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Ellgau

24.10.2016

Ein frech-witziger Auftakt für die neue Kuturreihe

Andrea Geis alias „Rose Neu“ begeisterte ihr Publikum zum Auftakt von „Kultur in Ellgau“ mit stimmgewaltigen Chansons, mit frechen Liedern und mit ihrem schauspielerischen Talent.
Bild: Rosmarie Gumpp

Am Wochenende gab es eine besondere Premiere im großen Saal des Ortes. Wie „Rose Neu“ auch mit schrägen Liedern überzeugte

Es war ein gelungener Auftakt für das Projekt „Kultur in Ellgau“. Christine Gumpp, die sich mit einem Team um die Veranstaltungen kümmert, freute sich über die große Resonanz. Der Saal im Gasthaus „Zum Floß“ war voll besetzt.

Gumpp erinnerte in ihrer Ansprache an den zehnten Jahrestag der gelungenen Renovierung des großen Saales in der Ellgauer Gaststätte. Dazu begrüßte sie auch Martin Oefele, der damals zusammen mit seiner Tochter Susanne Oefele die Regie für den Umbau übernommen hatte. Eine kleine Ausstellung erinnerte an die Renovierungsphase.

„Kultur in Ellgau“ wurde mit einem Auftritt der Augsburger Kabarettistin Andrea Geis alias „Rose Neu“ und ihrem Programm „Ich bin anders“ eröffnet. Ein wenig exaltiert wirkt die Künstlerin, wenn sie sich im auffälligen rotschwarzen Kleid mit „Ich bin ihre Neurose“ vorstellt. Den kurzweiligen Abend gestaltete die Künstlerin mit einer eigenwilligen Mischung von schrägen Liedern und Texten, leidenschaftlich vorgetragenen Chansons des französischen Weltstars Edith Piaf sowie launigen Kabarettnummern. „Rose Neu“ verfügt über einen erstaunlichen Stimmumfang und begleitet sich selbst auf dem Akkordeon oder der Gitarre. „Ich bin das Dessert - nach 16 Gängen“, so die 1964 im Steigerwald geborene Sängerin.

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Sie gestaltet ihr Programm nicht nur mit Liedern, sondern auch mit Texten. Sie spürt dabei Neurosen auf, die beispielsweise in einem aufgedonnerten Schneewittchen Ausdruck fanden oder in einer um ihren Hamster Eberhard trauernden Witwe. Die Wahl-Augsburgerin Andrea Geis trat anfangs im Duo mit Ulla Meyer als „Neuros´n“ auf. Als „Rose Neu“ steht die Künstlerin, die auch als Musiktherapeutin arbeitet, allein auf der Bühne und bot ein Programm voller skurriler Typen, die ebenso liebenswert wie durchgeknallt waren.

Berührungsängste mit dem Publikum scheint die Künstlerin nicht zu haben. Sie befragt die Besucher nach ihrer Stimmung, um schließlich auf dem Schoß eines Besuchers zu landen und diesen zum Liedtext „Keiner riecht wie du“ zu beschnüffeln. „Rose Neu“ brilliert mit exzellenter Gestik und Mimik, verkleidet sich, singt, tanzt und musiziert. Frauenthemen wie Hitzewallungen („Ich bin die Wallküre von Augsburg“) und schwindendes Bindegewebe („Biokost kommt mir nicht ins Haus - eine Frau wie ich braucht alle Konservierungsstoffe, die sie kriegen kann“) werden ebenso selbstironisch behandelt wie beispielsweise auch Schönheitsoperationen („Wer schön sein will, muss leiden - ich lass mich gern zerschneiden“).

Auch dem deutschen Schlager gönnt die Künstlerin eine satirische Würdigung und verpasst so dem „Zigeunerjungen“ der Sängerin Alexandra einen frechen neuen Text. Beim Trude-Herr-Gassenhauer „Ich will keine Schokolade“ zeigt die Sängerin, dass sie auch Soul im Blut hat.

Am Ende des Abends wird die Künstlerin vom begeisterten Publikum gleich viermal auf die Bühne gebeten. Mit dem Titel „Mein allerletztes Fest“ verabschiedet sich die Künstlerin von ihrem begeistert mitgehenden Publikum, das einen bemerkenswert anderen Kabarett-Abend erleben durfte. Christine Gumpp und ihr Team planen bereits ein weiteres Event für „Kultur in Ellgau“.

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