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Neusäß/Gersthofen

20.02.2015

Eichenwaldschule: Noch nicht saniert und schon zu klein

Noch ist der erste Stein nicht umgewälzt bei der Sanierung der Eichenwaldschule in Neusäß – und doch könnte schon in wenigen Jahren ein zusätzlicher Anbau nötig werden. Dann nämlich, wenn, ganz im Sinne der Bayerischen Staatsregierung, ein Zug von gebundenen Ganztagsklassen im Grundschulbereich an dieser Schule aufgebaut werden sollte.
Bild: Marcus Merk

Am Eichenwald wird kein Platz für eine Ganztagsklasse der Grundschule sein. Die wünschen sich aber viele Eltern.

Noch ist der erste Stein nicht umgewälzt bei der Sanierung der Eichenwaldschule in Neusäß – und doch könnte schon in wenigen Jahren ein zusätzlicher Anbau nötig werden. Dann nämlich, wenn, ganz im Sinne der Bayerischen Staatsregierung, ein Zug von gebundenen Ganztagsklassen im Grundschulbereich an dieser Schule aufgebaut werden sollte.

Das war einigen Mitgliedern des Kultur-, Bildungs-, Sozial- und Sportausschusses von Neusäß erst während der jüngsten Sitzung klar geworden – und am liebsten hätten sie in die Umbauplanungen noch einen Puffer für alle Eventualitäten eingebaut. Doch da sei nichts mehr zu rütteln, so stellvertretender Amtsleiter Simon Huber, der im Rathaus Neusäß für alle Fragen rund um die kommunalen Schulen zuständig ist.

Jeder Quadratmeter der Eichenwaldschule sei im Umbau mit der Regierung von Schwaben abgesprochen und habe einen bestimmten Zweck – und damit auch eine bestimmte staatliche Förderung. Wie berichtet, soll die Eichenwaldschule ab dem Frühjahr saniert werden. Gut zehn Millionen Euro hat die Stadt dafür in den Haushalt eingestellt. Aufgekommen war die Diskussion im Schulausschuss jetzt, weil die Ergebnisse einer Befragung von Schulleitern hinsichtlich der Betreuungssituation an den Grundschulen und der Mittelschule der Stadt vorlagen. Bereits im vergangenen Jahr hatte zuvor das Landratsamt die Eltern aller Vorschulkinder, der Erst- und der Drittklässler nach ihrem Bedarf an Betreuung nach dem Unterricht in diesem Jahr befragt. Herausgestellt hat sich dabei, dass die meisten Grundschulleiter die Situation an ihrer Schule als zufriedenstellend einschätzen. Zumeist wird in Neusäß eine Mittagsbetreuung oder eine verlängerte Mittagsbetreuung angeboten. So ist die Situation zumindest an St. Ägidius, in Steppach und Täfertingen.

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Anders sieht die Situation in Westheim aus. Dort sieht die Schulleitung einen hohen und weiterhin steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen. Bereits jetzt werden dort mehr als 70 Prozent der Erstklässler nach dem Unterrichtsschluss weiter betreut. Und fast 20 Eltern könnten sich für ihre Kinder sogar eine gebundene Ganztagsschule vorstellen. Diese Art von Unterricht läuft in Bayern bislang als Pilotprojekt. Der Klassenverband bleibt dabei mindestens viermal in der Woche bis 16 Uhr zusammen. Während der Unterricht vor allem am Vormittag stattfindet, werden am Nachmittag Intensivierungsstunden, Sport oder Kreatives angeboten.

Und auch an der Grundschule Am Eichenwald wünschen sich 14 Eltern solch eine Schulform. Darüber hinaus sagt die Schulleitung, dass das Betreuungsangebot in jedem Fall ausgebaut werden solle, teilweise sogar bis 17 Uhr. Im Bereich der Mittelschule gibt es solch einen gebundenen Ganztageszug bereits. Der werde auch gut angenommen. Die Überlegung der Mitglieder des Schulausschusses ist nun, dass in Zukunft eine gebundene Ganztagesklasse in der Eichenwald-Grundschule für ganz Neusäß angeboten werden könnte.

Doch das hätte nicht allein bauliche Folgen. Die einigermaßen stabilen Schülerzahlen an sämtlichen Grundschulen in den Stadtteilen würden dann spürbar sinken, so Simon Huber. „Wenn die Eltern das wollen, dann sollten wir das aber auch anbieten“, so Stadträtin Barbara Heidemann (SPD). Beim Ausbau der Betreuung gehe es aber nicht allein um das Ob, sondern auch um das Wie, so Stadtrat Wolfgang Weiland (Freie Wähler). Denn an die Mitarbeiter einer Mittagsbetreuung werden andere Ansprüche gestellt als an die Mitarbeiter in einem Hort. Nur in einem Hort gibt es einen verpflichtenden Personalschlüssel mit Erziehern und Kinderpflegern, ähnlich wie im Kindergarten. Und genau das sei vielen Eltern nicht unbedingt klar, pflichtete sein Kollege Andreas Strobel bei. Für eine Betreuung in einem Hort sei aber weder der vorgeschriebene Platz an den Grundschulen vorhanden, noch gebe es die Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt, erinnerte Josef Hoppe, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung in Neusäß.

Gut sei zumindest, dass man die Zahlen jetzt kenne – und für die Zukunft möglichst schnell reagieren könne, so Wolfgang Weiland. Reagieren sollte man seiner Meinung nach auch darauf, dass es seit der Gründung des Mittelschulverbunds Lech-Schmutter mit Gersthofen und Langweid im Jahr 2010 keine offizielle gemeinsame Sitzung gegeben habe. „Da sollten die Bürgermeister drauf drängen“, so Weiland. Denn wenn jetzt am Eichenwald saniert werde, dann würden Absprachen mit Gersthofen umso wichtiger, etwa bei der Nutzung von Fachräumen.

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