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Gersthofen

17.02.2018

Ein Gersthofer auf den Spuren Steven Spielbergs

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3 Bilder
Marcel Cornelius in Aktion: Bei der Gersthofer Kulturina filmt er die großen Acts, hier im Jahr 2016 beim Auftritt der Killerpilze.
Bild: Marcus Merk

Marcel Cornelius bringt mit seinem Filmstudio einen Hauch Hollywood nach Gersthofen. Bald ist der erste große Krimi fertig. Der Dreh führte ihn bis nach New York.

 „Klein-Hollywood in Gersthofen?“ Wenn es nach Marcel Cornelius geht, dann könnte dieser Traum in Erfüllung gehen. Jedenfalls hat der 31-jährige Filmfan ein eigenes Studio gegründet und arbeitet gerade an seinem ersten großen Kurzspielfilm. Mit Werbefilmen, auch für große Firmen, hat er schon Erfahrung. Wenn es sein muss, dreht er schon mal in New York.

„Werbung ist nichts anderes als ein kleiner Spielfilm“, ist Marcel Cornelius überzeugt. Der Zuschauer müsse unterhalten und dadurch animiert werden, sich im Nachgang über das beworbene Produkt zu informieren. „Ich muss von der Geschichte abgeholt werden.“ Marcel Cornelius ist ein großer Filmfan, eines seiner großen Vorbilder ist Hollywoodregisseur Steven Spielberg: „Wie er gleichzeitig zwei so verschiedene Filme wie ,Schindlers Liste‘ und ,Jurassic Park‘ drehen konnte, ist schon genial.“

Den ersten Film mit zwölf Jahren gedreht

Die Liebe zum Kino begann bei ihm schon früh: Seinen ersten Film gedreht hat Marcel Cornelius bereits im Alter von zwölf Jahren. Er lernte allerdings doch „etwas Solides“, nämlich Einzelhandelskaufmann, zunächst bei der Firma Fröschl, später bei einem großen Elektronik- und Unterhaltungshandels-Filialisten. „In Donauwörth und in Lechhausen habe ich Kameras verkauft, wurde schließlich Abteilungsleiter.“

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Er kennt die „Star Wars“- und die „Indiana-Jones“-Streifen in- und auswendig. „Da lag es nahe, einen Indiana-Jones-Fanfilm zu drehen..“ Im Jahr 2006 machte er sich an die Arbeit, vier Jahre später hatte der Film im Augsburger Cinemaxx zur Eröffnung des Modularfestivals seine Weltpremiere. „Er lief fast zwei Monate im Kino.“ Cornelius wurde zum Filmbotschafter der Stadt ernannt, kratzte sein letztes Geld zusammen und flog nach Amerika. Dort gelang es sogar, eine Einladung in die Lucas-Filmstudios zu bekommen – die Heimat der „Star-Wars“-Saga. Ein original Lichtschwert von dort liegt in seinem Gersthofer Studio.

Zweiter Platz in der Sparte Bester Film

Bis 2013 arbeitete er Vollzeit und drehte daneben Filme. Auf der Berlinale machte Cornelius mit Freunden beim „99Fire-Films“-Wettbewerb mit. Bei diesem größten Kurzfilmwettbewerb Deutschlands muss in exakt 99 Stunden ein 99 Sekunden langer Film konzipiert, gedreht und geschnitten werden. „In ,Zahltag’ beweisen wir, dass ein klassischer Gangsterfilm auch ohne Pistolenschüsse funktioniert.“ Die Gangster bekämpfen sich hier mit Kämmen oder Heftklammergeräten. Diese Idee brachte ihm einen zweiten Platz in der Sparte Bester Film beim Festival 2013 ein.

Drei Jahre später folgte der erste Platz beim Publikumspreis. Wieder hatte Marcel Cornelius eine witzige Idee für „Der Hauch des Todes“: Ein Vampir will ein Kind beißen, doch ein Knoblauch-Döner löst eine aberwitzige Kettenreaktion aus, die dem ihm den Garaus macht. Heuer ist er beim 99 firefilms Award wieder unter den besten 99. Wer dem Film „Es liebt mich“ zum Sieg verhelfen möchte, kann das noch bis Montag unter diesem Link.

„Werbung ist nichts anderes als ein kleiner Spielfilm“, ist Marcel Cornelius überzeugt. In seinem Gersthofer Studio dreht er Filme für Unternehmen, vom Autobauer bis zum Malerbetrieb. Mit der Green-Screen-Ausstattung und seiner höchstauflösenden Kamera tüftelt er die originellsten Effekte aus.
Video: Marcel Cornelius

2014 gründete er seine Cornelius Films Studios in Gersthofen und gab den Job als Kameraverkäufer auf. „Ich folgte meiner Berufungt.“ Seine Eltern Bessy Uhl-Cornelius und Peter Cornelius unterstützen ihn bei der Buchhaltung und wenn es darum geht, besondere Requisiten herbeizuzaubern. Ebenfalls im Team, von der Organisation bis zum Schnitt, sind Jens Hansen, Elisabeth Heisig und Lisa Nitsche.

Er dreht meist originelle Imagefilme für Firmen oder Kino- und Fernsehspots. Für einen Malerbetrieb lässt Marcel Cornelius einen Schlagzeuger mit Pinseln und Malerutensilien Musik machen.

Inzwischen gehören auch Audi, BMW oder Harley Davidson zu den Kunden. Das Drehbuch, die Regie und die Kameraführung übernimmt er nach wie vor selbst. „Das Team ist für den Schnitt zuständig.“ Vor der Kamera stand Marcel Cornelius auch schon. „Aber das interessiert mich überhaupt nicht.“

Sogar ein Dreh in New York hat stattgefunden

Sein erster großer Kurzspielfilm ist ein 70 minütiger Krimi. Die Szenen, für die sogar ein Dreh in New York stattgefunden hat, sind im Kasten. „Nun wird bis zum Jahresende geschnitten.“ Worum es geht, verrät er noch nicht. Gefilmt hat Marcel Cornelius mit dem Kameratyp, mit dem auch die neueste „Star-Wars“-Folge aufgezeichnet wurde. „Diese Kamera hat eine achtfach bessere Auflösung als das übliche HD“, sagt er. Es verwundert nicht, dass wieder einmal fast alles Ersparte in diese Ausrüstung geflossen ist.

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