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Bobingen

15.04.2015

Eine Satzung für den Gartenzaun

Zaun ist nicht gleich Zaun: Was die Bürger dürfen, regelt eine Einfriedungssatzung. Um dem Bau solcher großen Gabionenwände (rechts) zu begegnen, hat die Stadt Bobingen ihre Satzung aktualisert.
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Zaun ist nicht gleich Zaun: Was die Bürger dürfen, regelt eine Einfriedungssatzung. Um dem Bau solcher großen Gabionenwände (rechts) zu begegnen, hat die Stadt Bobingen ihre Satzung aktualisert.

Die Bauformen für Einfreidungen werden vielfältiger, der Katalog der entsprechenden Richtlinien auch. Damit alles seine Ordnung hat und Nachbarn nicht streiten.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt! Dieses Zitat aus Schillers „Wilhelm Tell“ nehmen sich viele Haus- und Gartenbesitzer in Bobingen zu Herzen und scheuen keine Kosten und Mühen, um sich teils sehr fantasievoll abzugrenzen: mit Zäunen aus Holz, Metall, Plastik, Stein oder Naturmaterialien, mal ganz ansehnlich, mal ziemlich scheußlich. Doch es ist längst nicht alles erlaubt, was ein stolzer Hausbesitzer gerne tun möchte: Damit alles eine geordnete Erscheinung hat, gibt es die sogenannte Einfriedungssatzung, auch in Bobingen. Über eine Neufassung haben die Ratsmitglieder seit Mitte November vor allem deswegen ausführlich diskutiert, weil die Zahl der Gabionenwände immer mehr zunimmt. Dies sind im Grunde lose geschüttete Steine, die von Metallstäben in Form einer Mauer gehalten werden und den Anschein einer Natursteinbefestigung haben.

In mehreren Sitzungen gab es in Bobinger Ratsgremien Abstimmungen darüber, ob Gabionen zwei oder nur eineinhalb Meter hoch sein dürfen und ob die aus optischen Gründen geforderte Unterbrechung auch aus geschlossenen Holz- oder Metallelementen bestehen darf.

„Es ist schwierig, alle Wünsche in einer Satzung zu bündeln“, räumte SPD-Sprecher Edmund Mannes in der jüngsten Stadtratssitzung ein. Gegen zwei Stimmen wurde die geänderte Satzung genehmigt, die zwischen Einfriedungen an öffentlichen und privaten Verkehrsflächen und solchen an den übrigen Grundstücksgrenzen unterscheidet. Die detaillierten Vorschriften sind in schönstem Behördendeutsch abgefasst: „Terrassentrennwände sind zulässig bis zu einer Höhe von maximal zwei Meter, gemessen von der natürlichen Geländeoberfläche des Baugrundstücks, und mit einer Tiefe bis zu maximal vier Meter, gemessen ab der Außenkante des Wohnhauses. Bei Gebäuden mit versetzten Außenwänden gilt als Ansatzpunkt für das Maß von vier Metern die weiter herausragende Hauswand.“

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Draht- oder Metallzäune dürfen keine auffällig gefärbten Plastiküberzüge haben, Stacheldraht zur Abschreckung ungeliebter Nachbarn darf nicht zum Einsatz kommen.

Für Gabionen gilt eine maximale Höhe von eineinhalb Metern

Während die in der Satzung zugelassenen Einfriedungen unter Umständen bis zu zwei Meter hoch sein dürfen, gilt für Gabionen eine maximale Höhe von eineinhalb Metern. Waltraut Wellenhofer (Freie Wähler) brachte das Zaun-Problem auf einen kurzen Nenner: „Allen Bürgern recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann!“

Satzungen regeln das Zusammenleben in einer Stadt, ähnlich wie Gesetze im Staat. In der Stadt Bobingen gibt es zum Beispiel noch eine Grünanlagen- und Spielplatzsatzung, eine Laurentius- und Wochenmarktsatzung, eine Archiv- und Bestattungssatzung, eine Bäder-, Feuerwehr-, Hundesteuer- und Seniorenbeiratssatzung, eine Sanierung-, Stellplatz- und Strassenausbaubeitragssatzung, es gibt Gaubenrichtlinien und eine Ladenschlussverordnung und eine Internetseite der Stadtverwaltung, auf der man alle Details über sämtliche Satzungen nachlesen kann. (stö)

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