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Gemeinderat I

21.05.2015

Durch den Tunnel in die Kinderinsel

Wohncontainer-Lösung für Kita in Gessertshausen wird teurer als erwartet. Das liegt vor allem an der Anbindung ans bestehende Gebäude

Im September muss die Bildungsinsel stehen. 25 neue Kindergartenkinder sollen in der Übergangslösung der Kita Pusteblume ein neues Domizil finden. Der Kauf der neuen 120 Quadratmeter Wohncontainer-Landschaft wurde bereits beschlossen. Mit rund 57000 Euro hatte man gerechnet, doch unterm Strich wird die Anschaffung der Alukästen deutlich teurer. Der Gemeinde wurde scheinbar lediglich die Basis-Ausführung angeboten, wie Bauamtsleiter Karlheinz Lutz erklärte. „Plötzlich kamen noch jede Menge sicherheitsrelevanter Punkte dazu und es wurde immer mehr.“

So schlägt nicht nur die Erweiterung des Intensivraums zu Buche, auch die eingebaute Garderobe, der Fingerschutz an allen Türen oder die Klingel gehören zu den vielen Kleinigkeiten, die den Gesamtpreis nach oben schrauben. Bürgermeisterin Claudia Schuster reagierte verschnupft. „Ganz ehrlich, ich war echt sauer, man hätte uns doch gleich eine vernünftige Version verkaufen können“, sagte sie. Kleinvieh mache eben Mist. Dabei findet sich in der Liste des optionalen Zubehörs auch wirklich Grundlegendes, wie etwa Wandkonvektoren statt konventioneller Stromheizkörper. Die heizen sich deutlich weniger auf. „Die Kinder langen sonst mit den Finger dran und könnten sich verbrennen“, erklärte Lutz. Am Ende wächst der Anschaffungspreis um etwa 15000 Euro. Der Gemeinderat hat die Mehrkosten nachträglich bewilligt.

Doch damit nicht genug. Der Container ist zwar fertig ausgestattet, die Anbindung an das Gebäude steht aber noch aus. Im Kern geht es um einen etwa zehn Meter langen Weg. Dass der sinnvoll geplant wird, sei gerade im Hinblick auf das pädagogische Konzept der Kita besonders wichtig, erklärte Leiterin Petra Schlittenbauer dem Gemeinderat. „Wir wollen vermeiden, dass die Kinder ständig umgezogen werden müssen. Gerade bei Regen oder im Winter kann das sonst zum Problem werden.“ Es gebe zwar die Möglichkeit, den Weg zum Container lediglich zu überdachen, aber bei ungünstiger Witterung wäre der Zeitaufwand des Pendels immens.

Vor ein paar Jahren hätte man bereits eine ähnliche Situation gehabt, betonte Schlittenbauer. Da ging es zum Turnen in die Schwarzachhalle. „Wir waren nur noch mit An- und Ausziehen der Kinder beschäftigt“, sagte sie. Der ständige Wechsel wurde zur Tortur, nicht nur für die Erzieher. Die Kinder sollen sich zwischen Container und Gebäude möglichst frei bewegen können. Eine komplette Einhausung, folglich ein Tunnel, wäre die Lösung. Laut Bauamtsleiter Lutz müsse man mit etwa 30000 Euro rechnen. Das sei lediglich eine grobe Schätzung. „Es wurden noch keine detaillierten Berechnungen gemacht.“ Der Tunnel müsste komplett transparent sein. Folglich käme man um Glas höchstwahrscheinlich nicht herum. Einfache Aluwände seien zwar günstiger, würden aber den Räumen im Kita-Gebäude das Licht rauben. Wirklich brauchbare Alternativen fanden sich keine. Gemeinderat Werner Pux stellte die Idee in den Raum, dass auch Windschutznetze für die Seitenwände genutzt werden können. Die kommen eigentlich in der Landwirtschaft zum Einsatz, würden aber auch an einer Überdachung angebracht, zuverlässig den Wind abhalten und vor Regen schützen. „Das könnte den Preis deutlich runter drücken“, sagte Pux. Im Gemeinderat konnte er keine Unterstützer finden. „Die sind vielleicht für Kühe gut aber doch nicht für den Kindergarten“, so Gemeinderat Michael Oberlander. Schlussendlich einigte man sich mit zwei Gegenstimmen auf die geschlossene Einhausung.

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