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Allmannshofen-Holzen

11.02.2018

Ein buntes Disney-Schloss auf Rädern

Da strahlt die Maus inmitten von Konfetti: Der Faschingshaufen Holzen ist mit einem peppigen Wagen im Disney-Design unterwegs.
Bild: Marcus Merk

Warum in Faschingwagen keine Zapfanlage verbaut sein darf. Eine Gruppe aus Holzen zeigt das Innere ihres Gefährts.

Insgesamt siebenmal werden die Micky- und Minnie-Mäuse aus Holzen in dieser Saison in ihrem fahrbaren Disney-Schloss unterwegs sein – der Fasching ist kurz, der Zeitplan voll. Der Faschingshaufen Holzen zeigt, was zum Interieur ihres ersten bunten Gemeinschaftswerkes gehört.

Den Bau des Wagens angezettelt hat Familie Nömer aus Holzen, vorneweg Sohn Tobias Nömer. Vor zwei Jahren kaufte sich der 20-Jährige seinen Bulldog, der nun bei sämtlichen Umzügen in der Gegend den Holzener Faschingswagen zieht. „Am liebsten fahre ich selbst und vertraue mein Fahrzeug keinem sonst an. Nur bei zwei Umzügen darf mein Vater fahren“, sagt er und schmunzelt. Vater Elmar Nömer ist seit der anfänglichen Planung mit von der Partie. Er erklärt: „Ich habe mit meinen Spezl auch schon einen Faschingswagen gebaut, das war vor über zehn Jahren. Schon damals waren die Auflagen streng, doch das wird immer schlimmer.“

Auflagen werden vom Landkreis vorgegeben

Anhand des eigenen Fuhrwerks mit Disney-Motto zeigt Tobias Nömer auf, was für eine Teilnahmeberechtigung bei den Umzügen beachtet werden muss. Die Auflagen werden vom Landkreis vorgegeben und von den jeweiligen Umzügen konkretisiert: „Die Aufbauten der Wagen dürfen nicht mehr als vier Meter hoch und 2,55 Meter breit sein. Die Brüstungshöhe muss einen Meter betragen, damit niemand abstürzen kann. Das Gefährt muss dann vom TÜV abgemessen werden.“ Abgesehen davon sei vorgeschrieben, dass die Lautsprecher in das Innere des Wagens gerichtet sein müssen und eine Zapfanlage für Getränke nicht verbaut sein darf. Auch Glasflaschen dürfen nicht mitgeführt werden. „Deswegen haben wir Bierfässer auf unserem Wagen, Plastikflaschen und -becher“, fügt Tobias Riemer an. Auch er war als Schriftführer bei Planung und Bau mit dabei.

Nachdem es beim Gaudiwurm in Donauwörth zu einem Unfall mit ausgebranntem Faschingswagen kam, gibt es weitere Vorschriften. „Eine Löschdecke und ein vom TÜV geprüfter Feuerlöscher müssen nun auch mit an Bord sein“, schildert Elmar Nömer. Damit es zu keinen Schwierigkeiten mit dem Stromaggregat kommen kann, hat der Faschingshaufen Holzen weitere Vorkehrungen getroffen, wie Tobias Nömer erklärt: „Das Aggregat haben wir nicht im Anhänger verbaut, sondern vorne auf dem Bulldog. Außerdem tanken wir nur im Stillstand, wenn alles gut abgekühlt ist.“ Bei Licht- und Tonanlagen sei prinzipiell alles erlaubt, erklärt Tobias Nömers Bruder Daniel. Auch eine Nebelmaschine befindet sich im beweglichen Schloss der Holzener.

Während der Veranstaltung nüchtern bleiben

Weiterhin notwendig sind neben dem Fahrer eine volljährige Aufsichtsperson und je nach Umzug vier bis sechs Begleitpersonen, die in Warnwesten neben dem Wagen herlaufen und während der Veranstaltung nüchtern bleiben. „Dabei geht es darum, dass gerade die Kinder nicht zu nahe an das Fahrzeug kommen, wenn sie Süßigkeiten aufsammeln“, beschreibt Elmar Nömer. „Die Unterseite des Hängers darf nicht mehr als 25 Zentimeter vom Boden entfernt sein, damit niemand darunter eingequetscht werden kann.“

Bevor es mit Planung und Arbeit losgehen konnte, mussten erst einmal die Sponsoren und ein Motto gefunden werden. An sechs Samstagen wurde dann der Wagen aufgebaut, es folgten Feinarbeiten wie das Malen. Kostüme wurden besorgt und bedruckt.

Bei den Umzügen – unter anderem in Bäumenheim, Lauingen und Oberndorf – haben jeweils um die 30 Micky- und Minnie-Mäuse Platz, um im Holzener Disney-Schloss mitzufeiern.

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