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Fischach

07.01.2019

Eine Marktgemeinde zwischen Laptop und Lederhose

Fischachs Bürgermeister Peter Ziegelmeier (rechts) ehrt den langjährigen Wasserwart Markus Kugelmann (links) und Walter Baalß vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Entwicklung mit Identität, das ist die Devise der Marktgemeinde beim Neujahrsempfang. Themen dabei sind Ärzte, Neubürger und Senioren. Welchen Anteil Müller-Milch hat.

Die Marktgemeinde hat in den letzten Jahren viel erreicht. Dennoch steht sie großen Herausforderungen gegenüber. Dieses Fazit zog Bürgermeister Peter Ziegelmeier beim Neujahrsempfang in der sehr gut besuchten Staudenlandhalle. Dabei ging er vor allem darauf ein, wie sich die Kommune auf die rund achtprozentige Wachstumsprognose des Großraums Augsburg bei den Einwohnern in den nächsten zwei Jahrzehnten einstellen müsse.

Bei der Beantwortung dieser Frage bewege sich Fischach tatsächlich zwischen Laptop und Lederhose, meinte Ziegelmeier. „Wir müssen Innovation und Tradition miteinander verbinden, also das eine fortentwickeln, ohne unsere Identität als lebenswerte Gemeinde aufzugeben.“

Zu einer zukunftsfähigen und attraktiven Gemeinde gehören eine best aufgestellte Grund- und Mittelschule, aber auch Arbeitsplätze vor Ort, so der Bürgermeister. „Insofern war der Entschluss von Müller-Milch, den Standort Aretsried auszubauen, das positive Ereignis des letzten Jahres.“ Seit 2008 sie die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um 140 auf jetzt 2200 angestiegen, freute sich Ziegelmeier. Demzufolge habe Fischach mehr Ein- als Auspendler.

Aber auch die Marktgemeinde selbst habe ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung geleistet, erklärte Ziegelmeier weiter. „Im Gewerbegebiet Weite Eiche II sind mittlerweile knapp 68000 Quadratmeter verkauft worden.“ Seit rund zwei Monaten sei der Markt Eigentümer von weiteren 17000 Quadratmeter zukünftiger Gewerbefläche. Zudem schreite der Breitbandausbau voran. Hinzu komme, dass der seit mehr als einem Jahrzehnt brachliegende sogenannte „Holzlagerplatz“ gewerblich reaktiviert werden soll.

Baulich optimieren muss die Gemeinde allerdings die Kinderbetreuung. Ins Auge gefasst ist dafür der Bau eines neuen Kindergartens. „Am besten im Bereich des jetzigen Kindergartens St. Michael und der Schule, um auch den zukünftigen Bedarf der Lehranstalt zu berücksichtigen“, verdeutlichte Ziegelmeier. Die Offene Ganztagsschule platze nämlich aus allen Nähten.

Wichtig seien für eine attraktive Gemeinde auch fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeiten, fuhr der Bürgermeister fort. Mit dem Bau des Rewe- und des neuen Netto-Markts sei dies erreicht worden. „In hoffentlich wenigen Monaten gesellt sich dazu ein neuer Drogeriemarkt.“ Ziegelmeier appellierte in diesem Zusammenhang, auch vor Ort einzukaufen: „Sich vor Ort bei den Einzelhändlern beraten zu lassen und dann online einzukaufen, ist nicht der richtige Weg.“

Auch das Dauerthema Ortsmitte sprach das Gemeindeoberhaupt an. „Unsere Bemühungen, die Ortsmitte zu einem attraktiven Zentrum für Jung und Alt zu gestalten, haben wir in jahrelangen Verhandlungen auf den Weg gebracht und zwischenzeitlich von der Planung her abgeschlossen.“ Die Neugestaltung werde den Bürgern in nächster Zeit vorgestellt.

Thema für die Marktgemeinde ist darüber hinaus die zukünftige ärztlichen Versorgung und Seniorenbetreuung. „Schon aufgrund der demografischen Entwicklung, 43 Prozent der Einwohner Fischachs sind über 50 Jahre alt, brauchen wir vor Ort Betreuungsplätze für die älteren Mitbürger, sei es in ambulanter, teilstationärer oder stationärer Form“, bilanzierte Ziegelmeier. Zur Attraktivität, Modernität und Zukunft Fischachs gehöre zudem die Schaffung von Wohnraum. Hier nahm Ziegelmeier auch die Bundesregierung in die Pflicht. Es müsse gewährleistet sein, dass Miete auch bezahlbar sei.

Der Bürgermeister betonte schließlich, dass bei der Ortsentwicklung nicht vergessen werden dürfe, wo die Wurzeln der Gemeinde liegen. „Dazu gehören unabdingbar die Erinnerung, die Pflege und der Erhalt der Traditionen, unter anderem auch der Fortbestand des geschichtlichen Erbes gegenüber den ehemaligen jüdischen Mitbürgern und der Ortsvereine.“ Denn Tradition stifte Zusammenhalt und Miteinander.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom großen Blasorchester des Musikvereins Fischach unter dem Dirigat von Christoph Egge und erstmals vom örtlichen Männergesangsverein unter der Leitung von Kurt Zwiener. Mit dabei waren auch rund zwei Dutzend Sternsinger.

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Die Diskussion ist geschlossen.

07.01.2019

Leider konnte ich nicht auf den Neujahrsempfang vom Bürgermeister Peter Ziegelmeier kommen. doch die Gemeinde Fischach mit
ihrem Bürgermeister Peter Ziegelmeier hat schon vieles voran gebracht. In anderen Gemeinden wird jahrelang über Baumaßnahmen
gestritten und diskutiert, und in der Gemeinde Fischach werden Taten umgesetzt. Bürgermeister Peter Ziegelmeier ist kein Mann mit vielen Worten ,sondern er kann seine Gemeinderäte überzeugen, was für die Gemeinde Fischach in Zukunft wichtig ist. Ich wünsche dem Bürgermeister Peter Ziegelmeier und seinen Gemeinderäte für das neue Jahr alles Gute zum Wohle der Bürger und der Gemeinde.

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