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Travestieshow

09.02.2015

Ein zarter Hauch von Hinterzimmer

Madame Divot begeisterte mit frechem Charme und neckischen Kostümen.
Bild: Thomas Hack

Kontrastprogramm im Bürgersaal belebt die Sinne

Blutrote Rosenarrangements, goldene Tafelleuchter, glitzernde Ballkleider – der Stadtberger Bürgersaal zeigte sich diesmal als ein burleskes Kabinett der Sinne: Das Restaurant Hopfengarten hat zu einem eleganten Galadinner im stilvollen Ambiente eingeladen und die kulinarischen Tafelfreuden mit einer frech-frivolen Travestieshow verbunden.

Bereits die liebevollen Dekorationen ließen die besondere Note des fünfstündigen Abends erahnen: Nicht grelle Scheinwerfer erhellten den Saal, sondern Dutzende von Kerzen, die zwischen funkelnden Glitzersteinchen eine angenehm schummrige Atmosphäre verbreiteten.

Die Augsburger Bühnenkünstler Madame Divot und Miss Daisy entführten schließlich mit pikantem Witz, frechem Charme und burlesker Eleganz in eine glamouröse Welt des Entertainments, wobei die Darbietungen einen eleganten Weg zwischen verträumt und verrucht gefunden haben.

Mit kraftvollen Stimmen wurde von den beiden „Damen“ ein schillerndes Varieté im Stile von Las Vegas dargeboten, welches sich (nicht nur) um die kleinen Geheimnisse des kleinen Unterschiedes drehte: Madame Divot tauchte in neckischer Manier ein in die bizarre Welt des Bühnenlebens, spielte mit der Kunst der Verführungen und schien letztendlich die unerklärliche Faszination der Travestie selbst nicht ganz bitterernst zu nehmen („Ich bin nur ein Schwindel“).

Schlüpfrige Interaktionen mit dem Publikum, bitterböses Kabarett und ein herrliches Spiel mit Posen und Possen gaben der Bühnenshow eine rundum professionelle Note. Als wahre Augenweide zeigten sich hierbei vor allem die Kostüme, die sich mal mit ausladendem Federschmuck in Szene setzten, dann wieder als knappes Lederarrangement à la Lady Gaga die Sinne erfreuten.

Doch auch Madame Divots Partnerin Miss Daisy brillierte mit einer herausragenden Bühnenpräsenz: In ihren sinnlich-verruchten Gesangsdarbietungen folgte sie den Spuren Marlene Dietrichs oder interpretierte die innere Zerrissenheit einer Hildegard Knef in einem ganz eigenen Stil.

Passend zu dieser ungewöhnlichen Show war das kulinarische Kerzendinner arrangiert. Am Ende erhielten sowohl die Bühnenkünstler als auch die Küchenchefs ihren wohlverdienten Applaus und jeder Besucher konnte letztendlich seine eigenen Eindrücke mit nach Hause nehmen: ein wenig Broadway, ein Hauch von Hinterzimmerflair und ein kleines bisschen romantische Traumschiff-Atmosphäre.

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