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Zusmarshausen

28.08.2018

Ein Würzburger liebte die Idylle von Zusmarshausen

Der Zusmarshauser Maler Andreas Decke wählt vor allem die Landschaft um den Ort als Motive.

Der Künstler Andreas Decke aus Zusmarshausen ist ein beharrlicher Maler der schwäbischen Landschaft . Was ihn nach Zusmarshausen verschlagen hat.

Es ist eine Idylle. Etwas, das Natur ebenso wie Natürlichkeit, Wärme, Sommerhitze, ja, ein bisschen stille Altertümlichkeit und Bescheidenheit ausstrahlt: Rund um das kleine Söldenhäuschen, das sich an der Ecke der Kapellenstraße in Zusmarshausen niedrig dahinduckt, blüht und wuchert es spätsommerlich und wild. Hier scheint nichts akkurat gepflegt - trotz aller durchdachten Gartenarbeit - aber alles fruchtbar. Bunte Sommerblumen schmiegen sich an die niedrige Hauswand.

Hier wohnt der Maler Andreas Decke, und natürlich hat er den „vegetativen Raum“ des Gartens auch in Bildern festgehalten. Für Decke ist die Landschaft rund um Zusmarshausen nicht nur der schönste Fleck im Landkreis Augsburg, sondern auch beständiges Thema seiner ruhigen, mitunter durchaus auch aufgewühlten Ölbilder. Ein feinsinniger Beobachter der Natur ist er, der, vor er zum Pinsel oder Stift greift, auch „eine gewisse Zeit braucht, bis ich mich in die Landschaft einfügen kann. Ich kann nicht gleich loslegen.“

Einer, der sich keinen Trends unterwirft

Die kleineren und auch großformatigen Bilder, die Andreas Decke in seinem Atelier, der ehemaligen Garage des Häuschens - erklärt, spiegeln das tiefe Einfühlen in die schwäbische Landschaft wider und gehen über das bloße Abbilden des Beobachteten weit hinaus. „Ich will malen, keine großen Aussagen machen.“ Decke ist einer, der sich treu geblieben ist als Maler, sich keinen Trends unterwirft, die in Galerien gerade gefragt sind. Ein bisschen sperrig, aber authentisch. Kommt das von seinem Werdegang? 1961 in Würzburg geboren, kam er nach dem Zivildienst als Student nach Augsburg, um an der Fachhochschule Gestaltung „Umweltgestaltung und Denkmalpflege“ zu studieren. Das Bewahren liegt ihm also - naturgemäß und von der Ausbildung her. Zunächst arbeitete er freiberuflich, machte in ganz Bayern Aufmaße für historische Gebäude, war viel unterwegs, malte. 1992 heiratete er seine Frau Andrea, die aus Altötting stammt; die Kinder Ludwig und Vera wurden geboren, er brauchte ein Atelier - und fand die renovierungsbedürftige Sölde in Zusmarshausen. Der Boden war nur Erdreich, die Wände feucht. Decke sanierte alles, das meiste eigenhändig. Seitdem wohnt die Familie dort.

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Und der Künstler ist in Zusmarshausen richtig heimisch geworden. Das zeigen nicht nur die Landschaftsbilder aus der Umgebung, die Stilleben und die eigenwilligen bildnerischen Blicke auf (benachbarte) Hausfassaden der 60er Jahre, denen er mit harmonischen Farben eine gewisse Ästhetik abgewinnt.

Seit 1999 ist Andreas Decke auch im Heimatmuseum Zusmarshausen engagiert, arbeitete mit dem damaligen Leiter Jürgen Schmid zusammen, organisierte Künstler-Ausstellungen und „übernahm das Praktische“.

Einige Bewohner waren noch nie im Heimatmuseum

Seit Schmids Abschied leitet Andreas Decke das Heimatmuseum, ehrenamtlich natürlich. Unter anderem organisierte er, zusammen mit dem Lehrer Hans-Peter Englbrecht und Maximilian Czysz, Redakteur der Augsburger Allgemeinen, die Sonderausstellung „Geheimwaffe Kuno II“. Im Museum gestaltete Decke auch Objekte. Dass es immer noch Zusmarshauser gibt, die noch nie im Heimatmuseum waren, bedauert Andreas Decke.

Aber er sieht es mit der ihm eigenen Gelassenheit, mit der er auch die Unsicherheiten der Freiberuflichkeit erträgt: Man brauche ein gewisses Grundvertrauen. Da sich Kunst immer schlechter verkaufen lässt, arbeitet Decke seit 2007 immer wieder als Kunstlehrer an verschiedenen Schulen, soweit das möglich ist. Nebenbei spielt er freizeitmäßig E-Bass in einer Band, nur für den Privatgebrauch. Seit Jahrzehnten gehört der Maler dem BBK an, machte immer wieder mal Ausstellungen, manche, wie die 2007 in Oberschönenfeld, mit gutem Verkaufserfolg. 2007 erhielt er auch den Kunstpreis des Landkreises Augsburg, 2010 den der Stadt Krumbach und 2012 den Magnus Remy Preis, Irsee.

Heuer hat Decke im Sommer Landschaften im Rathaus Neusäß ausgestellt, es war die erste Schau seit sechs Jahren. Er ist keiner, der sich vordrängt. Was ist seine Lebensphilosophie? „Vieles passiert, man bekommt eine Aufgabe, es geht einfach los....“

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