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09.10.2017

Eine Liebesgeschichte mit Petticoat und Rock’n’Roll

„Grease“, das ist die Liebesgeschichte zwischen der schüchternen Sandy (Luca Bacher) und dem coolen Danny (Simon Kreisli).
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„Grease“, das ist die Liebesgeschichte zwischen der schüchternen Sandy (Luca Bacher) und dem coolen Danny (Simon Kreisli).

Musical „Grease“ ist so populär wie zu Zeiten von John Travolta. Wie Diedorfer Gymnasiasten das Stück umsetzten

Diedorf So also sieht Schultheater heutzutage aus: Perfekt inszeniert mit viel Elan, Begeisterung und genau der richtigen Dosis Lässigkeit auf die Bühne gebracht, ein bisschen waghalsig und mit ganz viel spürbarer Lust aller jungen Schauspieler an der Sache. Die Theatergruppe des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf beteiligte sich erstmals an den Diedorfer Kulturtagen und stellte sich mit dem großartigen Musical „Grease“ vor, der berührenden Liebesgeschichte an der Rydall-Highschool zwischen der schüchternen Sandy und dem coolen Danny in den 50er-Jahren.

Vom kühlen Herbstwetter draußen vor dem Gymnasium entführten die Schüler die Zuschauer nicht nur weit weg an sonnige Strände der USA, sondern auch zurück zum Lebensgefühl einer Jugend in den 50er-Jahren. Dies taten sie mit solch einer Energie, Kraft und Lebenslust, die alle nur mitreißen konnte. Es war einfach Action pur. Fast schien es, man hätte mit dem Öffnen des Vorhangs eine Wundertüte geöffnet, die mit Gags, frechen Dialogen und vielen Überraschungen aufwartete. Große Lacher gab es etwa für die Palme mit Jeansbeinen, die den beiden Hauptdarstellern Sandy und Danny (Luca Bacher, Simon Kneisli) folgte.

Hinsichtlich sowohl der Auswahl des Stückes aber auch der Protagonisten bewiesen Inga de Coster, die die Gesamtleitung übernommen hatte, und Sarah Hieber vom Theater Eukitea ein glückliches Händchen. 40-jähriges Jubiläum feiert das Musical „Grease“ – wer kennt es nicht mit seinen Hits zum Mitsingen wie „You’re the One That I Want“, „Summer Nights“ oder „Sandy“ – im kommenden Jahr. Es erzählt eine der schönsten Highschool-Romanzen und ist damit wohl gleichzeitig mitten aus dem Leben aller Mitspieler gegriffen, mit Party, Spaß und einem guten Schuss Romantik. Es hat sich im Gefühlsleben der Jugend der 50er und dem der jungen Schauspieler heute wohl erfreulicherweise in all den Jahren nicht allzu viel geändert, sonst hätten sie das Stück nicht in solch authentischer und lockerer Weise spielen können. Sie waren vor allem auch bereit, sich weit weg von der heute gängigen Musik auf die Hits der 50er-Jahre, mit Rock’n’Roll, aber auch mit gefühlvollen Balladen voll einzulassen. Mit den, mit Play-back voller Inbrunst gesungenen, teils sehr gefühlvoll, teils sehr witzig dargebrachten Evergreens begeisterten die Gymnasiasten ihr Publikum.

Mitreißend waren auch die Choreografien, bei welchen vor allem die Jungs mit großer Lässigkeit und Coolness in Mienenspiel und Bewegung viel Talent bewiesen. Vor allem Simon Kneisli überzeugte in der Rolle des Danny, die einst John Travolta so bravourös im Film verkörperte. Die Halbstarken der 50er- Jahre in Lederjacke und mit Pomadenhaaren schienen tatsächlich wiederauferstanden mit einem Schuss Überheblichkeit und einer großen Vorliebe für Pferdestärken und glänzendes Chrom. Das gesamte Ensemble entfachte Stimmung nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Zuschauerraum. Sie spielten Luftgitarre, boten artistische Einlagen und hüpften, tanzten und sprangen nur so über die Bühne oder von der Bühne.

Die Jungs schwangen ihre Mädchen kraftvoll über die Bühne und auch die „Neuentdeckung“ am Schmuttertal-Gymnasium aus dem Lehrerkollegium, Guido Erdmann, der das Rockidol Johnny Cassido darstellte, konnte im goldenen Jackett problemlos mit dem unglaublichen Schwung der jungen Akteuren mithalten.

Ihrer Rolle in den 50er-Jahren geschuldet agierten die Mädchen ein weniger verhaltener auf der Bühne. Das hielt sie aber nicht davon ab, in stilechten Petticoat-Röcken dem Publikum ihre große Begeisterung und Freude am Theaterspiel zu zeigen und ebenfalls eine schwungvolle Show zu bieten. Aber auch an berührenden Stellen des Stückes überzeugten die jungen Darsteller, denn da wurde es plötzlich ganz still im Saal.

Bürgermeister Peter Högg dankte für eine großartige Leistung, die die Diedorfer Kulturtage bereichert habe.

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