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Fasching

14.01.2019

Ein Gaudi-Feuerwerk der Extraklasse

Die große Garde der Deubachia sprühte vor Energie und zeigte atemberaubende Tanzfiguren.
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Die große Garde der Deubachia sprühte vor Energie und zeigte atemberaubende Tanzfiguren.

Die Deubachia feiert beim Inthronisationsball ein Narrenjubiläum zur Schnapszahl. Vier Stunden gehen in der Gemeindehalle Kutzenhausen wie im Flug vorbei und machen Lust auf mehr

Gleich vorweg: Die Ideen sind den Aktiven des Carnevals Club Deubach CCD-Deubachia auch nach 44 Jahren nicht ausgegangen. Im Narrenjubiläum zündeten sie beim rund vierstündigen Inthronisationsball in der Gemeindehalle in Kutzenhausen ein wahres Feuerwerk der guten Laune. Temperamentvolle Klänge wechselten sich ab mit lustigen Sketchen und akrobatischen Tanzeinlagen.

Den ersten Stimmungstest führte der Kinderhofstaat unter Regentschaft von Melina II. (Kleikamp) und Jakob I. (Eck) durch. Die Jugendgarde faszinierte bei ihrem Gardemarsch mit traditionellen Elementen wie Sprungspagat und Beinwürfen, aber auch neuen Schritt- und Tanzfolgen. Die Minis und Kids führten in den Zauber des Zirkus Monte Deubachia ein und setzten Tiere wie Mäuse, Giraffen, Äffchen und Elefanten in fröhlichen Bewegungen und einen flotten Showtanz um. Durch das Kinderprogramm führte Hofmarschallin Leonie Mira.

Natürlich fehlte auch nicht die traditionelle Zepterübergabe. Dabei wurde das Prinzenpaar der vergangenen Saison, Nicole I. (Nagel) und Tobias I. (Wolf), verabschiedet und die neuen Tollitäten Stefanie II. (Mayer) und Andreas III. (Ring) in ihr Amt eingeführt. Sie erhielten gleich von zwei Bürgermeistern – Kutzenhausens Silvia Kugelmann und Gessertshausens Jürgen Mögele – symbolisch die Rathausschlüssel überreicht. Die neuen Regenten sind ein altbekanntes Deubacher Tanzpaar. Die beiden begannen vor acht Jahren ihre gemeinsame Laufbahn bei der Gruppe Dancing Fire. Doch ihre CCD-Karriere reicht viel länger zurück. Beide stellten ihr tänzerisches Talent in verschiedenen Formationen und in der Bütt unter Beweis. Ihre große Bühnenerfahrung und ihr Können untermauerten sie in einem ausdrucksstarken und mit vielen Hebefiguren gewürzten Prinzentanz. Die große Garde bereitete einen wahren Augenschmaus. Darüber hinaus sprühte sie nur so von Energie, Kreativität und atemberaubenden Tanzfiguren.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Das Männerballett zog als Superheldenteam The Avengers mit spritziger Musik und rasanten Schrittfolgen in Bann. Mit „stählenden“ Körpern kämpften sie gegen das Böse und für den Sieg des Faschings. Raus aus den schicken Kleidern und rein in die Nietenkluft – die CCD-Betthupferl posten wild zu dynamitgeladenen Hardrock-Klängen als schräge Rockergirls. Die Young Stars nahmen die Zuschauer mit zu „Remakes: Aus Alt mach Neu“.

Die Gunst der Besucher gewann auch die Showtanzgruppe The Dancing Fire. Die ausdrucksstarke Formation bildete zu orientalischen Klängen und Bauchtanz mit ihren Kostümen einen besonderen Blickfang. Funkenmariechen Moesha Biber präsentierte leichtfüßig und dennoch kraftvoll Sprungkombinationen, Flickflacks, Spagate mit Drehung und Grätschsprünge. Fazit: Gardetanz der Königsklasse.

Ihren Namen alle Ehre machte die Tanzgruppe Garde Modern. Die Mädchen hauchten ihrer Reise in die Goldenen 1920er-Jahre mit Sexappeal, Glanz und Glamour und fetzigem Tanz viel Leben und Fantasie ein. Groß in Form war auch der Fanfarenzug. Er glossierte lustige Macken, alte Bräuche und deckte Schandtaten wie den Bau von illegalen Brunnen auf. Doch auswandern wollten sie deshalb nicht, denn: Dahoim ist Dahoim.

Aber auch die Humorstrategen kamen nicht zu kurz: Jasa Neff und Katharina Ortner versorgten das Publikum mit neuesten Kuriositäten aus der Jugendszene. Textsicher strapazierten die beiden Jungtalente mit ihren Ansichten über Träume, Jungs und Flirten die Lachmuskeln.

Ihren Facettenreichtum in Sachen Humor servierten darüber hinaus Manuela und Eva Lochbrunner. Während die Mutter frisch von der Leber weg über ihre kleinen Wehwehchen von den Fußschmerzen bis zur Blasenschwäche erzählte, versuchte die Tochter sie in die Schranken zu verweisen.

Als großes Plus erwiesen sich Engelbert Kugelbrey als Horst Seehofer und Hertha Schmid als Angela Merkel. Mit viel Theaterblut ließen sie die kleine und große Politik Revue passieren und zogen vor allem lokale Prominenz durch den Kakao.

Schräg, schrill und ausgelassen – so könnte man den CCD-Inthronisationsball, den Hofmarschallin Ramona Lipp charmant und kundig moderierte, auf einen Nenner bringen. Doch damit würde man dem Narrenspektakel bei Weitem nicht gerecht. Es war viel mehr: niveauvoller Klamauk, prachtvolle Unterhaltung, beeindruckende Tanzeinlagen und das alles serviert von hoch motivierten Akteuren auf, vor und hinter der Bühne.

Eine Bildergalerie über die Veranstaltung gibt es online unteraugsburger-allgemeine-land.de/augsburg

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