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Natur

23.04.2020

Ein Lehrbienenstand für das Kloster Holzen

Sie sehen nach dem rechten: Michael Köbinger (links) und Sebastian Girstenbrei vom Imkerverein Ehingen.
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Sie sehen nach dem rechten: Michael Köbinger (links) und Sebastian Girstenbrei vom Imkerverein Ehingen.

Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Imkerverein Ehingen. Davon profitieren unter anderem Schulklassen und Jungimker.

Eigentlich sollte der Lehrbienenstand an der südlichen Klostermauer in Holzen im März offiziell eingeweiht werden. Die Gäste – darunter Bürgermeister, Mitarbeiter und Interessierte aus der Umgebung – waren schon eingeladen. Doch dann kam Corona. Das Virus zwang die Organisatoren, ihre Eröffnung auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Fleißig sind die Bienen im Lehrstand trotzdem schon jetzt. Die ersten Völker konnten bereits einziehen, wie Martin Burkhart berichtet. Der seit Anfang April pensionierte Gesamtleiter des Dominikus-Ringeisen-Werks, das im Kloster Holzen untergebracht ist, hat das Projekt gemeinsam mit dem Imkerverein auf den Weg gebracht.

Standort an der Klostermauer reaktiviert

Als Hintergrund nennt er die 250 Obstbäume, die auf dem Gelände stehen und jährlich mehr werden. Deren Blüten wollen bestäubt werden. Doch die drei Bienenstände des Klosters waren mittlerweile in die Jahre gekommen. „Da kam der Imkerverein mit seiner Idee zum Lehrbienenstand genau zur rechten Zeit“, erzählt Burkhart. Und so reaktivierte man den Standort an der Klostermauer, der warm und sonnig ideal gelegen sei.

Ein Lehrbienenstand für das Kloster Holzen

Im neuen Lehrbienenstand sieht Sebastian Girstenbrei, Vorsitzender des Imkervereins Ehingen, unter anderem eine Anlaufstelle für die Vereinsmitglieder, die über kein eigenes Heim verfügen. „Wir haben aber auch eine Plattform geschaffen, um zukünftige Gäste über die Arbeit der Bienen zu informieren“, so der Vorsitzende.

Glasscheibe trennt Bienenstöcke und Besucherbereich

Der Lehrbienenstand sei nämlich zweigeteilt: Eine Glasscheibe trennt den Bereich mit den Bienenstöcken vom Besucherbereich, der mit Schautafeln ausgestattet ist. Gemeinsam mit Studierenden der Hochschule Augsburg arbeite man derzeit daran, Kameras im Stock und am Flugloch anzubringen. Später soll das Gefilmte dann im Gästeraum und per Livestream auf der Internetseite des Klosters übertragen werden. Auch ein Raum für das Honigschleudern wurde hergerichtet. Den vor Ort erzeugten Honig gibt es im Klosterladen zu kaufen. Insgesamt sei der Lehrbienenstand eine ideale Ergänzung zum Waldlehrpfad und dem Kräutergarten auf der Klosteranlage, wie Sebastian Girstenbrei findet.

Sie sehen nach dem rechten: Michael Köbinger (links) und Sebastian Girstenbrei vom Imkerverein Ehingen.

An den Renovierungsarbeiten beteiligten sich nicht nur der Imkerverein und die klösterliche Werkstatt unter Leitung von Bernhard Christi, sondern auch Praxisklassen der Mittelschule in Meitingen und weitere ehrenamtliche Helfer. In Zukunft sollen nun Schüler „von Aichach bis Wertingen“ durch Lehrveranstaltungen am Bienenstand profitieren, wie Burkhart als ehemaliger Gesamtleiter des Dominikus-Ringeisen-Werks erklärt. Die Weiterführung des Projekts hat er mittlerweile an seinen Nachfolger Arnold Pfeiffer abgegeben.

Verein betreut Jungimker und sucht Interessenten

Aus Sicht der Ehinger Imker soll der Lehrbienenstand auch dazu beitragen, neue Mitglieder zu gewinnen. Der bereits 1888 gegründete Verein sei leider sehr unbekannt, so der Vorsitzende Sebastian Girstenbrei. Trotzdem betreuten die Mitglieder in den letzten Jahren stets zwei Jungimker, die sich – unterstützt von einem „Paten“– bereits um einen eigenen Bienenstock kümmern dürfen.

Jungimker sein – kann das eigentlich jeder? Girstenbrei nennt als Grundvoraussetzung das Interesse am „naturnahen Arbeiten“. Außerdem sollten angehende Imker Bienenstiche vertragen können und bedenken, dass ab und an bis zu 15 Kilogramm schwere „Beuten“ getragen werden müssen. Damit gemeint sind Holzgehäuse in der Größe einer Getränkekiste. Eine solche Beute fasst zehn Bienenwaben.

Doch wie geht es derzeit eigentlich denjenigen, um die sich beim Imkern alles dreht – also den Bienen selbst? Neben der Varroamilbe mache die Faulbrut den Insekten immer wieder Schwierigkeiten, so Sebastian Girstenbrei. Die Faulbrut entstehe unter anderem dadurch, dass schmutzige Honiggläser im Glascontainer landen und der Resthonig dort von den Bienen wieder aufgenommen werde.

Bienenvölker sind gut in den Frühling gestartet

Abgesehen davon seien die Völker nach einem milden Winter wieder gut und zahlreich in den Frühling gestartet. Auch eine längere Trockenperiode sei nicht grundsätzlich ein Problem für die Insekten.

Dennoch benötigen sie viel Wasser für die Brutaufzucht. Wer die Brummer dabei unterstützen will, könne künstliche Wasserstellen anbringen – wichtig dabei seien Zweige als Landehilfe, damit die Bienen nicht ertrinken.

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