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Volkstrauertag

19.11.2018

Ein Tag des Gedenkens und der Mahnung

Feierliche Kranzniederlegung in Schwabstadl. Soldaten und Politiker sowie anwesende Reservisten ehrten die gefallenen Kameraden.
Bild: Elmar Knöchel

In Schwabstadl ehren Politiker, Soldaten, Reservisten und mehr als 22 Fahnenabordnungen die Opfer von Krieg und Gewalt

Vertreter aus der Lokalpolitik, Soldaten und Veteranen, sowie über 80 Besucher aus dem Landkreis gedachten in Schwabstadl der Opfer von Krieg und Gewalt. Die zentrale Veranstaltung zum Volkstrauertag wurde von aktiven Soldaten und über 22 Fahnenabordnungen diverser Reservistenverbände gestaltet.

Landrat Martin Sailer verwies in seiner Rede darauf, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, seit nunmehr über 70 Jahren in Frieden und Freiheit zu leben. „Ein kluger Mann habe einmal gesagt: Soldaten brauchen keine Fahnen, sondern unser Gedenken“. Damit stellte er die Gefallenen aus zwei Weltkriegen, ebenso wie die Opfer von Gewalt und Terror, wie auch die Toten die die Bundeswehr in aktuellen Einsätzen zu beklagen habe, in den Mittelpunkt seines Gedenkens. „An diesem Tag erinnern wir uns an die dunkelsten Stunden unserer Geschichte“, so Sailer weiter. Er gedachte der Schrecken, die allen Kriegen innewohnten. „Menschen die Leben wollten, fanden den Tod“. Damit stellte er klar, dass der Sinn dieser Veranstaltung zwar das Gedenken an die Gefallenen sei, aber uns dieser Tag auch als Mahnung dienen solle. Es sei die Pflicht aller, im Gedenken an die tapferen Männer und Frauen, die in kriegerischen Auseinandersetzungen überall auf der Welt ihr Leben ließen, unsere Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Danach ließ die Hauptgefreite Jasmin Granetzki die Zuhörer an ihren Gedanken zum Volkstrauertag teilhaben. Sie erklärte, dass sie sich freiwillig zum Auslandseinsatz gemeldet habe. Dieser beginne im Januar 2019. Natürlich habe sie sich ausführlich darüber Gedanken gemacht, wie es ihr wohl in diesem Einsatz ergehen werde. Wird sie alles heil überstehen? Wird ihre Familie damit zurechtkommen?

Sie habe viel darüber nachgedacht und sich auch in Gesprächen mit Familie und Freunden darauf vorbereitet. „Eine Chance, die im Zweiten Weltkrieg keiner hatte“, so ihre Feststellung. „Es muss sehr schlimm für die Männer gewesen sein, kurz nach ihrer Einberufung und einer kurzen Ausbildung bereits an die Front geschickt zu werden. Ständig zu wissen, dass jeder Tag ihr letzter sein könnte.“ In diese Gefühlswelt könne sich wohl niemand hineinversetzen, der es nicht selbst erlebt habe.

Der katholische Militärseelsorger, Hubert Schuster, stellte sich die Fragen, die sich wohl viele Menschen angesichts der Gewalt und des Terrors stellen: „Was ist das für eine Welt? Warum lässt Gott das alles zu?“ Darauf habe ein ehemaliger KZ-Häftling geantwortet: „Gott ist trotzdem. Wenn wir an Gott zu zweifeln beginnen, dann machen wir Hitlers Job.“ Anschließend schritten die Lokalpolitiker zusammen mit den Abordnungen von Militär und Kriegsgräberfürsorge zur Kranzniederlegung. Mit dem feierlichen Singen der Bayern- und Deutschlandhymne fand die Veranstaltung ihren Abschluss.

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