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Heretsried

27.11.2019

Ein Heretsrieder ist einer der besten Elektroniker 

Tobias Baumann hat bei der Deutschen Meisterschaft des Handwerks den vierten Platz erreicht. Die Besten der Besten traten gegeneinander an. Heuer erwartete sie eine besondere Herausforderung – wegen des Klimaschutzes.
Foto: Jessica Franke/ZVEH

Tobias Baumann kümmert sich um Internetanschlüsse, Router und Telefonleitungen und gehört zu den Besten seines Fachs. Beim Bundeswettbewerb wurde er Vierter.

Wenn das Internet nicht funktioniert, der Router wieder spinnt oder eine Telefonleitung neu verlegt wird, eilt Tobias Baumann zu Hilfe. Dann ist er in seinem Metier. Der junge Elektroniker gehört zu den Besten seines Jahrgangs, beim Bundesleistungswettbewerb des Handwerks vor zwei Wochen wurde er Vierter. Einen Bürojob hat der 22-Jährige aber nicht. Täglich fährt er durch Bayern und Baden-Württemberg, auf den Weg zu seinen Kunden.

Baumann ist Elektroniker mit der Fachrichtung Informations- und Telekommunikation. Ausgebildet hat ihn das Gersthofer Unternehmen SC-Systems. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich ein Bereich, der viele Menschen tagtäglich betrifft: Wenn zum Beispiel das Internet nicht richtig funktioniert, der Router wieder spinnt oder eine neue Telefonleitung verlegt werden muss. Im Außendienst ist Baumann viel im Kundenkontakt und die Arbeit unter Zeitdruck gewohnt. Entsprechend unaufgeregt ist der junge Mann aus Heretsried in den Wettbewerb gestartet.

Unterschiedliche Aufgaben für sieben Elektroniker

Innerhalb von eineinhalb Tagen erwartete die Gruppe mit sieben Elektronikern unterschiedliche Aufgaben. „Wir mussten eine Planungsaufgabe umsetzen. Das heißt, wir haben Netzwerkleitungen aufgelegt und diese montiert und gemessen.“ Am zweiten Tag folgte dann die Programmierung einer Telefonanlage und einer Fritzbox – für den 22-Jährigen die schwerste Aufgabe, wie er sagt.

Das Besondere in diesem Jahr: Erstmals haben die Teilnehmer Hilfestellung in Form von Video-Tutorials erhalten und durften sich untereinander absprechen. Den Hintergrund erklärt Baumann so: „Meinen Beruf wird es so in der Form ab 2021 nicht mehr geben. Er wird mit dem des Informationselektronikers zusammengefasst.“ Künftig heißt der Beruf „Elektroniker/in Gebäudesystemintegration“ mit der Konzentration auf erneuerbare Energien und Digitalisierung. Um diese Verschmelzung schon einmal im Vorfeld zu erproben, sei die Aufgabenstellung für die Teilnehmer verändert worden.

Die Wettbewerbe sind in vier Stufen gestaffelt

Anders als seine Konkurrenten musste Tobias Baumann aber nur einmal beim Wettbewerb antreten – und das gleich auf Bundesebene. „Ich bin mit meiner Abschlussprüfung Kammer- und Landessieger geworden.“ Die Wettbewerbe sind nämlich gestaffelt in vier Stufen. Der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) und die jeweiligen Handwerkskammern ermitteln jährlich den besten Handwerker in den unterschiedlichen Berufen. Der Wettbewerb beginnt auf Innungsebene, dann geht es um den besten Junghandwerker einer Kammer, also im jeweiligen Regierungsbezirk. Die kommen weiter und können Landes- und schlussendlich auch Bundessieger werden. Für den Wettbewerb qualifizieren sich nur die besten Absolventen der Gesellen- und Abschlussprüfung aller 103 Ausbildungsberufe in Deutschland. Rund 3000 junge Menschen nehmen daran teil. Mit Baumann haben sich in seinem Jahrgang bayernweit 50 junge Elektroniker ausbilden lassen.

Was den jungen Elektroniker besonders freut: „Der Sieger und der Zweitplatzierte kommen aus Bayern.“ Die beiden Elektroniker hat er in der Jugendherberge kennengelernt. „Schön wäre es gewesen, wenn ich den dritten Platz gemacht hätte“, sagt Baumann mit einem Schmunzeln. Dass er in dem Wettbewerb so weit gekommen ist, habe ihn allerdings weniger überrascht. „Ich habe in der Berufsschule immer gute Noten gehabt und schon einen Schulpreis gewonnen.“

2000 Euro für die Meisterprüfung gewonnen

Ein wenig rot wird Baumann aber doch, als er von seinen bisherigen Leistungen erzählt. „Von meiner Arbeit habe ich einen Gutschein bekommen, als sie von meinem Erfolg beim Wettbewerb erfahren haben.“ Darüber hinaus haben alle Landessieger 2000 Euro für ihre Meisterprüfung bekommen. Geld, das er auch gerne nutzen will. „Ich mache sobald wie möglich meinen Meister, die Ausbildung dauert nur ein Jahr.“

Aber erst einmal bleibt der 22-Jährige weiterhin im Außendienst. Online erhält er seine Aufträge. „Ich arbeite zum Beispiel auch für große Telekommunikationsunternehmen, die weltweit unterwegs sind.“ Deshalb komme es auch manchmal vor, dass er nachts Geräte installieren müsse. Ein anstrengender Job, oft komme er müde nach Hause. Unterstützung findet der 22-Jährige bei seiner Freundin. Kraft gibt dem jungen Mann der Kontakt mit den Kunden. Die Dankbarkeit und Abwechslung im Alltag erfüllen ihn. „Ich mache selten das Gleiche.“

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