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Neuburg/Osaka

27.06.2019

Ein gebürtiger Meitinger vertritt Deutschland als Koch

So lässt es sich aushalten: Max Sparhuber kann während der Arbeit in Japan direkt aufs Meer blicken. Derzeit vertritt er Deutschland am Rande des G-20-Gipfels in Osaka. Zusammen mit 19 Kollegen duellierte er sich in Koch-Wettkämpfen.
Bild: Sparhuber

Max Sparhuber leitet die Küche der Maschinenringe in Neuburg. Derzeit kocht er am Rande des G-20-Gipfels in Japan und serviert  geschmortes Wagyu-Rind.

Das Augenmerk richtet sich am Wochenende auf das japanische Osaka, wenn sich die mächtigsten Politiker der Welt zum G-20-Gipfel treffen. Schon einige Tage zuvor begleitet ein japanisches Fernsehteam einen jungen Koch bei jedem Handgriff und drehen eine Dokumentation. Der junge Mann ist Max Sparhuber. Der gebürtige Meitinger ist bei der Neuburger Integra angestellt und leitet die Küche der Maschinenringe. Derzeit befindet er sich zusammen mit 19 anderen Köchen in Japan und repräsentiert Deutschland als Mitgliedsstaat der G20.

Landestypisches wird mit Lokalem verbunden

In diesem Jahr steht der Gipfel unter dem Motto „Ernährung“. Dementsprechend kochen Sparhuber und seine 19 Kollegen am Rande des politischen Großereignisses, um landestypische mit lokalen Speisen zu verbinden und sich in Wettbewerben zu duellieren. Der Küchenchef hat sich dabei ein ganz spezielles Menü überlegt: „Es gab geschmorten Biergockel mit Krautkrapfen und Petersilienschaum.“ Bayern trifft Japan. Zwar kocht Sparhuber nicht für Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Donald Trump, politische Größen schauten dennoch bereits in der Küche vorbei: „Der japanische Außenminister war zum Beispiel da. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, hierherzukommen“, sagt er im Videotelefonat mit der Redaktion.

Dass er – mit gerade einmal 25 Jahren der jüngste Teilnehmer – überhaupt Deutschland am Rand des G-20-Gipfels repräsentiert, kam überraschend, wie er zugibt. Der Kontakt entstand über Yuan Ching Hu, den Vorsitzenden der chinesischen Gastrobetriebe in Deutschland. „Erst wollten wir meinen Kollegen schicken, denn ich bin ja eigentlich gar kein Koch. Es hat viel Überredungsarbeit meiner Eltern gebraucht.“ Denn eigentlich ist Sparhuber hauswirtschaftlicher Betriebsleiter bei der Integra.

Ein gebürtiger Meitinger vertritt Deutschland als Koch

„Er wird bestimmt noch einmal besonders geehrt“

Sein Arbeitgeber ist indes stolz auf den 25-Jährigen: „Er wird bestimmt noch einmal besonders geehrt“, erklärt Geschäftsführerin Marianne Schlamp. Wie gut die Kantine der Maschinenringe ist, zeigte sich erst kürzlich wieder, als sie von Kritikern bestmöglich bewertet wurde.

Für Sparhuber stand am Donnerstag der nächste Großeinsatz auf dem Programm: Zusammen mit 15 weiteren Kollegen bereitete er das Menü für das Bankett mit 300 geladenen Gästen zu. Dort konnte jeder Koch noch einmal zeigen, was er kann. Sparhuber kredenzte ein Perlgraupenrisotto mit geschmortem Wagyu-Rind und einem Erdbeerpfeffersalat. Das Bankett fand übrigens – typisch japanisch – im Hello-Kitty-Smile-Restaurant direkt am Meer statt.

Sparhuber zeigt sich am Telefon auch begeistert vom Gastgeberland: „Ich war nach dem Hinflug ziemlich fertig, aber es sind alle sehr zuvorkommend. Man kommt mit den anderen Köchen ins Gespräch, jeder lernt von jedem.“ Beeindruckt sei er auch von den Toiletten gewesen, erklärt er scherzend: „Da spielt Musik und die Spülung – alles sehr beruhigend.“

Wann kommt das eigene Lokal?

Wenn die politischen Größen am Freitag zusammenkommen, geht es für den Küchenchef inklusive Auszeichnung wieder zurück nach Deutschland. Mit im Gepäck hat er auch einen Wunsch. Denn wer mit 25 schon zu den vielversprechendsten Köchen Deutschlands zählt, will der nicht irgendwann sein eigenes Lokal? „Der Traum war natürlich immer da, aber im Moment bin ich glücklich bei den Maschinenringen und schaue von Monat zu Monat.“ Auch Schlamp würde ihn gerne so lange wie möglich behalten: „Bei uns herrscht ein tolles Betriebsklima, er versteht sich bestens mit seinen Kollegen und kann – denke ich – noch sehr viel lernen.“ Vielleicht kocht er dann eines Tages ja wirklich für den nächsten deutschen Regierungschef.

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