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Gersthofen

09.04.2013

Ein Giftpilz kommt selten allein

Beste Unterhaltung bieten auf der Bühne der Stadthalle: (sitzend von links) Lukas Kiermeyer, Lydia Braun, Peter Eder, Ulla Kling, Wolfgang Schwarzer, Melanie Fischer und Mac Tanzer sowie als Dienstboten (stehend) Daniela Huss und Michael Fischer.
Bild: Diana Deniz

  „Da kahle Krempling“ amüsiert das Publikum in der Stadthalle zweimal

Von Diana Deniz

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 Es gibt Pilze mit gutem und weniger gutem Charakter. Der Paxillus involutus gehört eher zu den hinterfotzigen Pilzarten, denn man stirbt nicht beim einmaligen Verzehr desselbigen, sondern erst nach mehrmaligem. Die fast kriminelle Komödie „Da kahle Krempling“ von Peter Landstorfer wurde am Wochenende vom Theater Gersthofen aufgeführt und die rund 700 Besucher waren gespannt, welche der Bühnenfiguren sich denn nun als Giftpilz herauskristallisieren würde. Denn die reiche Tante Paula lud die gesamte Verwandtschaft mal wieder zu einem ihrer runden Geburtstage, diesmal der 70.

Alle machten eine gute Miene zu bösem Spiel. Lust hatte keiner, dass immer gleiche dreitägige Prozedere über sich ergehen zu lassen. Doch der Glaube, die Tante hätte viel zu vererben, versetzt schon mal die eine oder andere sonst unüberwindbare Hürde. Das Ganze spielt im Jahr 1935 in München und natürlich, wie man es vom Theater Gersthofen gewohnt ist, in herrlich bayerischer Mundart. Passend dazu ein aufwendiges und äußerst geschmackvolles Bühnenbild im Biedermeierstil.

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Lukas Kiermeyr war als Neffe der Tante im Einsatz und besetzte die Rolle des gescherten Hopfenbauers, dem gerne der Kragen platz, hervorragend. Er brachte das Publikum immer wieder zum Lachen, wenn er über die ach so vornehme Tante schimpfte: „Ja so a Matz a verreckte, so au krautkopfertes Luader“. Kein Wunder, machte es die listige Tante Paula, die vorzüglich von Ulla Kling gespielt wurde, ihrer buckligen Verwandtschaft wirklich nicht leicht. Sie knüpfte an ihr Erbe harte Bedingungen, die künftig von allen eingehalten werden müssten, wollten sie tatsächlich erben.

Blasio Fortanto, der verkannte Opernsänger, ganz wunderbar gemimt von Peter Eder, ging mit den harten Forderungen noch am galantesten um. Er, der bei jeder Gelegenheit derart zart flötete, dass die feine Gesellschaft es kaum mehr ertragen konnte, sang als Ständchen „Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde“. Alle Achtung, dass Eder, der heuer sein 50. Bühnenjubiläum feiert, ein Stück ausgesucht hat, indem er nahezu nur singt. Somit waren Kiermeyr und Eder wieder Garanten für hervorragende Theaterunterhaltung.

 Die Darsteller präsentierten allesamt eine wunderbare Vorstellung auf hohem Niveau, die zurecht sehr viel Applaus erntete.

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