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SchäfflertanzSerie 5 und Schluss

05.01.2012

Ein Küsschen in Ehren ...

Bereits 1991 war Oswald Fahrner als Clown beim Schäfflertanz in Dinkelscherben dabei. Mit seiner Erfahrung greift er den Nachwuchs-Spaßvögeln auch 2012 wieder unter die Arme.
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Bereits 1991 war Oswald Fahrner als Clown beim Schäfflertanz in Dinkelscherben dabei. Mit seiner Erfahrung greift er den Nachwuchs-Spaßvögeln auch 2012 wieder unter die Arme.
Bild: Foto: privat

Eine spezielle Gruppe der Teilnehmenden sind die Clowns –

Dinkelscherben Nun steht der große Termin kurz bevor: Morgen ist endlich der offizielle Eröffnungstanz der Schäffler angesetzt, dem ein prall gefülltes Wochenende folgen wird. Sieben Wochen, bis zum Kehraus am Faschingsdienstag, werden Tänzer, Reifenschwinger, Fassklopfer und Clowns unterwegs sein und die bestellten Tänze absolvieren. Jede Familie in Dinkelscherben kann einen solchen Tanz anmelden, meistens schließen sich dafür mehrere Familien zusammen.

160 Tänze stehen in dieser Saison an

So kommen dieses Jahr rund 160 Tänze zusammen. Für die Tänzer kommt so zwar eine gewisse Routine auf, für die sechs Clowns geht es nun aber erst richtig los, die auf dem Fass stehend mit ihren Reden stets für neue Lacher sorgen sollen.

Der Jüngste von ihnen ist der 19-jährige Vitus Aumann, der bei der Generalprobe am Silvestertag als allererstes das Fass besteigen durfte. Was bei Gleichaltrigen wahrscheinlich enormes Lampenfieber hervor gerufen hätte, hat der Abiturient ganz locker gemeistert. Das sieht auch Oswald Fahrner so, der den Schäfflerclowns nun schon zum dritten Mal mit Rat und Tat zur Seite steht. Vor 21 Jahren, also 1991 selbst Clown, kennt Fahrner die Schwierigkeiten dieser Aufgabe. „Einerseits muss der Clown die Masse der Zuschauer jedes Mal aufs Neue begeistern können, aber andererseits darf dabei niemand zu hart angefasst werden.“ Während vergangener Schäfflertänze hatte eine Clownsrede schon die eine oder andere Meinungsverschiedenheit herausgefordert. Als Redner auf dem Fass gehe der Clown damit immer einen kleinen „Drahtseilakt“ ein. Allerdings sind sich Nachwuchsclown und Betreuer einig, dass man als Angesprochener nicht immer alles so ernst nehmen dürfe. „Schließlich ist das ja als Witz gemeint und nicht böse“, so Aumann.

Spenden werden recht nett vergolten

„Wir haben heuer großes Glück, dass alle so engagiert bei der Sache sind“, so Oswald Fahrner. Denn mit den rund 160 Reden, die bis zum Ende der Tanzsaison auf dem Plan stehen, kommt noch einiges an Arbeit auf die jungen Männer zu. „Doch es macht schon jetzt unglaublich Spaß, daran zu arbeiten.“, so Aumann. Er steht als Clown gewissermaßen in einer familiären Pflicht, da außer seinem Vater vor über 40 Jahren noch jeder der drei Brüder als Clown mitgewirkt hat. Dabei hat sich die Tätigkeit selbst eigentlich nicht viel verändert: Neben dem Parodieren von ortsbekannten Gesichtern und Einrichtungen gibt es auch eine schelmische Seite des Clowndaseins.

Mit einer laut scheppernden Blechbüchse ausgerüstet, werden nämlich während der Tanzdarbietung Spenden gesammelt, und zwar in einem raffinierten Tauschgeschäft: Für jede Unterstützung gibt’s als Andenken ein Küsschen, natürlich mit dick rotem Lippenstift. Sollten die Zuschauer einmal nicht im Takt klatschen oder auch zu knauserig sein, haben die Clowns eine besonders gemeine Neckerei auf Lager: die sogenannte „Saublotter“, eine getrocknete Schweineblase, ähnlich einem Luftballon, wird am Ende einer Schnur wie eine Art Peitsche geschwungen und zur Abschreckung verwendet.

In den Anfangsjahren des Schäfflertanzes hatten die Clowns noch ganz andere Aufgaben, wie kleinere Einlagen und akrobatische Kunststücke. Die Tradition der Clownsreden hat sich dagegen erst später entwickelt. Während die Reden dabei früher meist handgeschrieben oder gar improvisiert waren, haben es die jungen Burschen in Zeiten des Internets heute wesentlich leichter. Oder aber auch nicht: „Früher hat in Dinkelscherben einfach jeder jeden gekannt, der Ort war sehr überschaubar.“ Heute dagegen sei es um Einiges komplizierter, an „brisante Informationen“ aus entsprechenden Familien zu kommen. „Uns kommt es zugute, dass wir alle recht gut befreundet sind und uns sehr gut austauschen.“, so Aumann. Die Dinkelscherbener müssen also vorsichtig sein, wo die Clowns in den kommenden Wochen überall ihre Augen und Ohren haben.

Schäfflerclowns 2012: Vitus Aumann, Simon Bessle, Christian Eberhardt, Andreas Kalb, Michael Kalb und Morten Prohm.

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