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Adelsried

07.08.2019

Eine Zeitreise durch 1000 Jahre Adelsried

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Als Hofstelle Nummer 1 bekommt der Schützenstadel auch die passende Hausnummer.
Bild: Hermann Schmid

Exklusiv Am Donnerstag beginnt der Höhepunkt des Jubiläums „Adelsried Eintausend“. Dabei präsentiert das Dorf seine Geschichte – und das Engagement seiner Bürger. Das gesamte Programm im Überblick.

Die barocke Pfarrkirche St. Johannes Baptist findet man dieser Tage zweimal im Dorf – wie gehabt auf dem Kirchberg in der Ortsmitte, und keine 300 Meter weiter auf der „Hofstelle“, die der Schützenverein Hubertus während der kommenden Festtage (siehe Info-Kasten) betreibt.

Neben Schießständen und Weinschenke hat der Verein hat der Verein auch, erstmals nach über 25 Jahren, wieder seine Freilichtbühne aufgebaut. Hier präsentiert das Adelsrieder Dorftheater den humorvollen Einakter „Die zwei Nachbars-Göckel“. Der Verfasser ist unbekannt, den Text hatte man als getipptes Manuskript in alten Unterlagen der Abteilung gefunden.

Im Vorfeld kam so einiges ans Licht

Nicht nur beim Dorftheater hat das runde Jubiläum zu überraschenden Entdeckungen geführt. Auch über die Ortsgeschichte von Adelsried kam im Vorfeld so einiges ans Licht – nicht immer zur Begeisterung der Akteure. Denn eine 1100-jährige Geschichte, die manchem dem Ort schon zugeschrieben hatten, ließ sich letztlich nicht belegen. Also entschloss man sich vor etwa zwei Jahren, einfach „Adelsried Eintausend“ zu feiern. Denn vor rund 1000 Jahren entstanden nahe der Laugna-Quelle mit Sicherheit erste Ansiedlungen. Drei Vorträge vermittelten in den vergangenen Monate den historischen Hintergrund dieser Gründungsphase und gaben Einblicke in die wechselvolle Ortsgeschichte und in den meist mühsamen Alltag der früheren Bewohner.

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1000 Jahre Adelsried: Das große Fest zum Jubiläum ist gestartet
Bild: Hermann Schmid

Früh war klar, dass man das Jubiläum nicht als reines Mittelalterfest feiern wollte, sondern als „Zeitreise“, die auch andere Epochen widerspiegelt. So wählten die Schützen für ihre Hofstelle die Zeit um 1900, Sportverein, Tennisclub und Männergesangverein taten sich zusammen, um beim „Bachschmied“ die 1950er und 1960er Jahre wiederzubeleben. Um das zu stemmen, hat der Sportverein heuer Faschingsball und Sommerfest ausfallen lassen.

Hundert Zugnummern mit rund 550 Mitwirkenden

Als „Zeitreise“ firmiert auch der große Festumzug am Sonntag, 11. August. Anton Rittel hat dafür hundert Zugnummern mit rund 550 Mitwirkenden, 70 Pferden und über zwei Dutzend weiteren Vierbeinern organisiert – darunter ein Gespann von zehn Ziegen, die einen Heuwagen ziehen.

Für alle beteiligten Vereine und Gruppen ist klar: Sie wollen an diesen beiden Wochenenden für die Besucher tolle Gastgeber sein, wollen ein abwechslungsreiches Programm bieten, vielerlei Schmankerl, gute Unterhaltung und viel Platz zum gemeinsamen Feiern.

Mittelalterfans finden ein Ritterlager

So ist an den acht Festtagen für viele Geschmäcker etwas geboten: Mittelalterfans finden ein Ritterlager, dazu passend am 9. August ein Konzert der Band „Trollfaust“, die ihre Fans mit Trommeln und Dudelsackklängen in gehobener Lautstärke sowie martialischem Auftritt begeistert. Beim „Bachschmied“ wird man dagegen Rock ,n’ Roll und Boogie-Woogie hören und sehen. Ganz überwiegend bewegt sich die musikalische Unterhaltung jedoch im weiten Feld der Blasmusik.

Schon zum Auftakt des Festes gastieren am Mittwoch, 7. August, „Kurt Pascher und die Böhmerwälder Musikanten“ in der Mehrzweckhalle. Dann ist erstmals der Marsch „Adelsried Eintausend“ zu hören, den Pascher zum Jubiläum komponiert hat und allen Bürgern seiner Heimatgemeinde widmet. Am letzten Tag des Festes, dem Tag der Blasmusik, spielen dann gleich neun Kapellen auf.

Im ganzen Festbereich können die Besucher immer wieder traditionelles Handwerk erleben: Schmied und Schuster, Drescher und Drechsler, Polsterer und Seegrasspinner. Ein besonderes Augenmerk haben die Organisatoren auf Mitmach-Angebote für Kinder gelegt. Die finden sich an vielen Hofstellen und weiteren Festbereichen, von Gauklerspielen, Bogenschießen mit „Bruder Tuck“ über Goldwaschen, Löschübungen bei der Feuerwehr und alte Kinderspiele bis hin zum Streichelzoo. Die großen Ritter bieten ein Turnier für die Kleinen an.

Die Dauerkarte gibt es für zehn Euro

Dieser ganze Aufwand will freilich auch finanziert sein. Für alle, die über 1,20 Meter groß sind, kostet die Tageskarte drei Euro, die Dauerkarte gibt es für zehn Euro. Für den Festumzug wird ein Aufschlag von fünf Euro erhoben.

In den Wochen kurz vor dem Fest ist das Engagement der Vereine und Bürger an vielen Stellen deutlich zu sehen. Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann schätzt, dass 400 bis 500 Adelsrieder durch ihren Einsatz zum Gelingen beitragen. „Das ist ein ganz tolles Miteinander, ein ganz neues Gemeinschaftserlebnis“, stellt sie fest. „Die Vereine sind wahnsinnig stolz darauf, was sie geschaffen haben - und das können sie auch!“

Nun muss das Wetter mitspielen

Jetzt kommt es also nur noch darauf an, dass das Wetter mitspielt und die Besucher den Weg nach Adelsried finden. Da ist die Bürgermeisterin zuversichtlich. 50.000 Faltblätter mit Programm und Lageplan sind bereits verteilt, doch die Nachfrage ist so groß, dass die Gemeinde 10.000 Exemplare nachgedruckt hat.

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