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Herbstkonzert

18.11.2019

Durch Welden weht neuer musikalischer Wind

Dirigent José Jesús Olivetti und Julia Strohwasser sorgten für entspannte Stimmung und einiges Schmunzeln zwischen den Stücken.
Bild: Michael Daum

José Jesús Olivetti sorgt bei der Harmoniemusik Welden für den richtigen Takt

Ganz neue Gesichter sah man beim Herbstkonzert der Harmoniemusik Welden im Orchester wie am Orchesterpult. Nach nur neun Wochen Probenarbeit stand das Herbstkonzert ganz im Zeichen der Premiere des neuen Dirigenten. Der junge Wirbelwind am Orchesterpult heißt José Jesús Olivetti, kommt aus Venezuela und studiert im zweiten Semester Blasorchesterleitung am Leopold-Mozart-Zentrum in Augsburg.

Mit dem Neuen am Pult ist der Harmoniemusik Welden, die im nächsten Jahr ein Vierteljahrhundert gepflegte symphonische Blasmusik feiert, mal wieder ein sauberer Neustart geglückt. Nach fünf erfolgreichen Jahren unter Olivettis Vorgänger, dem Allgäuer Markus Peter, weht jetzt ein komplett anderer, ein heißer, ein südlicher Wind in Welden.

Natürlich geht bei der Harmonie nichts ohne eine zünftige, zackige Marschmusik. Auch die muss ein Dirigent immer mit im Gepäck haben. Dass man als Südamerikaner neben ternären Rhythmen auch noch den Marsch im Blut haben kann, bewies Olivetti mit dem Einzugsmarsch aus dem „Zigeunerbaron“ und Paul Linckes „Berliner Luft“. So ein kühles Windchen kam im hoch temperierten Saal gerade recht zur Pause. Doch auch alle die anderen, altbekannten Facetten der Harmoniemusik hatte der neue, blutjunge Dirigent im Repertoire. Ob kühle Klänge aus dem hohen Norden wie Sibelius’ „Finlandia“, symphonische Schmankerln vom Altmeister Alfred Reed oder anspruchsvoll arrangierte Filmmusik aus „Beauty and the Beast“: Da war für jeden Geschmack etwas dabei.

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„Alles neu macht der Herbst!“ – ein Konzert der Harmonie ohne launige Ansagen wie diese würde sich irgendwie nicht ganz rund anfühlen. Wie gewohnt sorgte Julia Strohwasser für entspannte Stimmung und einiges Schmunzeln zwischen den Stücken. Wen wundert’s, dass auch der musikalische Nachwuchs solch einem großen Vorbild nacheifert. Das Jugendorchester der Musikschule Holzwinkel & Altenmünster setzte nach der Pause nicht nur musikalisch das ein oder andere Ausrufezeichen.

Spätestens mit Take-off und „Spice Girls meets Backstreet Boys“ hatten die Jungs und Mädels unter der Leitung von Nadine Schiffelholz den heißen Draht zum Publikum gefunden, der den eisigen November zum Schmelzen brachte. Mit witzigen, vor Ideen sprühenden Ansagen sorgten sie dafür, dass da auch ja nichts erkaltet.

Wirklich heiß wurde es im Holzwinkelsaal dann ganz zum Schluss bei „Potpourri Pérez Prado – Mambos“ und Rafael Hernandez’ „El Cumbanchero“. So sicher und heimisch fühlten sich die Harmonie-süchtigen Weldener nach rekordverdächtiger Probezeit im kultigen Mambo aus Lateinamerika, dass alle kleinen Tanzeinlagen souverän glückten, Instrumente und Gesichter strahlten, im kalten Novemberklima karibisches Flair aufblitze. Feurige Rhythmen verbreiteten freilich Feierlaune, und die Spielfreude der Musiker strahlte aus und verbreitete sich zündelnd ins Publikum.

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