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Bobingen

30.05.2018

Eier per Post und Küken aus dem Automat

Auf dem Bäurle-Hof hat das Ausbrüten von Hühnereiern im neuen Brutautomaten funktioniert.
Bild: Anja Fischer

Weil auf dem Bäuerle-Hof in Bobingen ein Hahn fehlt, erfahren Kindergruppen dort auf andere Weise, wie dort Hühnernachwuchs herangezogen wird.

Damit hätte Bäuerin Anja Fischer vom Bäurle-Hof in Bobingen nicht gerechnet: Das Ausbrüten von Hühnereiern in ihrem neuen Brutautomaten funktionierte tatsächlich. Auch das will sie in ihre Themenangebote für Kindergruppen bei Besuchen auf dem Bauernhof einbinden. „Ich habe den Automaten im Internet bestellt und die Eier gleich mit dazu“, erzählt sie. „Es hat mich einfach interessiert, ob das tatsächlich so einfach funktioniert.“ Da im letzten Jahr von einem Radiosender sogar Supermarkteier ausgebrütet worden sind, sei die Hoffnung auf ein oder zwei Küken natürlich schon da gewesen. Am Ende schlüpften sogar drei kleine Hühnchen.

Zwei der drei munteren kleinen Gesellen konnten es wohl kaum erwarten und durchbrachen kurz hintereinander die Eischale. Ein weiteres Küken folgte ein paar Stunden später. Die letzten drei Wochen haben die drei zusammen mit sieben weiteren Eiern in einem Brutautomaten verbracht. Bei beständiger Temperatur und ausreichender Luftfeuchtigkeit wurden sie dort immer wieder gedreht, um in Ruhe reifen zu können. „Normalerweise erledigt das die Henne in ihrem Nest“, sagt Anja Fischer. „Aber unsere vier eigenen Hühner sind selbst noch ziemlich jung und zudem fehlt uns derzeit noch ein Hahn, um es im Stall mit einem Gelege zu versuchen.“ Die Eier, die im Hofladen verkauft werden, stammen deshalb von einem befreundeten Bauernhof.

Nur wenig Hoffnung gehabt

„Deshalb habe ich uns Bruteier bestellt“, lacht die Bäuerin und gibt gerne zu: „Ich war schon ein wenig skeptisch, ob da überhaupt etwas schlüpfen kann.“ Befruchtet hin oder her, immerhin seien die Eier ja auch noch mit der Post unterwegs gewesen, bevor sie in den Brutautomaten kamen. Da habe sie ehrlicherweise wenig Hoffnung gehabt. „Dass nun gleich drei Küken geschlüpft sind, finde ich super“, freut sich Anja Fischer. „Ich wäre mit einem schon mehr als zufrieden gewesen. Nur gar keines, das wäre vor allem für die Kinder schade gewesen.“

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Denn diese hätten zusammen mit ihr schon auf einen Schlupf gefiebert, je mehr Tage an der Brutliste abgestrichen wurden. „Sogar mein Mann hat sich von der Aufregung anstecken lassen und die letzten Tage immer wieder mal nach den Eiern geschaut“, verrät sie. Er habe auch das erste Küken entdeckt. Marcus Fischer erzählt: „Morgens beim Aufstehen hörte ich plötzlich ein Piepsen. Erst konnte ich das gar nicht einordnen, aber dann fielen mir die Bruteier ein.“ Und tatsächlich: Ein Küken mit gelbschwarzem Federkleid wartete darauf, unter die Wärmelampe umgesetzt zu werden. „Eine tolle Überraschung“, meint Anja Fischer. Denn beim Herausnehmen stellte sie fest:An zwei weiteren Eiern waren Risse in der Schale. Nun wurde gewartet und gefiebert. Ein paar Stunden später hatte ein schwarzes Küken seine Schale aufgepickt. Und nochmals einen guten halben Tag später kam ein ganz gelbes auf die Welt.

Bis zuletzt wurde mitgefiebert und „die Kinder waren jedes Mal ganz aus dem Häuschen, wenn es wieder ein Küken geschafft hatte“, freut sich Anja Fischer. Stolz sind vor allem die beiden Kindergartenkinder der Familie, Gregor

und Paulus.

Nun wird das Versprechen eingelöst

Erst vor wenigen Tagen hatte ihre Kindergartengruppe den Bäurle-Hof besucht, um dort alles über Hühnerhaltung und Eierbrüten zu erfahren. Ein Angebot, welches der Bäurle-Hof neben Kindergärten auch Schulklassen im Rahmen des Programms „Erlebnis Bauernhof“ anbietet. „Damals haben wir uns die Hühner im Stall und die Eier im Brutautomaten angesehen“, erzählt Anja Fischer. „Und ich habe versprochen, den Kindergartenkindern die Küken zu zeigen, wenn welche schlüpfen.“ Klar, dass dieses Versprechen eingelöst wird. (ppl)

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