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Neusäss

23.07.2016

Einsatz für die Versöhnung der Völker

Im Auftrag des Bundespräsidenten verlieh gestern Bayerns Sozialministerin Emilia Müller das Bundesverdienstkreuz am Bande an Walter Eichler aus Neusäß. 
Bild: Foto: Gert Krautbauer

Wie sich Walter Eichler mit seinem Engagement als Vertriebener diese hohe Auszeichnung verdient hat

Walter Eichler aus Neusäß kann sich über eine besondere Auszeichnung freuen: Der 84-Jährige hat gestern das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommen. Damit solle sein langjähriger Einsatz für die Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen gewürdigt werden, hieß es in der Laudatio in München.

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Angetrieben von den eigenen Erfahrungen als Vertriebener setzt sich Eichler seit vielen Jahren für eine Aussöhnung ein. Vor allem nach seiner Pensionierung habe er mit großem Ehrgeiz eine Vielzahl von humanitären Projekten initiiert und realisiert, betonte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller. Diese Aktionen hätten geholfen, Ressentiments abzubauen, die Geschichte der Vertreibung aufzuarbeiten und die noch lebenden Zeitzeugen bzw. deren Nachkommen zusammenzuführen.

„Ihr couragiertes Engagement hat aktiv zur Völkerverständigung und letztlich auch zur Festigung des Friedens und der Freiheit im Herzen Europas beigetragen,“ sagte Ministerin Müller. Dieser Einsatz sei besonders in Zeiten von „Brexit“ und EU-Verdrossenheit ein wichtiges Signal.

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Eichler hat mehrfach Reisen für ehemals Vertriebene organisiert und geleitet. Die Fahrt ging in seine Geburtsstadt Graupen, heutiges Krupka.

Auch der Erhalt der Kulturgüter in seiner böhmischen Heimat ist ihm ein Anliegen. Mit einer großen Spendensammlung ist es ihm gelungen, einen beträchtlichen Teil der St. Anna-Kirche in seiner Geburtsstadt restaurieren zu lassen, um sie der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Großes Engagement zeigt er auch für die Sudetendeutsche Landsmannschaft.

Sozialministerin Müller würdigte bei dem gestrigen Festakt den Verdienst Eichlers, Menschen aller Altersklassen mit der Geschichte der Heimatvertriebenen vertraut zu machen und die Erinnerung an die Geschichte wach zu halten.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, umgangssprachlich auch Bundesverdienstkreuz genannt, ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Er wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen. Alle deutschen Länder außer Bremen und Hamburg haben auch eigene Verdienstorden. Vorschlagsberechtigt ist jeder.

Der erste Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde am 7. September 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss per Erlass gestiftet.

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