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Adelsried

03.10.2019

Eine Frau geht barfuß durchs Leben

Die Heilpraktikerin Adele Reitmayer verzichtet seit vier Jahren auf Schuhe und läuft das ganze Jahre über barfuß.  
Bild: Marcus Merk

 Der Weg war am Anfang schmerzhaft. Doch jetzt verzichtet Adele Reitmayer das ganze Jahr über auf Schuhe und fühlt sich damit richtig gut.

Seit nunmehr vier Jahren ist Adele Reitmayer ohne Schuhe unterwegs. Egal ob im Sommer oder im Winter, gleichgültig, ob die Sonne scheint oder es schneit. Von einem Tag auf den anderen hat sie ihre Schuhe ausgezogen, um fortan barfuß durch die Welt zu gehen. Doch wie kam es dazu?

Im Bioladen Adelsried, in dem die gebürtige Augsburgerin gearbeitet hatte, kam eines Tages im Februar eine Kundin zu ihr, die nur Flip-Flops trug. „Es waren Barfußschuhe“, sagte sie. Und plötzlich hatte auch sie die Lust verspürt, auszuprobieren, wie es sich anfühlt.

Das erste Jahr war für Adele Reitmayer sehr schmerzhaft. In den Situationen, wo sie sich verletzt hatte, war sie verärgert. Eine größere Wunde hatte sie am Fußballen. Heute kann sie darüber lachen. Sie sieht das Barfußlaufen als eine seelisch-geistige Entwicklung an. „Barfuß fühlt sich der ganze Körper wieder verbunden.“ Früher hatte sie Knieschmerzen und ständig kalte Füße.

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Füße sind besser durchblutet

Doch weil sie ihre Füße nicht mehr in Schuhe sperrt, sind sie viel beweglicher und viel besser durchblutet, sagt die Heilpraktikerin für Psychotherapie. Abgesehen davon könnten sich ohne Schuhe weder Fußpilz noch stinkender Fußschweiß entwickeln. Durch das Barfußlaufen hat sie sich wieder den Ballengang angewöhnt. Das ist der Gang, mit dem kleine Kinder gehen. Sie treten nicht mit der Ferse, sondern mit dem ganzen Fuß auf, wobei der Vorderfuß zuerst den Boden berührt.

Oft werde sie heute noch angesprochen, ob sie denn keine Erkältung und Blasenentzündung bekäme. „Eine Blasenentzündung hat etwas mit Bakterien und nichts mit kalten Füßen zu tun“, sagt sie. „Es ist wichtig, sofort nachzusehen, wenn etwas schmerzt.“ Und wie ist es mit der Hygiene? Darüber lacht Adele Reitmayer. Sie sagt, sie sei in den vier Jahren noch nie in Hundekacke getreten. „Die Leute reinigen, wenn sie heimkommen, ihre Schuhe, ich wasche meine Füße.“

Ob sie auch mal Schuhe trage? Natürlich, sagt sie. „Bei der Hochzeit meines Sohnes habe ich Schuhe getragen. Wäre ich ohne Schuhe gekommen, hätte ich die Aufmerksamkeit von ihm abgelenkt. Es waren elegante Barfußschuhe, die sie zu diesem Anlass getragen hat. „Ja, die gibt es auch“, sagt sie. „Die haben eine vier Millimeter dünne Sohle mit Bändern.“

Die fröhliche Heilpraktikerin für Psychotherapie kann nur allen raten, öfter barfuß zu gehen oder auch Minimalschuhe mit beweglicher Sohle zu nutzen. „Der Körper wird es ihnen danken.“

Die Praxis liegt in Welden

Seit 2015 hat sie eine Praxis in Welden. Ihr Fachgebiet ist die therapeutische Hypnose, eine Art Traumreise in einem vertrauensvollen Rahmen. Sie arbeitet mit Menschen, die in Beziehungs- oder Lebenskrisen stehen. Ihre Klienten sollen den Weg zu einem glücklichen, fröhlichen und freien Leben wiederfinden, sagt Adele Reitmayer. Sie arbeitet mit Menschen, die unter anderem an Angst- und Schlafstörungen leiden. Sie versucht zu helfen beim Abnehmen, bei Magersucht und auch bei Abhängigkeiten wie Nikotin oder Alkohol. „Es gibt Situationen, die mit Verstand alleine nicht zu lösen sind. Das Gewissen muss mit dem Gefühl zusammenkommen“, erklärt die 56- Jährige. Sie bietet auch eine Pferdetherapie in Wörleschwang an. Die Pferde werden dabei jedoch nicht geritten. „Das Reiten ist nicht pferdegerecht“, sagt sie. Diese Therapie komme zum Beispiel bei der Behandlung von Missbrauchsopfern zum Einsatz. Eine Therapie mit Pferden hilft auch bei Depressionen. „Ohne viel Gespräche finden diese Menschen schneller wieder zu sich selbst und ihrer inneren Gefühlswelt.“

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