Newsticker

EU sichert sich bis zu 160 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Ein Sachse zeigt seine Liebe zur Region

Kunstpreis

28.02.2018

Ein Sachse zeigt seine Liebe zur Region

„Fendt Farmer vor dem Einsatz“ – Jan Walter Junghanss hält Szenen aus dem Augsburger Land mit großer Liebe zum Detail fest.
2 Bilder
„Fendt Farmer vor dem Einsatz“ – Jan Walter Junghanss hält Szenen aus dem Augsburger Land mit großer Liebe zum Detail fest.

Der Landkreis zeichnet Jan Walter Junghanss für hingebungsvolle Ölbilder mit Szenen aus dem Augsburger Land aus. Seine Faszination teilt er den Betrachtern durch seine detailreiche Malweise mit

Er stammt aus den neuen Bundesländern und wuchs in Dresden auf. Doch Jan Walter Junghanss hat das Augsburger Land ins Herz geschlossen. Seine Ölbilder halten Momente des Lebens in der Landschaft fest. Jetzt wurde der Maler mit dem Kunstpreis des Landkreises Augsburg 2017 ausgezeichnet. Eine kleine Ausstellung im Foyer des Landratsamts zeigt eine Werkauswahl.

Viele Künstler schaffen ihre Bilder im Atelier, zu vorher gefertigten Skizzen. Der 49-jährige Jan Walter Junghanss jedoch malt mit Staffelei und Ölfarbe genau an der Stelle, wo ihm ein Motiv ins Auge gestochen ist. Seine Aufmerksamkeit erwecken selten spektakuläre Szenen oder Perspektiven, vielmehr hält der Künstler Details aus den Dörfern fest, die vielen Menschen im Alltag verborgen bleiben.

„Ich male meine Bilder in erster Linie für mich selbst und hole mir damit die Motive, die mich draußen auf dem Land beeindrucken, herein in meine Wohnung“, erklärt er seine Arbeitsweise. So steht er mit seiner Malausrüstung bei jedem Wetter mal einsam in der Landschaft, dann wieder an einer dicht befahrenen Straße, im Halbdunkel eines Kuhstalls oder im Hof eines Landwirts.

Um den für ihn richtigen Bildausschnitt zu finden, verwendet Junghanss kleine Motivsucher aus Pappe. Dann folgt eine Vorzeichnung mit verdünnter Ölfarbe auf Leinwand, die farbig ausgearbeitet wird.

„Ölfarbe kann eine ziemlich schmutzige Angelegenheit sein, da die Farbe lange feucht bleibt.“ Wenn es mehrere Stunden geregnet hat, sind die Kisten mit den ölverschmierten Farbtuben, Pinseln und Lumpen voll mit Wasser, an den Schuhen klebt Schlamm und an den Händen Ölfarbe. „Dann fühle ich mich wie das sprichwörtliche ,Malschwein‘“, meint er augenzwinkernd.

Eine Auswahl seiner Bilder zeigt eine kleine Ausstellung anlässlich des Kulturpreises im Foyer des Landratsamtes. Der Betrachter macht eine kleine Reise durch die Jahreszeiten, erlebt verschneite Wiesen oder alte Bauernhäuser und sieht das Kälbchen „Moggele im Stroh“. Dabei stellt der Maler immer wieder auch landwirtschaftliche Geräte, wie einen Schubkarren, oder Traktoren in den Mittelpunkt seiner Arbeiten. Mit dem Blick für den Reiz des oberflächlich Unscheinbaren zieht er den Betrachter in eine Welt, die – noch – vor unserer Haustüre existiert.

Der Sprecher der Kunstpreisjury, Thomas Elsen vom Zentrum für Gegenwartskunst H2 im Augsburger Glaspalast, bezeichnete Junghanss in seiner Laudatio als „Vollblutmaler, der künstlerisch ambitionierte und mit der Region verbundene Kunst schafft“. Auffallend sei, dass es ihm gelinge, in sehr kleinem Bildformat erstaunliche Monumentalität zu gewinnen. „Er nimmt die Landschaft sehr auf – aus den Bildern spricht seine Identifikation mit dem Augsburger Land.“

Landrat Martin Sailer ging auf den Werdegang des 1968 in Döbeln geborenen und in Dresden aufgewachsenen Künstlers ein. Im Jahr 1989 reiste er aus der damaligen DDR aus und zog nach Augsburg. Dort und in Dresden studierte er Kunsterziehung sowie in Hamburg Illustration. Von 2004 bis 2014 war Jan Walter Junghanss freischaffend tätig in Berlin, heute lebt und arbeitet er in Deuringen.

Das Musikerinnentrio Margrit und Stefanie Egge sowie Beatrice Pöhlmann umrahmten die Verleihung. Es hatte aber auch einen persönlichen Bezug: Das Bild „Sommer in Wollishausen“ zeigt das Elternhaus der Familie Egge und weckt Erinnerungen an die Urgroßmutter.

„Umland“ zeigt bis zum Donnerstag, 8. März, Gemälde im Landratsamt Augsburg, Prinzregentenplatz 4. Dazu hat Jan Walter Junghanss einen Katalog herausgebracht, der noch weitere Motive zeigt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren