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Welden

09.07.2015

Eine Lösung, mit der fast alle leben können

Der Viehhandel-Umzug in Welden rückt immer näher.
Bild: Foto: Marcus Merk

Die Pläne für den Viehhandel-Umzug nach Welden liegen jetzt in der Verwaltungsgemeinschaft aus

Was für viel Gesprächsstoff gesorgt hat, hängt jetzt ganz unspektakulär in der Verwaltungsgemeinschaft Welden aus: der vorhabenbezogene Bebauungsplan für das Sondergebiet Viehhandel im Norden von Welden. Dorthin will Anton Gribl seinen Viehhandel umsiedeln. Mit dem neuen Standort lässt der Unternehmer mehrere Probleme hinter sich.

In Reutern, einem Ortsteil der Marktgemeinde, hatte es immer wieder Ärger mit Anwohnern gegeben, die sich über Lärm und Gestank beschwerten. Auch das Wasserdampfgemisch, der beim Abspritzen der Transporter entstand, war ein Thema. Nachbarn dokumentierten die Vorkommnisse. Barbara Schneider sagt: „Wir haben Angst um unsere Gesundheit.“ Zuletzt führte sie mit anderen Nachbarn ein Gespräch im Landratsamt, um mehr Klarheit zu bekommen. Demnächst soll es einen Termin mit Vertretern des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit geben, bei dem untersucht wird, ob eine gesundheitliche Beeinträchtigung für die Nachbarn besteht.

Gribl, der Mitglied im Marktgemeinderat ist, kennt die Sorgen und Beschwerden. Ihm ist zum Beispiel klar, dass im Dorfgebiet zwischen 22 und 6 Uhr Ruhe sein muss. Aber was tun, wenn ein Transporter mit Tieren spät ankommt? Dann muss trotzdem verladen werden. Das war auch ein Argument gegen eine Ansiedlung in einem Gewerbegebiet, etwa im Haldenloh in Welden. „Wir passen da nicht rein“, sagt Anton Gribl senior, zumal es dort auch Wohnnutzungen gibt. Mit einem Viehhandel würden dort die Probleme von vorne begonnen. Die Brücke, die dem Unternehmer geschlagen wurde, ist ein Sondergebiet. Es befindet sich in direkter Nachbarschaft zu einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Viehhaltung. Bislang wurde die Fläche nur für Ackerbau genutzt. Dass sich dort jetzt der Viehhandel niederlassen kann, ist dem Bonstetter Grünen-Gemeinderat Leo Kränzle ein Dorn im Auge.

Er hatte mehrfach „Flächenfraß“ kritisiert. Das Planungsbüro von Anton Gribl, Arnold Consult, begegnete dem Einwand von Kränzle so: Dem Markt sei sehr wohl bewusst, dass die Ansiedlung des Viehhandels in einem ökologisch sehr sensiblen Gebiet geplant ist. Der Standort im Norden stelle aber die einzige Möglichkeit innerhalb des Gemeindegebietes dar, wo ein Betrieb ohne Konflikte mit Nachbarschaft möglich ist. Die Pläne würden auch vom Landratsamt und der Höheren Landesplanungsbehörde bei der Regierung von Schwaben mitgetragen. Kränzle sprach dagegen von einem „Verrat an der Heimat“. Für Gribl, der im Mitglied im Gemeinderat Welden ist, hat die Umsiedlung einen weiteren Vorteil: Mit dem Neubau ließen sich optimale Voraussetzungen für seinen Sohn schaffen, der das Geschäft übernommen hat. Und: Der „Tierwohlaspekt“ lasse sich stärker berücksichtigen. Den Viehhandel in Reutern baute Anton Gribl in den 1980er-Jahren auf. Im Jahr 1994 erhielt er die EU-Zulassung als Sammel- und Verladestelle. Die Stallungen und Einrichtungen entsprechen laut Gribl den EU-Richtlinien. Die Wurzeln des Viehhandels gehen weiter zurück: Firmengründer Anton Gribl ließ sich 1950 in Augsburg-Kriegshaber mitten im Stadtgebiet nieder und kaufte von Landwirten der Region Pferde, die ins Bodenseegebiet gingen.

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