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Umbau

21.11.2013

Ein Rohr führt direkt zu den Sternen

Christine Zerbe präsentiert das größte Teleskop in der Sternwarte Diedorf. „Newton“ ist über zwei Meter lang und hat einen Durchmesser von knapp 50 Zentimetern. Damit lassen sich auch weit entfernte Planeten beobachten.
Bild: Marcus Merk

Die Sternwarte Diedorf hat viel Neues zu bieten

Diedorf Der Himmel wird dunkel, immer heller leuchten die Punkte an der Decke. „Hier ist der große Wagen, dort der Polarstern“, sagt Christine Zerbe und zeichnet die Himmelskörper unter der Kuppel mit ihrem Laserpointer nach. Zerbe ist Mitglied der Astronomischen Vereinigung Augsburg, die die Sternwarte in Diedorf betreibt. Endlich kann sie hier im Planetarium wieder astronomische Vorführungen machen – in neuem Ambiente. Die Sternwarte ist modernisiert worden und nun wieder für Besucher geöffnet. Am Samstag können sie sich beim Tag der offenen Tür selbst ein Bild davon machen.

Neu gestaltet ist der Eingangsbereich: An den Wänden hängen Fotos, die die Mitglieder der Vereinigung selbst geschossen haben. Die Sonne etwa ist darauf zu sehen, so stark vergrößert, dass sich Gasbewegungen erkennen lassen. Der Mond, der in der Finsternis von 2007 zum roten „Blutmond“ wurde. Und Andromeda, unsere benachbarte Galaxie. Die Hobbyastronomen haben auch eine große drehbare Sternkarte angebracht, die anzeigt, was sich in der Nacht oben sehen lässt: „Jetzt haben wir schon fast einen Winterhimmel mit Sternbildern wie Orion“, erklärt Zerbe.

Dann steigt sie ein paar Stufen hinauf zur Beobachtungsplattform und fährt mit einem Surren die Decke weg. Auf einmal liegen sie unter freiem Himmel da, die vier Teleskope der Sternwarte. Das größte heißt „Newton“ und ist ein echter Brocken: über zwei Meter lang und fast 50 Zentimeter im Durchmesser. „Kinder müssen auf eine Leiter steigen, um durchsehen zu können“, sagt Zerbe. Daneben stehen drei kleinere Modelle, die alle unterschiedliche Funktionen haben. Es ist auch eines darunter, mit dem Kinder und Jugendliche experimentieren können. Es lässt sich leicht kippen und drehen.

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Die Geräte sind nicht neu. Dafür aber hat die Astronomische Vereinigung hier oben „entrümpelt“, wie Zerbe sagt, neue Möbel angeschafft und die Wände frisch gestrichen. Im Planetarium wurde zudem der Boden neu verlegt. Außerdem hängen nun Infotafeln an den Wänden unter der Kuppel. „Stars und Sternchen der Milchstraße“ steht auf einem geschrieben, „Unser Platz im Universum“ auf einem anderen.

Nötig geworden sei der Umbau aus Brandschutzgründen, sagt Zerbe. „Wir haben Wände versetzt und einen zweiten Fluchtweg geschaffen.“ Die Kosten dafür trug die Gemeinde. Aber auch die Mitglieder der Vereinigung, die die Sternwarte seit 1975 betreibt, steckten viel Arbeit in die Räume. Rund eineinhalb Jahre hat das Ganze gedauert, in den vergangenen zwei Wochen war die Sternwarte geschlossen. Zerbe freut sich über das Ergebnis: Nun können viele Menschen wieder gleichzeitig die Sternwarte besuchen, zuvor war die Zahl auf 25 begrenzt gewesen: „Wir mussten sogar schon mal Leute wegschicken.“

Geplant sind wieder mehr Veranstaltungen, mit denen die Astronomen auch junge Menschen anlocken wollen. Im nächsten Frühjahr kommt mit Ulrich Walter ein ehemaliger Astronaut in die Sternwarte. Und bald soll es ein Treffen geben, um den Kometen Ison ins Teleskop zu bekommen – der fliegt an der Erde vorbei und könnte Ende November gut zu sehen sein. Den Anfang macht der Tag der offenen Tür. "Aufgefallen

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