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Streit

21.10.2019

Eklat bei Sitzung zur Dorferneuerung

Die Baustellen gehen Anwohnern auf die Nerven. Behördenvertreter fühlt sich wegen neuer Pläne überrumpelt

Die seit Jahren laufende Dorferneuerung mit Baustellen an allen Ecken und Ende wird zur Geduldsprobe für die Einwohner. Jetzt hat sie in den Planungs- und Beratungsgremien frische Gräben aufgerissen. Bei einer gemeinsamen und öffentlichen Sitzung von Gemeinderat und Teilnehmergemeinschaft (TG) kam es zum Eklat. So fühlte sich der Vorstand des Eigentümerorgans von den vorgestellten Entwürfen über Straßen, Brückenbauwerke und Wasserrückhalteflächen überrumpelt.

Dabei hatte Sitzungsleiter und Bürgermeister Bernhard Walter während der ungewöhnlichen Zusammenkunft der beiden Gremien sowie einiger interessierter Zuhörer alle Mühe eingesetzt, die Gäste umfassend zu informieren und dabei aufkommende Emotionen möglichst im Zaum zu halten. So ließ er die Planerin Stephanie Riedler über die Vorhaben in mehreren Straßen und Gassen im Rahmen der rund vier Millionen Euro teuren Ortsertüchtigung ausgiebig aufklären.

Die Bauingenieurin hatte sogar finanzielle Einsparungen gegenüber der ursprünglichen Konzeption eines anderen Büros im Gepäck. Ihrer Beschreibung nach konnten sie etwa durch „weitere intensive Gespräche mit den Anliegern über jede Mauer, jeden Zaun“ erreicht werden. Außerdem dadurch, dass manche Bauwerke wie zum Beispiel an der Talstraße einfacher angelegt werden sollen. Kostenkontrolle schätzt sicherlich auch das mitbeteiligte Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Krumbach, dessen Vertreter dem sechsköpfigen TG-Vorstand vorsteht. Nachdem er sich die Ausführungen der Planerin geduldig angehört hatte, gab ein überraschter Andreas Pardun dem Unmut seiner Gruppe eine deutliche Stimme: „Angesichts der Ad-hoc-Änderungen, die vorgelegt wurden, sehe ich mich nicht in der Lage, sofort dazu Stellung zu nehmen“, betonte der Bauoberrat vor der Versammlung im Sportheim von Zusamzell. Man fühle sich etwas überrollt und müsse erst einmal im Vorstand über die Details beraten. Und: „Ich bin aus Krumbach und weiß nicht, wie man in Hegnenbach darüber denkt.“ Ausgerechnet das Hochwasser-Thema, welches das Zusamtal seit Jahren mit zahlreichen Problemen überflutet, erzielte bei der abendlichen Diskussion die höchsten Wogen.

Lauter als sonst wurde es, nachdem der Bürgermeister auf die geplanten Retentionsflächen zu sprechen kam, also das Areal, das vorgesehen ist, um anstürzende Flutwellen einzudämmen. Vorstandsmitgliedern der Teilnehmergemeinschaft gingen die vorgesehenen Maßnahmen in der Hegnenbach-Gemeinde offenbar kaum weit genug. Experte Pardun mahnte gar die Expertise eines Gutachtens mit genauen hydraulischen Berechnungen an. „Die Überschwemmungslage war schließlich der Auslöser der ganzen Erneuerung.“ Als der Bürgermeister von zu vielen und sich teils widersprechenden Einzelvorschlägen abriet und auf den Zeitplan der Maßnahme hinwies, sprach einer der Hegnenbacher sogar von „versuchter Erpressung“.

Der Rathauschef erinnerte an die entscheidende Rolle des Gemeinderates in allen Angelegenheiten: „Er wird entscheiden, ob wir die Bauträgerschaft übernehmen.“ Angesichts der angespannten Stimmung riet Ingenieur Pardun dazu, „erst mal alles abkühlen zu lassen und über die Änderungen zu schlafen“. Dann treffe man sich kommende Woche zu einer Vorstandssitzung.

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