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Dinkelscherben

11.09.2019

Eine Dinkelscherberin zwischen Fitness, Uni und Instagram

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Knapp 16.000 Menschen verfolgen Ida Kraus auf Instagram. Dort teilt die 24-Jährige ihren Alltag zwischen Studium und Fitnessstudio - und macht regelmäßig Werbung.
Bild: Idakrus

Plus Knapp 16.000 Menschen verfolgen Ida Kraus auf Instagram. Dort teilt die 24-Jährige den Alltag zwischen Studium und Fitnessstudio – doch eines ist für sie tabu.

Knapp 16.000 Menschen folgen dem Instagram-Account von Ida Kraus. Wer will, bekommt Einblick in das Leben der 24-Jährigen, irgendwo zwischen Fitnessstudio und Hörsaal. Über 800 Fotos finden sich auf ihrem Profil.

„Ich möchte aus jedem Tag möglichst viel herausholen“, sagt Ida Kraus zielstrebig. Von der Uni aus spurtet sie häufig direkt weiter ins Fitnessstudio. „Oft bin ich tagsüber nur eine halbe Stunde zu Hause, um Taschen zu wechseln“, sagt die 24-jährige Jurastudentin.

Bei Instagram nennt sich die ehemalige Dinkelscherberin „idakrus“. Als sie vor einigen Jahren ihr Profil erstellte, war das noch privat. „Ich habe nicht geplant, einmal eine solche Reichweite zu haben“, erzählt die Blondine, deren Follower-Zahlen stetig steigen.

Sie wurde prompt deutsche Junioren-Vizemeisterin

Doch dann startete Ida im Herbst 2015 in ihre erste Bodybuilding-Saison in der Bikiniklasse – und wurde prompt deutsche Junioren-Vizemeisterin. Ihr bisher größter Erfolg als Wettkampfathletin beim Deutschen Bodybuilding- und Fitness-Verband (dbfv): Im Herbst 2018 wurde die 24-Jährige bayerische Vizemeisterin und Dritte bei den deutschen Meisterschaften.

Um sich selbst und andere zu motivieren, teilte sie ihre Erfolge immer häufiger auf Instagram – und die Zahl der Abonnenten nahm zu. Mehr und mehr Menschen wollen sehen, was Ida über ihr Leben zwischen „Gym und Uni“ im Internet teilt. Dabei hat sie bemerkt: „Je aktiver ich auf Instagram bin, desto mehr Menschen folgen mir.“ Immer wieder sind es andere Facetten, die auf Idas Profil zu sehen sind: Während der Prüfungsphase sind es Fotos am Schreibtisch, an anderen Tagen zeigt sich die Sportlerin im Fitnessstudio.

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Fehler, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, aber ihr nicht machen müsst - Teil I . ▶zu viel Cardio. Macht man im Gym schon täglich Cardio, fährt man die Alltagsaktivität unterbewusst runter. Am Ende des Tages hat man weniger verbrannt als ohne die „effektive Cardioeinheit“ und fühlt sich den Tag über schlapp. Macht keinen Spaß. Und keinen Sinn.♀ Das Krafttraining leidet in der Regel auch darunter. . ▶Ausrasten, wenn die Waage am nächsten Tag mal 1-2 kg mehr anzeigt. Kein Cheatmeal der Welt kann 1-2 kg Fett über Nacht aufbauen. Genau 7000 kcal Überschuss sind notwendig, um 1 kg Körperfett aufzubauen. Das gleiche gilt für das Defizit beim Abnehmen. Schwankungen über Nacht stehen dementsprechend nur mit dem Wasserhaushalt oder Mageninhalt in Verbindung. Also Geduld haben, Ruhe bewahren und keine Kurzschlussreaktionen . . ▶bestimmte Lebensmittel verteufeln. In bestimmten Maßen ist alles völlig in Ordnung und fällt nicht ins Gewicht (Stichwort 7000 kcal). Genauso egal ist es ob du dir den Pott Ben and Jerrys mal mittags oder abends gönnst. Die Kalorien bleiben ja gleich hoch. . . -Fortsetzung folgt-

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Selbst, wenn der Lernstress gerade groß ist, macht Ida sechsmal in der Woche Sport. „Wenn ich tagsüber lerne, freue ich mich abends am meisten aufs Training“, schwärmt die junge Frau. Dafür sitze sie lieber eine Stunde weniger vor dem Fernseher. „Für mich ist das ein guter Ausgleich und keine Belastung.“

Leben kann sie davon aber noch nicht

Durch ihre Reichweite auf Instagram bekommt Ida immer wieder Angebote für verschiedenste Kooperationen. Unternehmen wollen, dass die Studentin auf ihrem Profil für Fitnessbekleidung, Nahrungsergänzungsmittel für Sportler oder für Kosmetik-Produkte wirbt. Doch auch wenn die Kooperationen viele Vorteile mit sich bringen, kann sie nicht davon leben. Vor einer solchen Kooperation werde vorher klar geregelt, wie Ida die Produkte präsentiert. Sie erklärt: „Es gibt oft ganz genaue Anweisungen von der Verlinkung der Marke bis hin zur Länge der Videos in meiner Story.“ Die Produkte, die Ida für ihre Werbung zugeschickt bekommt, darf sie behalten. Trotzdem lehnt die Augsburgerin etwa 80 Prozent aller Anfragen ab: „Ich werbe nur für Produkte, die ich kenne, die ich selbst nutze und von denen ich überzeugt bin.“

Knapp 16.000 Menschen verfolgen Ida Kraus auf Instagram. Dort teilt die 24-Jährige ihren Alltag zwischen Studium und Fitnessstudio - und macht regelmäßig Werbung.
Bild: Idakrus

Alles in allem würde sich die 24-Jährige nicht als klassische „Influencerin“ bezeichnen. „Ich versuche, auf meinem Profil authentisch und nicht gestellt rüberzukommen. Oft sind meine Beiträge spontan und lustig, da nehme ich mich nicht zu ernst.“ Ihre Reichweite und auch ihre Erfolge im Sport genießt Ida mit Vorsicht: „Ich kann und will nicht davon leben, für mich ist das eher ein Hobby. Man sollte immer realistisch bleiben.“ Deshalb steht bei Ida stets ihr Studium an oberster Stelle, den Blick auf ihre berufliche Zukunft gerichtet.

Fotos im Bikini haben einen sportlichen Bezug

Positives Feedback zu Idas Hobby kommt auch von Freunden und Familie. Die Sportlerin erzählt: „Meine Mutter unterstützt mich in dem, was ich mache. Doch sie erinnert mich immer daran, vorsichtig mit dem zu sein, was ich preisgebe und teile.“ Fotos in Unterwäsche sieht Ida für sich selbst als tabu. Die Sportlerin unterscheidet dabei klar zwischen Fotos im Bikini, die sie im Wettkampf trägt und die einen „sportlichen Bezug“ haben.

Knapp 16.000 Menschen verfolgen Ida Kraus auf Instagram. Dort teilt die 24-Jährige ihren Alltag zwischen Studium und Fitnessstudio - und macht regelmäßig Werbung.
Bild: Idakrus

Seit etwa vier Jahren lebt Ida in Augsburg und teilt sich eine WG mit vier anderen Studentinnen. Sie ist glücklich: „Wir sind alle sehr gute Freundinnen geworden. Das ist keine reine Zweckgemeinschaft.“ Trotzdem fährt die Athletin noch mindestens einmal in der Woche mit dem Zug nach Dinkelscherben, um ihre Oma zu besuchen. „Wir haben einen sehr engen Bezug zueinander“, erzählt Ida. Ob zu Hause wohl viele Menschen von ihrer Reichweite wissen? „Das kann ich sehr schwer einschätzen“, meint die 24-Jährige. „Ich mache mir darüber auch nicht so viele Gedanken.“

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