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Gersthofen

14.04.2015

Einmal Hanswurst heißt nicht immer Hanswurst

Dem Mühlenbesitzer Lukas Kiermeyr soll Daniela Huss als Mädchen aus der Stadt ordentlich den Kopf verdrehen. Im Hintergrund ist das aufwendig gestaltete Bühnenbild zu sehen – unter anderem ein komplettes Mühlrad.

Die bayerische Komödie „Da Leftutti“ beeindruckt nicht nur mit einem imposanten Bühnenbild

Zünftig boarisch ging’s am Wochenende in der Stadthalle Gersthofen mit dem Theater Gersthofen zu. In gewohnter Tradition führten sie mit der Unterstützung der Theaterfreunde Augsburg die bayerische Komödie „Da Leftutti“ von Peter Landstorfer auf. Rund 700 Zuschauer ließen sich das Schmankerl nicht entgehen. Denn wer einmal ein Stück der Gersthofer Amateurdarsteller gesehen hat, geht immer wieder gerne dorthin.

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Der Vorhang öffnete sich zu bayerischer Stubenmusik und ein ausgesprochen schönes und aufwendiges Bühnenbild war zu sehen. Auf der einen Seite eine Brauereistube mit Ausschank und auf der anderen Seite eine Mühle – dazwischen ein großes Mühlrad, eigens für die Aufführung gefertigt. Dazu viele liebevoll ausgewählte Requisiten wie etwa eine große alte Waage, ein Stromkasten, bestickte Mehlsäcke, schöne Trachten oder auch die Dienstmädchenhaube für die alteingesessene Haushälterin Friedl. Musste sie doch tatsächlich das Häubchen aufsetzen, als der Brauereibesitzer Öttl Hopfmoar seine wichtigen Freunde zu einer Notversammlung zu sich einlud.

Am Ende hatte jeder seine Lektion gelernt

Es herrschte nämlich dicke Luft beim Bräu, da dessen Existenz aufgrund der versiegten Quelle bedroht war. Sein älterer Bruder, der Mühlenbesitzer Lenz Hopfmoar hat zwar eine eigene Quelle, aber der dachte nicht im Traum daran, seinem Bruder auszuhelfen, da ihm eigentlich die Brauerei zugestanden hätte als dem Älteren. Sein Leben lang war er der Leftutti – der Hanswurst – und endlich hatte er die Gelegenheit, es seinem Bruder heimzuzahlen. „Wenn die Quelle versiegt, steigt ihm das Wasser bis zum Hals“, lachte der Lenz. So mussten nun seitens des Bräu zusammen mit dem Bürgermeister und dem Schiaber Pläne geschmiedet werden. Doch wer anderen eine Grube gräbt, fällt bekanntlich selbst hinein. Die Komödie wurde herrlich turbulent und es gab viele Lacher. Jeder schien für seine Rolle ideal besetzt, egal ob das unbekümmerte Mädchen aus der Stadt oder der spitzbübische Mühlenbesitzer. Fantastisch gespielt wurden auch die Dappinger Schwestern, die, wie der Name schon sagt sich überaus dappig geben mussten und nur im Duo auftraten und sprachen. Die Haushälterin holte den Bräu wieder auf den Boden der Tatsachen in Sachen Verliebtsein zurück und der Malzl deckte tollpatschig den Schwindel vom Bräu auf. Am Ende hatte jeder seine Lektion gelernt. Das Publikum war begeistert von der Aufführung, die rundum gelungen war und Jahr für Jahr das hohe Niveau hält.

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