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19.02.2008

Ein Glück-stag für die Regio-S-Bahn

Die Stimmung ist heiter, aber das Anliegen ist ernst: Fünf Abgeordnete und ein Dutzend Bürgermeister haben gestern im Maximilianeum in München an Landtagspräsident Alois Glück fünf Aktenordner übergeben. Inhalt: die fast 20.000fache Forderung nach rascher Umsetzung der S-Bahn-Pläne für die Region.

Es ist kurz nach Zwölf, als der Landtagspräsident über die breite Treppe herunter ins Foyer kommt, wo die Delegation aus dem Augsburger Land schon wartet. Allen ist klar: Dass Glück selbst die Unterschriften entgegennimmt, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern die Ausnahme. Aber es handelt sich doch um eine der "gewichtigsten Petitionen", wie Glück unter Hinweis auf die fünf Ordner anmerkt.

Es bleibt nicht viel Zeit für Reden - schließlich steht Becksteins Regierungserklärung im Plenum an. Dennoch nutzen die Bürgermeister die Gelegenheit, Glück das Anliegen zu bringen: "Wir kämpfen seit zwölf Jahren um ein S-Bahn-System. Und wir kommen noch immer nicht recht voran. Deshalb haben wir eine Petition gestartet, um zu unterstreichen, wie viele Menschen einen gut ausgebauten Nahverkehr wollen", erläuterte Diedorfs Rathauschef Otto Völk. Es gehe um ein System mit festem Fahrplantakt und optimalen Umsteigemöglichkeiten, vor allem auch am umzubauenden Augsburger Hauptbahnhof.

Und er strich auch die Bedeutung für die Entwicklung der Region heraus: "Uns ziehen immer mehr junge Leute weg, junge Ingenieure, die in den Münchner Westen gehen. Die ziehen um mit ihren Familien, weil die Verbindungen bei uns zu unattraktiv sind." Wobei Völk den aus dem Chiemgau stammenden Landtagspräsidenten an eines seiner Bücher erinnert, das sich mit den Problemen des "flachen Landes" beschäftigt. Glücks Kommentar: "Jetzt ham's mi entwaffnet." Worauf Grünen-Abgeordnete Christine Kamm gleich nachhakt: "Das soll ein 'Zug-Zwang' sein."

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In der Tat: Die Region Augsburg will die Staatsregierung mit der Petition dazu bewegen, die Einführung des Regio-Schienen-Takts nicht noch weiter auf die lange Bank zu schieben. Fischachs Bürgermeister Josef Fischer macht klar, dass für ihn die Reaktivierung der Staudenbahn die "Messlatte" ist, ob es der Staatsregierung mit dem Nahverkehrsausbau tatsächlich ernst ist.

Glücks Antwort fällt doppelt und kurz aus: Bei allen Wünschen mögen die Politiker stets bedenken, ob die Ziele wirtschaftlich sind, sprich genügend Fahrgäste kommen. Und im Übrigen mögen sich die Augsburger an die "Aktiven" der Landespolitik wenden, denn er sei ein "angehender Pensionär". Glück wird die Petition an das Verkehrsministerium zur Stellungnahme geben. Danach wird in den Landtagsausschüssen darüber beraten.

Völk kündigte an, dass bei einem "S-Bahn-Gipfel" nach Pfingsten bilanziert werden soll, was bis dahin geschehen ist.

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