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Altenmünster-Hennhofen

13.06.2017

Eine Riesen-Fete zum Feuerwehrjubiläum

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3 Bilder
In den schicken Festdamen-Dirndln stecken echte einsatzbereite Feuerwehrfrauen. Am Festwochenende feierten sie mit Bürgermeister Bernhard Walter (rechts) und dem Vorsitzenden Stefan Litzel.
Bild: Günter Stauch

Die Hennhofer bewiesen am Wochenende, dass sie nicht nur löschen, sondern auch kräftig feiern können.

Der Mann strahlte beinahe so wie die Sonne an den beiden Festtagen. Während eine fröhliche und bunte Menschenmenge um ihn herum ausgelassen feierte, blieb Bernhard Walter auch am Nachmittag mit beiden Beinen fest auf dem Boden des Thomaswegs, der „Partymeile“ beim 125. Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Hennhofen. Genau um diesen Altenmünsterer Ortsteil ging es, als der Bürgermeister – offenbar unbeeindruckt von Bruthitze und gleißendem Licht – eine kurze Bilanz zog: „Dieser Standort hat eine unglaubliche Entwicklung hinter sich, wenn man allein an die optischen Veränderungen denkt.“ Sprach’s und mischte sich mit seinem weißleuchtenden Hemd wieder unter die Jubelgäste.

Der Rathauschef dachte dabei nicht nur an die innerörtliche moderne Wohnbebauung sowie die erfolgreiche Ansiedlung von Gewerbe entlang der großen Staatsstraße Richtung Norden. Vielmehr wies Walter voller Stolz auf das stattliche Gebäude vor sich hin, einem Haus mit – je nach Lichteinfall – orangebrauner bis ockergelber Fassade, das zum festlichen Anlass buchstäblich zum Tag der offenen Türen einlud. Schräg ist an dem Baukörper, der zwischen 2006 und 2012 auch durch die beispiellose Aktion von zahlreichen freiwilligen Helfern entstand, nur das Dach. Keineswegs die Idee dahinter. Ohne das eher schmucklose Anwesen hätte auch die Gründungsfeier der Hennhofener Brandschützer quasi unter freiem Himmel in Zelten stattfinden müssen. So wie lange Jahre zuvor viele andere Veranstaltungen wie etwa Bürgerversammlungen, zumal die letzte Dorfwirtschaft ums Jahr 2000 herum dicht gemacht hatte. Die Nutzung als Feuerwehrunterkunft und Begegnungsstätte verleiht ihm den Charakter eines wahren Bürgerhauses.

Dass Bewohner Hennhofens und die Freiwillige Feuerwehr einfach schon immer ganz fest zusammengehörten, wie Vorstandsmitglied Johann Rößle betonte, unterstrichen beide am Wochenende anderthalb Tage lang in Form einer gemeinsamen Riesen-Fete mit einem wahren Feuerwerk an unterhaltsamen wie spannenden Darbietungen.

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Nach dem festlichen Einzug von etwa 30 Vereinen am Samstagabend bewiesen die Floriansjünger, dass sie nicht nur Brandherde löschen, sondern auch kräftig feiern können. Mithilfe der launigen Klänge der Musikkapelle Zusamaltheim etwa, die irgendwann Helene Fischers „Atemlos“ auflegte. Deren Musikanten wurden am folgenden Tag von den Kollegen der Musikkapelle Altenmünster abgelöst.

Wer im Gemeinschaftshaus nicht zu tief ins Glas blicken wollte, musste sich ein Stockwerk höher unbedingt die sensationelle Dokumentationsschau ansehen. Dabei zeugten etwa 500 Fotos mit für damalige Verhältnisse hervorragender Qualität von 125 Jahren bewegter Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hennhofen. Mancher der zahlreichen alten wie jungen Betrachter klebten fast an den Aufnahmen und sorgten so für Staus in der ausgezeichnet gestalteten Bildergalerie. Daneben hingen Dienstbücher und Urkunden aus der Zeit vor und nach dem deutsch-französischen Kriegs im 19. Jahrhundert. Ein etwas vergilbtes Papier der Königlichen Brandversicherungskammer belegte den Schaden in einer Kapelle mit Datum 27. Januar 1883.

Für mehr Farbe wie Stimmung waren draußen vor der Tür die sieben Festdamen zuständig, die der ohnehin in jeder Ecke vorhanden Feststimmung nochmals einen charmanten Schub verliehen. Die jungen Jubiläums-„Models“ traten mit Dirndln in Weiß- (zart)Blau mit galant geschwungenen, rosafarbenen Schleifen auf die Bühne. Genauso gut hätten ihnen klobige Feuerschutzmonturen gestanden, greifen sie doch als aktive Feuerwehrler ins brenzlige Geschehen ein.

Überhaupt konnte sich der junge Kommandant Tino Kastl über die von vielen Zuschauern angefeuerten Auftritte seiner 36-köpfigen Mannschaft freuen, zum Beispiel beim Jugendwettbewerb mit fünf Teams aus der ganzen Kommune. Da hieß es für die jeweils vier Teilnehmer Saugleitungen kuppeln, Zielwerfen mit einem Leinensack sowie Zimmermannschlag- und Mastwurfknoten am Galgen.

Und während in ganz Bayern gerade über neue Gesetze für die Verjüngung der Wehren debattiert wird, dominieren in Hennhofen schon längst die jungen und weiblichen Gesichter.

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