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Stauden

08.09.2018

Einen Schreiner packt in den Stauden das Bienenfieber

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2 Bilder
Die Natur braucht für die Tier- und Pflanzenwelt entsprechende Schutzräume.
Bild: Naturerlebniszentrum Allgä

Franz Wundlechner möchte das ökologische Gleichgewicht in den Stauden bewahren. In seiner Schreinerei bietet er einen einzigartigen kostenlosen Service an.

„Wen das Bienenfieber einmal gepackt hat, der kann nicht mehr aufhören.“ Zu dieser Erkenntnis ist Franz Wundlechner aus Langenneufnach gekommen. Vor einem Jahr hatte er sein erstes Probeimkerjahr beim Imkerverein Stauden beendet und nun konnte schon seinen eigenen selbst gebauten Bienenstand am Ort seines Firmensitzes, der Schreinerei Wundlechner in Langenneufnach, einweihen.

Aber damit allein ließ es Wundlechner nicht bewenden. Am Tag der Einweihung präsentierte er der Öffentlichkeit nicht nur Kostproben seines ersten selbst gewonnenen Honigs, sondern auch seine Ideen, um die Probeimkerei in den Stauden für Imker attraktiv zu machen. Wundlechner bietet Probeimkern des Imkerverein Stauden die Möglichkeit, in seiner Schreinerei ihr Beuten unter fachmännischer Anleitung einen Bienenstand selbst zu bauen.

Junkimker werden von der Picke auf in die Imkerei eingeführt

Außerdem stellt er für den Imkerverein Stauden und seine Mitglieder viele nützliche Geräte zur Verfügung, beispielsweise eine Sechs-Waben-Wendeschleuder, eine Mittelwandpresse, Dampfwachsschmelzer mit Gasbrenner und Abkühlturm und vieles mehr. Das hat für den Imkerverein sehr attraktive Vorteile: Junkimker können so von der Picke auf in die Details der Imkerei eingeführt werden, brauchen dafür aber nicht selbst die oft kostspieligen Anfangskosten für Geräte und Materialien zu fürchten.

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Dazu kommt, dass der Imkerverein seit einigen Jahren über einen Lehrbienenstand verfügt, an dem sich der Nachwuchs in der Imkerei versuchen kann. Auch Fördermitglieder, also Mitglieder ohne eigene Bienen werden gesucht, deren Mitgliedsbeiträge für Projekte des Naturschutzes verwendet werden sollen.

Die Rahmenbedingungen in der Natur müssen verändert werden

Wundlechners Pläne gehen aber noch weiter: Nicht nur für den Imkernachwuchs muss gesorgt werden, auch für den Bienennachwuchs. „Damit die Bienen in den Stauden genügend Nahrung finden, müssen auch die Rahmenbedingungen in der Natur verändert werden“, sagt Wundlechner. Zur Verbesserung des Nahrungsangebotes möchte er daher verschiedene Pflanzaktionen auf gemeindlichen oder privaten, sowie auf gewerblichen Flächen starten, in die auch Kinder aus Kindergärten einbezogen werden sollen. Dieses Engagement zieht nun erste Kreise.

Bei der von Pfarrer Joji John gestalteten Einweihung des Bienenstands fanden sich Interessierte aus Politik und Imkerei ein: Imkervereinsvorsitzender Otmar Frey und die Kreisverbandsvorsitzende Birgit Wimmer lobten ebenso wie auch die stellvertretende Landrätin Anni Fries und Staatssekretärin Carolina Trautner das Wundlechnersche Großprojekt. Alle waren sich darüber einig, dass es sich bei den Ideen eigentlich um gemeinsame Ziele handelt: Der Naturschutz muss im Gleichgewicht mit den Ansprüchen der Bevölkerung stehen.

Neben den benötigten Flächen für Landwirtschaft und zusätzlichen Wohnraum, muss aber gleichzeitig auch dafür gesorgt werden, für die Tier- und Pflanzenwelt entsprechende Schutzräume zu erhalten. Dies könnte durch angepasste Bewirtschaftungs- und Baumaßnahmen, beispielsweise Hecken und Blühstreifen statt Gabionen und gemähten Wiesen, erreicht werden.

Franz Wundlechner ist jedenfalls davon überzeugt, wer sich einmal mit dem Thema „Bienen und deren Nutzen“ befasst habe, der erhält unvergleichliche Einblicke und Einsichten in das für die Natur und letztendlich auch für die Menschen so wichtige ökologische Gleichgewicht. (AL)

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