1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Ein Hotel für Biene Maja basteln

Grüner gärtnern

28.07.2019

Ein Hotel für Biene Maja basteln

Es gibt viele Möglichkeiten, für Bienen eine Unterkunft zu bauen.
Bild: Marcus Merk

Ein tolles Projekt für die Sommerferien: So soll aus einer Dose und Bambusstäben ein Zuhause für Insekten werden.

Natürliche Lebensräume werden weltweit aus den unterschiedlichsten Gründen zerstört. In Bayern ist der Flächenverbrauch ein Brennpunkt in Sachen Umweltschutz. Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz wurden im Jahr 2017 allein in Bayern täglich 11,7 Hektar Freiflächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt. Das ist enorm, wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung bis 2030 den bundesweiten Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag reduzieren will. Das waren 2017 also täglich 16 Fußballfelder und insgesamt 5840 Fußballfelder in der Größe der Spielfläche der WWK Arena. Das sind umgerechnet gut 40 Quadratkilometer, eine Fläche fast so groß wie Neusäß und Königsbrunn zusammen.

Flächen, die den Insekten zum Leben fehlen. Laut dem NABU Naturschutzbund Deutschland e.V. gibt es bis zu 80 Prozent weniger Biomasse bei den Fluginsekten. Ursache dafür sind unter anderem die intensive Landwirtschaft, Monokulturen und die Verwendung von Pestiziden. Doch ohne Insekten gerät auch unser Leben in ernste Gefahr.

Ein sinnvolles Projekt für die Sommerferien

Jeder von uns kann den Insekten helfen, indem er ihnen ein Insektenhotel zur Verfügung stellt. In Baumärkten gibt es sie zu kaufen, man kann sich Bücher besorgen, die die unterschiedlichsten Modelle samt Bastelanleitung vorstellen und im Internet gibt es viele Webseiten, die beschreiben, wie man selbst eines macht. Da nun gerade erst die Sommerferien begonnen haben, ist es ein sinnvolles Projekt, mit den Kindern oder Enkelkindern ein hübsches Hotel für die unterschiedlichsten Insekten zu bauen. Vielleicht macht es den Kleinen besonders Spaß, wenn sie für die freche Biene Maja etwas basteln dürfen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der NABU hat auf seiner Internetseite Insektenquartiere mit Videoanleitungen für die unterschiedlichsten Insektenarten. Ob Wildbienen-Doppelhaus, ein Hornissennistkasten, Florfliegenquartier - für jedes Insekt gibt es Nisthilfen und Wohnen nach Maß. Richtig schön und einfach zugleich ist die dort gezeigte Variante mit einem schlichten und günstigen Gitterziegel. Dieser lässt sich leicht zu einer Nisthilfe für Wildbienen umbauen. Mit Lehm und Bambusrohrabschnitten wird der Ziegel so präpariert, dass daraus ein brauchbares Heim für die Wildbienen entsteht.

Das dichte Bepacken ist sehr wichtig

Aus einer alten Dose, die oben und unten offen ist, dicht hineingesteckten Bambusstäben und Watte zum Verschließen einer Seite der Stäbe zaubert man kinderleicht eine Insektenvilla. Wichtig ist, dass die Stäbe alle gleich lang sind, sehr dicht aneinander gepresst in die Dose gepackt werden und nicht splittern dürfen, da die Insekten sich sonst ihre Flügel daran kaputt machen. Das dichte Bepacken ist deshalb so wichtig, damit sich nichts löst und herausfällt.

Schilfrohre, Holunderstängel, Holzwolle, dünne Äste, Laub, Stroh, Lehm, Tannenzapfen, Schneckenhäuschen oder Rindenmulch, es gibt so viele Materialien, die als Unterschlupf in Frage kommen.

Und je nach Material, kündigen sich dann auch die verschiedenen Bewohner an. Denn der Marienkäfer und der Ohrwurm mögen die Holzwolle gerne während die Schmetterlinge lieber dünne Äste haben. Die Hummeln haben ebenfalls immer weniger Nistmöglichkeiten und freuen sich natürlich auch über ein Häuschen.

Wer seinen Garten so natürlich wie möglich hält, eine Pflanzenvielfalt und Hecken hat und seine Wiesen wachsen und blühen lässt, bietet Käfern, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten Rückzugsorte und Nahrung.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren