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Horgau-Auerbach

30.12.2017

Ein bisschen Orient in Auerbach

Orient statt Alpenland: Andreas Bock hat zusammen mit seiner achtjährigen Tochter Melissa eine orientalische Krippe gebaut. Insgesamt drei Jahre lang haben sie an ihr gearbeitet und bis ins kleinste Details selbst Hand angelegt.
Bild: Andreas Lode

Andreas Bock hat ein Auge für Details. Seine orientalische Krippe in Eigenbau ist nach drei Jahren fertiggestellt. Für nächstes Weihnachten hat der 48-Jährige schon weitere Pläne.

Große Palmen ragen aus dem trockenen Boden, auf einem Kiesweg trampelt ein beladener Elefant und ganz hinten im Eck flackert in einem Stall vor den Toren der Stadt eine verschnörkelte Lampe: Nur wenig erinnert auf den ersten Blick an eine in der Region gewohnte alpenländische Weihnachtskrippe. Das soll auch so sein, wie Andreas Bock aus Auerbach erklärt: „Gebaut habe ich eine orientalische Krippe, die wesentlich seltener zu sehen sind. Obwohl sie dem Original wie in der Bibel beschrieben viel näher kommt als andere Varianten.“

Selbst die kleinen Türen sind selbstgemacht

Drei Jahre lang hat der 48-Jährige zusammen mit seiner Tochter Melissa geplant, gesägt, gefeilt. Für Bock ist der Krippenbau mehr als ein zeitintensives Hobby, das immer pünktlich zum ersten Advent erwacht. Schon sein Opa gestaltete eine Krippe inklusive alter Stadtmauer aus Holz. „Mein Vater hat die Leidenschaft von ihm übernommen und mehrere Krippen gebaut“, sagt Bock. „Und mir macht es auch schon viel Spaß zu helfen“, wirft die achtjährige Melissa ein.

Auf fast zweieinhalb Quadratmeter breitet sich der Eigenbau im heimischen Wohnzimmer aus. „Dass die Krippe mal hier im Eck stehen wird, stand von Anfang an fest“, erklärt der Hobbybastler. Aus Styrodur und Styropor schnitzte er die Stadtmauer, sechs Gebäude, etliche Treppen, Türen und Tore. „Die Häuser habe ich richtig verputzt“, berichtet er. Die Materialien für Brücken und Dächer hat er aus der Natur: „Selbst wenn ich unter dem Jahr einen Spaziergang durch den Wald mache, halte ich die Augen offen. Sehe ich ein kleines Stück Holz, überlege ich sofort, wofür ich es verwenden könnte.“

Der Aufbau der Krippe folge einer strikten Logik. „Arrangiert ist alles in Szenen. Ganz links etwa fängt es mit der Verkündung der frohen Botschaft durch den Engel Gabriel an.“ Die Liebe für das Detail ist groß, so stehen etwa die Figuren dieser Szene auf einem selbstgewebten orientalischen Mini-Teppich. Inspiration für seine Bastelarbeit findet Bock unter anderem bei diversen ausgestellten Krippen. „Zum Beispiel in Steppach in der Kirche steht eine schöne“, sagt er.

Glück bringt ihm passende Figuren

Schwierig sei es gewesen die passenden Figuren zu finden. Auf ein Inserat habe sich aber glücklicherweise eine Seniorin aus Baden-Baden gemeldet, die ihren Bestand auflösen musste. „Sie zog ins betreute Wohnen und hatte keinen Platz mehr dafür“, erklärt der 48-Jährige. Froh sei sie gewesen, dass die Figuren in gute Hände kommen und nicht in Kartons verschwinden.

Obwohl sein Projekt eigentlich fertig sei, plant Bock schon weiter: „Für den Hintergrund möchte ich ein Bild mit angedeuteter Stadt.“ Zwar lasse er sich von einem künstlerisch begabten Freund helfen, malen werde er es dann aber selbst. „Darauf bestehe ich“, sagt er und lacht. Noch ist sein Werk nur im Privaten zu sehen, einer öffentlichen Ausstellung sei er nicht abgeneigt: „Das Problem ist nur, dass die Krippe dann nicht mehr hier steht und wir wenig von ihr haben werden.“

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