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20.05.2015

Ein 22-jähriger Manager für Asylheime

Claudius Wieja

Claudius Wieja trägt Verantwortung für 200 Menschen

Dass die Diakonie in Flüchtlingsunterkünften Asylsozialberatung anbietet, ist nicht neu. Neu ist hingegen, dass das Diakonische Werk Augsburg (DWA) im Auftrag der Regierung von Schwaben auch die Leitung und den Betrieb von insgesamt vier Gemeinschaftsunterkünften in der Region übernommen hat. In den Häusern in Gersthofen, Gablingen und Meitingen sowie im Grandhotel Cosmopolis in Augsburg leben zurzeit knapp 200 Menschen.

„Ich sehe mich auch als Sprachrohr für die Asylbewerber“, sagt Diakoniemitarbeiter Claudius Wieja. Dazu gehört für den gelernten Bürokaufmann auch die Kommunikation mit Anwohnern, Behörden oder der Polizei. Regelmäßig trifft er sich vor Ort auch mit Ehrenamtlichen, die sich für die Asylbewerber engagieren und z. B. Fahrdienste zum Arzt organisieren. Wieja freut sich, wenn künftig noch mehr Menschen die Gelegenheit nutzen, die Asylbewerber kennenzulernen: „Sie freuen sich, wenn man sich für sie interessiert.“

Beim Einzug von Neuankömmlingen in die zugewiesene Unterkunft ist Wieja stets persönlich anwesend. Er betrachtet das als „gelebte Willkommenskultur“. Der 22-Jährige bemüht sich darum, dass die Bewohner sich in den Unterkünften möglichst wohlfühlen. So gibt es z. B. in Gersthofen einen neu gestalteten Aufenthaltsraum mit gespendeten Sofas und einem Kicker. In Gablingen steht eine ebenfalls gespendete Tischtennisplatte. Dort ist zudem ein interkultureller Gemüsegarten geplant, damit die Bewohner sich selbst versorgen können.

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Für die Gestaltung hat Wieja Geräte beim Gartenbauverein ausgeliehen und freut sich über Spenden, etwa für ein kleines Gewächshaus. Außerdem wünscht er sich ein Internetcafé, in dem die Asylbewerber zu bestimmten Zeiten mit ihren Familien oder Freunden im Heimatland in Kontakt bleiben können – gerne auch begleitet von einem Ehrenamtlichen, der sie in den Umgang mit dem Internet einführt.

Neben den Ehrenamtlichen tauscht sich Wieja regelmäßig mit den Asylsozialberatern in den Unterkünften und mit dem Hausmeisterteam aus und stimmt sich eng mit dem Sachgebiet Flüchtlingsbetreuung der Regierung von Schwaben über sämtliche Aufgaben ab.

Die Verwaltung und Betreuung von Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber waren Hauptbestandteil seiner Ausbildung zum Bürokaufmann: „Für mich ist es wichtig, den Menschen zu vermitteln, dass sie bei uns willkommen sind und ihnen geholfen wird.“ (AL)

Informationen zur Flüchtlingsberatung gibt es unter

www.diakonie-augsburg.de (Menschen & Migration - Asylsuchende und Flüchtlinge - Beratungsstandorte)

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