Vernissage

17.01.2018

Einfaches auf Leinwand

Veronika Thum-Köglowitz und Heinz Franke in der Galerie D1. Stellvertretend für Helmut Walter seine Lieblingsfarbe im Hintergrund.
Bild: Tobias Karrer

Helmut C. Walter und Heinz Franke aus Donauwörth wollen zeigen, dass die Natur die Künstlerin ist

Es sind Formen, die man wiedererkennt, Farben, die passen. Viel Blau hängt an den Wänden der Galerie D1 im Diedorfer Ortsteil Lettenbach. Auf einigen Bildern erkennt man Berge, Meer, ein Segelboot. Das Wörtchen „Einfach“ steht im Zentrum der aktuellen Ausstellung in der Galerie. Die Einfachheit prägt nicht nur die Werke des Bildermachers Helmut C. Walter, sondern auch die Holzgeschichten von Heinz Franke und den gesamten Rahmen, in dem die Vernissage am vergangenen Freitag und die Ausstellung zustande gekommen sind. Für Galeristin Veronika Thum-Köglowitz war auch die Organisation denkbar „einfach“.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Obwohl die Einfachheit im Zentrum der Arbeiten steht, fehlt es ihnen nicht an Technik oder Komplexität. Nicht umsonst, meinte Helmut Walter zu seinem Künstlerfreund Franke: „Wenn das Einfache nur nicht immer so schwer wäre.“ Daran, dass Walter vielseitig begabt ist, lässt die Ausstellung keinen Zweifel. Neben den Gemälden in einfachen Blau-, Rot- und Gelbtönen können die Gäste auch einige von Walters Karikaturen bestaunen. Früher zeichnete er regelmäßig für seine Heimatzeitung. Auf einigen Bildern verzichtet der Künstler ganz auf Farbe. Auch die Bilder in Schwarz-Weiß, oder nur in Schwarz auf einer bräunlichen Leinwand begeistern die Gäste. Der Erfolg gibt Walter recht. Seine Werke gingen um die Welt. Im Europarlament ins Straßburg und im Museum of Modern Art in New York waren schon Werke des Donauwörthers ausgestellt.

„Helmut Walter liebt Blau“, erklärt Franke. Auch das ist zu sehen. In verschiedenen mehr oder weniger knalligen Schattierungen taucht die Farbe immer wieder auf. Als Motiv dient beiden Künstlern vor allem die Natur. Frankes Holzskulpturen und Walters Gemälde passen gut zusammen, ergeben ein harmonisches Bild. Der Bildermacher konzentriert sich vor allem auf Landschaften. Meere, Berge, Felder, Ruhe und in einem gewissen Maße auch Freiheit sind Assoziationen, die die Bilder hervorrufen. Zwischendrin stehen Frankes Holzskulpturen. Gesichter im Querschnitt, Figuren, Silhouetten, die genügend Freiraum für eigene Gedanken lassen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Leider kann nur einer der beiden befreundeten Künstler aus Donauwörth bei der Vernissage anwesend sein. „Helmut Walter lässt sich entschuldigen, er malt ständig und fortwährend, aber mit dem Stehen hat er Probleme“, sagt Heinz Franke. Das Thema Gesundheit ist nicht immer einfach. Trotzdem steht Walter an diesem Abend im Mittelpunkt. Als „Unikat und sehr interessante Persönlichkeit“, bezeichnet ihn Veronika Thum-Köglowitz, aber auch als „Querdenker in seiner Heimat, der immer politisch und auf der Seite der Schwachen war“.

Thum-Köglowitz freut sich besonders, zwei Künstler aus ihrer Heimat in Diedorf willkommen zu heißen. Allerdings musste die Galeristin erst nach Berlin reisen, um auf Walter und Franke zu stoßen. Auf einer Privatparty in der fernen Hauptstadt fielen ihr einige von Helmut Walters Werken auf. Die Formsprache und die Farben erinnerten sie sofort an ihre Kindheit im Landkreis Donau-Ries, in Walters Wirkungsfeld. Der Künstler entwarf damals immer wieder Plakate für Veranstaltungen und Events in seiner Heimat, die auch Veronika Thum-Köglowitz im Gedächtnis geblieben sind. Ähnlich wird es jetzt den Besuchern der Ausstellung gehen.

der Ausstellung sind bis zum 10. Februar immer mittwochs von 17 bis 19 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr in der Galerie D1, Dieselstraße 1, Lettenbach.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren