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Wintereinbruch

10.01.2019

Einige Orte hat es eiskalt erwischt

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Die Waldgaststätte Engelshof bei Gessertshausen ist komplett eingeschneit. Den viereinhalb Kilometer langen Forstweg bis zur Straße muss Betreiberin Heike Werner selbst räumen.

Kein Schulbus, kein Räumdienst – manche Weiler im Augsburger Land sind durch die Schneemassen abgeschnitten. Was die Bewohner unternehmen.

Das Auto springt nicht an, der Schulbus fällt aus, die Räumfahrzeuge kommen kaum noch hinterher. Manche Dörfer und Weiler im Augsburger Land sind durch die Schneemassen abgeschnitten. Einige Anwohner mussten deshalb gestern zu Hause bleiben.

Auch die Kinder im Josefsheim im Fischacher Ortsteil Reitenbuch waren eingeschneit. Für acht von ihnen hieß es morgens: Schneeballschlacht statt Unterricht. Denn der Schulbus schaffte es nicht bis in das kleine Dorf. „Ohne Schneeketten kam er den Berg wohl nicht hinauf“, vermutet Heimleiter Norbert Haban. Er nimmt das Schneechaos gelassen. Die Kinder hätten Spaß draußen. „Ich musste nur aufpassen, dass ich im Vorbeigehen nicht von einem Schneeball getroffen werde“, schmunzelt Haban.

Während die Kinder im Schnee tobten, hatte der Hausmeister des Kinderheims einiges zu tun. Ein Traktor musste her, um den Parkplatz von den Schneemassen zu befreien. Außerdem steckte eine Kollegin vom Marienheim in Baschenegg (Ustersbach) fest. „Ihr Auto ist nicht mehr angesprungen“, erzählt Haban. Er musste dann selbst in das benachbarte Dorf fahren. „Man hilft sich halt gegenseitig“, sagt Haban. Ein Landwirt sei mit dem Schneepflug unterwegs gewesen. Die großen Straßen seien frei und auf den kleineren Wegen müsse man einfach langsam fahren.

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Der Engelshof bei Gessertshausen ist eingeschneit

Etwas weniger Probleme bereitete der Schnee den Anwohnern in der Gemeinde Kühlenthal. „Bei uns läuft es gut, wir sind noch nicht abgeschnitten“, sagt Bürgermeisterin Iris Harms. Sie wohnt im kleinen Fertingen und schaffte es morgens problemlos zur Arbeit. Die Straßen seien befahrbar, und auch die Müllabfuhr sei diese Woche gekommen.

Heidi Werner ist dagegen froh über ihren Jeep mit Allradantrieb. Denn ohne den wäre sie gestern morgen nicht zur Arbeit gekommen. Mit ihrem Mann betreibt sie den Engelshof bei Gessertshausen. Das beliebte Ausflugslokal liegt idyllisch im Wald und ist nur über einen viereinhalb Kilometer langen Forstweg zu erreichen. 30 Zentimeter hoch lag der Schnee dort gestern.

„Da kommt kein Notarzt mehr durch“, sinniert Werner. Ihre Mieter hätten keinen Jeep und seien festgesessen. „Zum Glück haben wir einen eigenen Schneepflug.“ Der komme am Nachmittag zum Einsatz. Denn räumen müssen die Betreiber des Engelshofes selbst. Weil ein Forstweg zur Gaststätte führt, sieht sich die Gemeinde nicht in der Pflicht, zu räumen. Da habe auch mehrfaches Nachfragen nichts gebracht, berichtet Werner. Die Schneeketten am Auto bleiben Heidi Werner deshalb nicht erspart. Trotzdem freut sie sich über den Wintereinbruch.

In Violau wird der Traktor zum Räumfahrzeug umfunktioniert

In der Gemeinde Altenmünster waren um 4 Uhr morgens fünf Leute mit drei Fahrzeugen im Einsatz, um die Straßen vom Schnee zu befreien. Ein Plan gibt vor, wo als Erstes geräumt wird. „Die Schulwege haben oberste Priorität“, sagt Bürgermeister Bernhard Walter. Mancherorts ist das Gelände hügelig. „Da wird es zeitlich manchmal knapp, dass wir rechtzeitig fertig werden.“ An besonders steilen Strecken könne es auch mal problematisch werden. Dort stehen Splittkisten, damit sich Autofahrer im Notfall auch selbst behelfen können. „Bisher haben wir die Situation aber im Griff“, sagt Bürgermeister Walter.

Das zeigt sich auch im Ortsteil Violau. Hier hilft man sich gegenseitig. Wenn der Winterdienst nicht mehr hinterherkommt, werde der Traktor des Schullandheims kurzerhand zum Räumfahrzeug umfunktioniert, weiß Christoph Mayer, Leiter des Bruder-Klaus-Heims. „Für die Kinder ist der Schnee super“, sie seien den ganzen Tag draußen und hätten viel Spaß.

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