1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Ein Gutachten soll die Antennen stoppen

Mobilfunk

19.12.2013

Ein Gutachten soll die Antennen stoppen

Copy%20of%20MMA_0675.tif
2 Bilder
Auf dem Strommasten westlich des Fryar-Rings sollen Antennen für die LTE-Technik aufgestellt werden. Stadtbergen will dies verhindern.

Der Stadtberger Stadtrat investiert 40000 Euro, um Funkmasten zu verhindern – ob das Erfolg hat, ist fraglich

Stadtbergen In Stadtbergen gibt es drei Bereiche, in denen künftig Sendemasten mit Antennen für die neue LTE-Technik bestückt werden sollen. Und sie haben alle eines gemeinsam: Der Stadtrat möchte am liebsten alle neuen Antennen verhindern – zu groß ist die Befürchtung durch erhöhte Strahlenbelastung. Weil es aber nicht nach dem Willen des Stadtrates geht, sind bei zwei von drei Anlagen die Aufrüstungen schon genehmigt. Um beim letzten der drei Positionen, dem Masten im Fryar Circle, noch etwas mitreden zu können, beschloss das Gremium nun, 40000 Euro in die Hand zu nehmen.

Mit dem Geld soll ein Gutachten finanziert werden. Dieses soll wiederum die Grundlage für einen Bebauungsplan bilden, der aktiv weitere technisch geeignete Standorte für den Mobilfunkbetreiber vorschlägt – eine sogenannte Positivplanung, wie sie viele Kommunen erstellt haben, um Windkraftanlagen dort zu vermeiden, wo man sie keinesfalls haben möchte. Dazu erließ die Stadt eine Veränderungssperre, solange der Bebauungsplan noch nicht fertig ist. Das ist ein Vorgehen, das der Anwalt, den die Stadt beauftragte, dem Gremium im September vorgeschlagen hatte.

Damals wurde der Umwelt- und Verkehrsausschuss der Stadt darüber informiert, dass es gegen die vom Mobilfunkbetreiber Vodafone geplante Funkantenne am Fryar Circle kaum eine juristische Handhabe gibt. Grund ist der Mobilfunkpakt Bayern, der den Kommunen beim Ausbau des Funknetzes kaum Handlungsspielraum bietet. Der stellvertretende Bauamtsleiter Dieter Gumpinger hatte damals vor einem solchen Vorgehen gewarnt: Dies sei teuer und habe geringe Erfolgsaussichten. Dass dies aber keine Rolle spielen soll – dafür hatten damals Johannes Münch (Grüne/Thum) und Wilhelm König (Pro Stadtbergen) plädiert. Einen alternativen Standort hatte der Mobilfunkbetreiber bislang mit Verweis auf zu hohe Erschließungskosten abgelehnt (siehe Grafik).

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Im Stadtrat wurde der Entschluss verabschiedet, für eben dieses Vorgehen Geld auszugeben. Bürgermeister Paul Metz (CSU) sagte dazu: „Das war ein Zwiespalt, den jeder gehabt hat. Wir sind aber nun diesen Kompromiss eingegangen.“ Die Möglichkeit, die Bedenken Stadtbergens in einem Gespräch mit dem Mobilfunkbetreiber auszuräumen, gab es nicht – sämtliche Grenzwerte seien eingehalten, so Metz.

Etwas weiter sind die Pläne bereits an den anderen beiden Standorten, die in Stadtbergen für die LTE-Technik vorgesehen sind: Während der Stadtrat der Aufrüstung des Mastes an der Ulmer Landstraße durch O² bereits zustimmte, sollen die Bauarbeiten am Standort an der Hagenmähderstraße in den kommenden Tagen erfolgen.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren