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Altenmünster

07.11.2017

Dreiste Obstdiebe räumen Bäume leer

Unbekannte stehlen immer wieder das Obst auf der Streuobstwiese von Ilsetraud Köninger.
Bild: Marcus Merk

Ilsetraud Köninger hat eine Streuobstwiese bei Altenmünster. Doch ernten konnte sie noch nie etwas: Die Diebe waren schneller.

Idyllisch ist es auf der Streuobstwiese von Ilsetraud Köninger. 22 Bäumchen stehen hier, östlich von Altenmünster. Der Herbst hat ihre Blätter bunt gefärbt, eine Bank lädt zum Verweilen ein. Kirschen, Pflaumen, Birnen, Mirabellen und Äpfel wachsen dort, erzählt Köninger. „Aber ernten konnte ich noch nie etwas.“ Dreiste Diebe waren immer schneller.

Seit zehn Jahren hat sie die Streuobstwiese, seit drei Jahren wären die Bäume erntereif. „Wenn jemand ein paar Früchte mitnehmen würde, wäre das ja okay“, sagt sie. „Aber so ratzeputz!“ Heuer war der Ertrag sowieso gering. Der späte Frost im April machte den Obstbäumen zu schaffen. Im ganzen Land klagten Obstbauern über Ernteausfälle. Auf der Wiese von Ilsetraud Köninger trug immerhin ein Baum Früchte: Die spätreifen Bohnäpfel trotzten der Kälte, der Baum trug reichlich Früchte. „Da war mindestens ein Zentner drauf“, sagt Köninger.

Wenn sie zuhause ist, schaue sie jeden Tag bei der Wiese vorbei. „Aber das ist ein Stück vom Haus entfernt, ich kann ja nicht den ganzen Tag da oben sitzen.“ Die Äpfel waren fast reif, dann war sie ein paar Tage zu einer Tagung verreist. Als sie wieder kam, wollte sie ernten – doch da war der Baum schon leer. Köninger ist sauer. Weil die unbekannten Obstdiebe jetzt schon wiederholt zugelangt haben, hat sie Anzeige bei der Polizei erstattet.

Das bestätigt Raimund Pauli, Chef der Zusmarshauser Polizei. Er sagt aber auch: Obstdiebe seien schwierig zu ermitteln, auch der Schaden sei schwer feststellbar. Wohl auch deshalb seien solche Anzeigen sehr selten. Was nicht heißt, dass diese Diebstähle nicht passieren.

Besitzer von Blumenfeldern, Obst- und Kürbisständen erzählen immer wieder, dass nicht alle Kunden ehrlich sind. Manche nehmen die Früchte oder Blumen einfach mit, ohne Geld in die Kasse zu stecken. Beim Pflücken auf dem Feld ein paar Beeren zu naschen, sei natürlich völlig in Ordnung, betonte zum Beispiel Obstbauer Ulrich Zott aus Ustersbach im Sommer gegenüber unserer Zeitung. Manchmal fehlten auf seinen Plantagen aber über Nacht ein paar Hundert Kilo. Er geht davon aus, dass sein Obst da gewerblich weiter verkauft wird. Besonders groß sei der Schwund bei den Kirschen.

Auch Ilsetraud Köninger erzählt, sie habe schon von mehreren Baumbesitzern gehört, dass es ihnen ähnlich wie ihr ergangen sei. Ihre Streuobstwiese bei Altenmünster ist nicht eingezäunt. Aber dass es sich um Privatgrund handelt, könne man trotzdem erkennen, sagt die Besitzerin. Schließlich sei das Grundstück mit Buschreihen eingerahmt, außerdem habe sie eine Bank aufgestellt. Sie ärgert sich: „Ich habe damit viele Unkosten, muss mich ums Mähen und Bäumeschneiden kümmern – und mein Obst muss ich trotzdem auf dem Markt kaufen.“

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