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Kutzenhausen

05.01.2019

Dürfen Wohnwagen im Gehölz stehen?

Eine etwas eigenartige Form der Imkerei entdeckte unser Leser Joachim Aumann in einem Feldgehölz zwischen Schempach und Agawang.

Ein Imker hält zwischen Schempach und Agawang seine Bienenvölker in Caravans. Aus veterinärrechtlicher Sicht zwar erlaubt, aber es gibt ein anderes Problem.

Aktuell liegt das Augsburger Land zwar unter einer Schneedecke. In wenigen Wochen aber wird es auf weiter Flur wieder grünen und blühen. Zu verdanken ist das Erwachen der Natur unter anderem den rund 600 Imkern im Kreisverband, die sich um die rund 4500 Bienenvölker mit insgesamt 180 Millionen Tieren kümmern. Eine etwas eigenartige Form der Imkerei entdeckte unser Leser Joachim Aumann in Kutzenhausen.

In einem Feldgehölz zwischen Schempach und Agawang stehen drei zu Bienenhäusern umfunktionierte Wohnwagen. Aumann fragte sich, ob diese Form den Vorgaben von Umwelt- und Landschaftschutz im Naturpark entspricht. Das Landratsamt teilt auf Anfrage mit, dass aus veterinärrechtlicher Sicht die Unterbringung der Bienen in Wohnwagen kein Problem sei. Anders allerdings sieht es von der baurechtlichen Seite aus.

Großes Interesse, die Imkerei zu unterstützen

„Wir haben vor einiger Zeit die Form der Bienenhaltung genehmigt“, sagt Bürgermeisterin Silvia Kugelmann. Die Gemeinde Kutzenhausen habe schließlich ein großes Interesse, die Imkerei zu unterstützen und versucht mit verschiedenen Maßnahmen, die Lebensbedingungen für die fleißigen Bienen zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. „Dass die Völker aber nunmehr in drei Wohnwagen gehalten werden, ist nicht im Sinne des Erfinders“, sagt die Gemeindechefin. Hintergrund ist, dass die mobilen Behausungen baurechtlich als Gebäude bewertet werden. Und dies sei im Außenbereich eines kartierten Biotops nicht zulässig. Kugelmann hat daher bereits Kontakt mit dem Imker aufgenommen und kann beruhigen. „Die Wohnwagen kommen weg.“

Leicht sei die Entscheidung nicht gefallen, aber es gelte, ganz genau zwischen Unterstützung für die Imkerei und der rechtlichen Lage abzuwiegen. „Und im Außenbereich sind Wohnwagen nun einmal nicht erlaubt“, betont Kugelmann. Kutzenhausen will sich aber weiterhin für eine Verbesserung der Lebensumstände der Bienenvölker engagieren. So werden beispielsweise für Ersatzpflanzungen eigens Obstgehölze wie Wildkirschen eingesetzt. „Wir achten sehr darauf, dass sich unsere Maßnahmen positiv auf die Imkerei auswirken“, sagt Silvia Kugelmann.

Bienen müssen gut über den Winter kommen

Nun müssen aber zunächst die Bienen gut über den Winter kommen. Dies ist davon abhängig, wie gut sich der Imker im Spätsommer um seine Völker gekümmert hat, teilt der Kreisverband auf seiner Internetseite mit. Dann bereits stelle sich das Bienenvolk auf die kalte Jahreszeit um. Die Sommerbienen hätten sich „abgearbeitet“ und gut genährte Winterbienen seinen erzeugt worden. Dieser Zustand sei entscheidend für eine erfolgreiche Überwinterung.

Wer sich eigene Völker zulegen möchte, benötigt jedoch eine entsprechende Genehmigung. „Bienenhaltungen unterliegen einer Registrierungspflicht nach der Viehverkehrsverordnung“, sagt Simone Graßler vom Landratsamt. Dies bedeute, dass sich jeder Imker aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung melden muss und eine Registriernummer zugeteilt bekommt.

Auskünfte zur Bienenhaltung und Imkerei gibt es beim Kreisverband Augsburg-Land auf der Internetseite unter www.imker-kvaugsburg-land.lvbi.de oder direkt bei der Vorsitzenden Birgit Wimmer, Telefon 0178/4908682.

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