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Bürgersaal

07.11.2016

Eine bunte Reise durch die Musicalgeschichte

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Bei der großen Gala gibt es tolle Kostüme und die Musik kommt nicht vom Band. Am Ende gibt es in Stadtbergen stehende Ovationen für die Künstler

Von Chicago bis Cabaret, von Spamalot bis Sweeny Todd – Unter der musikalischen Leitung von Geoffrey Abbott hat der Musical-XanxVerein Augsburg mit einer großen Bühnengala an zwei Abenden mehrere hundert Zuschauer begeistert.

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Die rund 20 Mitwirkenden begaben sich im Stadtberger Bürgersaal mit ungewöhnlichen Arrangements auf eine Melodienreise quer durch die Musicalgeschichte und präsentierten nicht weniger als zwei Dutzend Kompositionen, die man sonst nur sehr selten zu hören bekommt. Passend zu ihrem Motto „Zeit(en)sprung“ eröffneten die jungen Talente die mehrstündige Melodienshow mit dem „Time Warp“ aus der Rocky Horror Show – zwar nicht in Strapsen, doch diese sollten kurz darauf beim „Cell Block Tango“ aus dem Musical Chicago folgen.

Anschließend ging es Schlag auf Schlag: Ein sinnliches Solostück aus Rebecca verwandelte sich alsbald in ein ergreifendes Gesangsduell zwischen Caroline Stechl und Martina Wildner, wogegen Philipp Motzer für sein souveränes Solo aus „Jesus Christ Superstar“ tosenden Applaus erhielt. Der unterhaltsame Abend wurde auch zunehmend vergnüglicher: Auf einen mittelalterlichen Cancan folgte ein spannender Ausflug in Shakespeares Dramenwelt, welcher schließlich unmittelbar überging zu Monty Pythons kauzigen Rittern der Kokosnuss - herrlich, wie der Schwerenöter Romeo auf den schillernden König Artus aus Spamalot traf. Durch einfallsreiche Dramatik zeichnete sich auch der gesungene Liebesbrief aus der „Titanic“-Inszenierung aus: Nicht die angebetete Dame antwortet gesanglich dem Solisten, sondern der Morsefunker des untergehenden Schiffes – unterstützt von simulierten Morsecodes aus der Klaviertastatur. Liebevoll in Szene gesetzt waren grundsätzlich die Choreografien im Hintergrund, welche die einzelnen Songs auch visuell zu einem Vergnügen machten: Bei „Money“ aus dem Musical Cabaret wurde auf allen vieren kriechend das Kleingeld auf der Bühne eingesammelt, bei Elisabeth blecherne Milchkannen durch die Gegend getragen. Es machte Spaß, immer wieder neue historische Ballgewänder, prunkvolle Königsroben oder burschikose Mozartperücken zu entdecken. Großen Respekt hatte zudem die instrumentale Komponente verdient: Anders als bei den meisten Veranstaltungen dieser Art kam die Musik keineswegs vom Band, sondern wurde von Pianist Geoffrey Abbott und Gitarrist Gregor Holzapfel live auf der Bühne eingespielt. Damit hatten die Mitwirkenden den unverfälschten Gesang der Interpreten direkt in den Vordergrund gerückt.

Die Zuschauer schienen letztendlich gar nicht genug von diesem Abend zu bekommen und spendeten am Ende die wohlverdienten Standing Ovations. Als Abschluss setzten die Musicalkünstler dann schließlich noch ein weiteres Mal den „Time Warp“ in Szene, diesmal mit einem anachronistischen Potpourri an Kostümen aus sämtlichen Musicals – was noch sehr viel skurriler war als die üblichen Strapse aus dem Original.

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