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Gersthofen

14.09.2015

Ein Kraftwerk zeigt sich  in seiner ganzen Pracht

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2 Bilder
Prachtvoller Anblick: Das Gersthofer Wasserkraftwerk
Bild: Marcus Merk

Wie ein Bauwerk das Leben eines ganzen Landstrichs verändert hat

Der Trick funktioniert nach mehr als 100 Jahren noch bestens. Beim Anblick der prächtigen Backsteinfassade des Kraftwerkes am Lechkanal in Gersthofen, sagt ein Besucher sichtlich beeindruckt: „Damals hat man halt auch solche Sachen noch schön gebaut.“ Katrin Holly nennt den Grund: „Man wollte angeben.“ Die Historikerin hat für die Lechwerke die Anfänge des Kraftwerkbaus in der Region erforscht und die liegen in Gersthofen. Das dortige Kraftwerk am Lechkanal liefert seit 1901 bis heute Strom. Fünf Turbinen erzeugen genug Energie für bis zu 15000 Haushalte.

Seit gut zwei Jahrzehnten öffnen einige der 110000 Baudenkmäler in Bayern am Tag des Denkmals ihre Pforten. Gestern waren es im Freistaat an die 800, die ansonsten schwer zugänglich sind. „Handwerk, Technik, Industrie,“ hieß das Motto und das passt aus mehreren Gründen genau auf das Gersthofer Wasserkraftwerk. Denn der Bau, der sich spektakulär über den Lechkanal spannt, hat das Leben eines ganzen Landstrichs verändert.

Entstanden ist er am Ende des 19. Jahrhunderts, um billigen Strom für die Hoechst-Werke in Gersthofen zu liefern. Das Kraftwerk wurde damit zur Keimzelle einer Industrialisierung, wie sie laut Holly in der Geschichte Bayerisch-Schwabens einmalig ist. Der billige Strom lockte Betriebe, die bis heute zu den wichtigsten Arbeitgebern im nördlichen Landkreis zählen: Die Firmen des Industrieparks in Gersthofen, SGL in Meitingen und am Ende auch Lechstahl in Herbertshofen, das Industrieunternehmen mit dem höchsten Stromverbrauch Bayerns.

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Bis 1922 folgten die Kraftwerke in Langweid und Meitingen, alle drei liefern bis heute Strom und viele Anekdoten. Josef Lay kennt viele davon. Gestern erzählte der langjährige LEW-Mitarbeiter von renitenten Bibern, tief fliegenden Polizeihubschraubern und dem, was die Mitarbeiter so alles aus dem Lechkanal fischen: „Zuerst kamen die Schubladen, dann die Türen und am Ende das ganze Wohnzimmer, das jemand in den Kanal geworfen hat.“

Die Besichtigung des Kraftwerks war rasch ausgebucht, es gibt jedoch eine lohnenende Alternative: Das Lechmuseum im Langweider Kraftwerk hat jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet und auf Anfrage auch an anderen Tagen. Seine Architektur ähnelt sehr dem Nachbarn in Gersthofen.

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