Sozialstation, genauso lang ist Raimund Müller (hinten links) ihr Vorsitzender. Ihm zur Seite stehen Pflegedienstleiterin Christa Krötz und Geschäftsführer Erwin Hörmann. Foto: Sozialstation
Bild: Sozialstation

Am Anfang waren es vier Mitarbeiterinnen, die mit zwei gebrauchten Autos zu ihren Patienten fuhren. Heute, 30 Jahre später, versorgen 31 Pflegefachkräfte der Sozialstation Dinkelscherben-Zusmarshausen-Welden mit 24 Fahrzeugen jeden Tag rund 150 Patienten.

Am Anfang standen vier Mitarbeiterinnen, die mit zwei gebrauchten Autos zu ihren Patienten fuhren. Heute, 30 Jahre später, versorgen 31 Pflegefachkräfte der Sozialstation Dinkelscherben-Zusmarshausen-Welden mit 24 Fahrzeugen jeden Tag rund 150 Patienten in einem etwa 426 Quadratkilometer großen Gebiet: eine außerordentliche Entwicklung.

Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass an der Spitze des Vereins, der die Sozialstation unterhält, seit der Gründungsversammlung alles beim Alten geblieben ist: Raimund Müller, der Vorsitzende des Caritas-Ortsvereins Dinkelscherben, ist von Anfang an Vereinsvorsitzender, Herbert Rolle aus Baiershofen sein Stellvertreter.

Ihnen zur Seite steht Geschäftsführer Erwin Hörmann, denn mit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1996 nahmen die Verwaltungsarbeiten so zu, dass ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt werden musste. Im ersten Jahr ihres Bestehens verzeichnete die neu gegründete Sozialstation 8303 Hausbesuche und einen Gesamtumsatz von 202 000 Mark. Inzwischen hat sich die Zahl der Hausbesuche mehr als versechsfacht. Daneben hat die Station in Zusmarshausen eine Tagespflege eingerichtet, in die täglich zehn bis 14 Gäste aus dem gesamten Einzugsgebiet von zu Hause abgeholt werden.

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Heute eine Vielzahl von Beschäftigten

Außerdem beliefert die Sozialstation jeden Tag etwa 50 hilfebedürftige Personen, acht gemeindliche Kindergärten sowie die Ganztagsklassen der Mittelschule in Zusmarshausen und Altenmünster mit frisch gekochtem Essen auf Rädern. Auch die Bewohner der beiden Anlagen für betreutes Wohnen in Zusmarshausen und Dinkelscherben werden vom Personal der Sozialstation versorgt.

Und schließlich begleiten Helferinnen und Helfer der Hospizgruppe St. Raphael, die von der Sozialstation in Kooperation mit den Altenheimen Zusmarshausen und Dinkelscherben geführt wird, Schwerkranke und Sterbende sowie deren Angehörige. Insgesamt beschäftigt die Sozialstation 45 Voll- und Teilzeitkräfte, davon 31 Pflegefachkräfte und 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflegedienstleitung und Verwaltung sowie im Fahr- und Reinigungsdienst. Dazu kommen bis zu vier Zivildienstleistende und ein Stab an ehrenamtlichen Helfern, die bei Bedarf kurzfristig einspringen.

Nach 30 Jahren Sozialstation ziehen der Vorsitzende Raimund Müller und der Geschäftsführer Erwin Hörmann eine durchaus positive Bilanz. Allerdings kritisieren sie, dass die Leistungen der Einrichtung durch die Kranken- und Pflegekassen nicht ausreichend honoriert würden.

Jährlich entsteht ein Defizit von mehreren Zehntausend Euro

So würden beispielsweise die langen Fahrtzeiten auf dem Lande genauso bezahlt wie die kürzeren Wege in städtischen Gebieten, wo mit einer Anfahrt zu einer Wohnanlage bisweilen mehrere Patienten versorgt und zugleich die Besuchspauschalen entsprechend oft abgerechnet werden könnten.

Dadurch entstehe alljährlich ein Defizit von mehreren Zehntausend Euro, das nur durch Zuschüsse von Landkreis und Gemeinden, Beiträge der Vereine für ambulante Krankenpflege und der Kirchengemeinden sowie durch Spenden gedeckt werden könne.

Doch Müller und Hörmann sind überzeugt: "Solange unsere Arbeit gut ist und auch so wahrgenommen wird, dürfen wir auf Unterstützung hoffen."

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