1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Eltern enttäuscht: Emile-Schule in Stadtbergen kann nicht starten

Stadtbergen

05.04.2019

Eltern enttäuscht: Emile-Schule in Stadtbergen kann nicht starten

Auch zum Schuljahresstart 2019/20 wird die zweisprachige Emile-Schule in Stadtbergen nicht starten.
Bild: Felix Heyder dpa/

200 Kinder sind bereits für einen Platz in der Montessori-Schule in Stadtbergen vorgemerkt. Warum es trotzdem wieder nichts mit dem Projekt wird.

Auch zum Schuljahresstart 2019/20 wird die zweisprachige Emile-Schule in Stadtbergen nicht starten. Der Schulträger, die gemeinnützige von Kohnle GmbH, hat im letzten Moment zurückgezogen. „Aktuell verfügen wir über kein Grundstück, dessen Bebaubarkeit bis zum Schuljahr 2019/20 sichergestellt ist“, informiert die Schulleitung im Internet. Und weiter: „Auch kann das potenzielle Alternativ-Mietgebäude nicht bis zur Frist den schulbaurechtlichen Erfordernissen entsprechend umgebaut werden.“ Mit großer Zuversicht werde aber weiter am Start der Emile-Schulen gearbeitet, die nötigen Genehmigungen sollten so bald wie möglich beantragt werden.

Was inzwischen auf der Homepage der Schule nachzulesen ist, hat Familie S.* aus dem westlichen Landkreis vor Kurzem bereits als E-Mail erreicht. Die Familie ist eine von jenen rund 200, deren Kinder an der neuen Schule im September starten wollten. „Wir waren sehr betroffen“, sagt Mutter Kathrin S. Denn die Familie hatte große Hoffnungen in die Schule gesetzt und das bereits seit dem vergangenen Jahr. „Unser Sohn braucht einfach etwas länger zum Lernen“, beschreibt S. Martin geht aktuell in die fünfte Klasse der Mittelschule. „Auf der Emile-Schule hätte er die Möglichkeit gehabt, sich zu entwickeln und einen Abschluss nach dem anderen abzulegen“, so die Mutter.

Personal steht schon in den Startlöchern

Die Privatschule, die nach einem Montessori-Konzept einmal rund 450 Kinder von der Einschulung bis zum Abitur begleiten will, hatte den Start ihrer Einrichtung schon im Vorjahr verschoben. Noch im Januar hatte die aktuell erkrankte Schulleiterin Evelin Höpflinger gegenüber der Augsburger Allgemeinen betont, dass das pädagogische Konzept inzwischen stehe und mit den Schulaufsichtsbehörden abgestimmt sei. Auch das Personal stehe schon in den Startlöchern. Dass es nun doch nicht so schnell gehe, wie erhofft, liege an Faktoren, die außerhalb des Einflussbereichs der Schulleitung liegen, heißt es auf der Homepage weiter.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

„Wir sind zu optimistisch gestartet“, gibt sich der Leiter der Rathausverwaltung in Stadtbergen, Holger Klug, inzwischen ein wenig ernüchtert. In Stadtbergen gibt es an der Panzerstraße zwar bereits ein rund zwei Hektar großes Gelände, auf dem die Schule einmal entstehen soll. Doch der Vorlauf sei einfach zu kurz gewesen. Die Abstimmung über das Raumkonzept für den Interimsbau habe erst im Februar vorgelegen, eine Zeitspanne, die für einen Start im folgenden September einfach zu knapp bemessen sei.

Erste Schritte für einen geänderten Flächennutzungsplan

Hinzu kommt, dass auf dem Grundstück ein Bodendenkmal eingetragen sei. Die Stadt habe zwar erste Schritte zu einer Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung eines Bebauungsplans im vergangenen Jahr unternommen, heißt es aus dem Landratsamt. „Seit diesem Zeitpunkt liegen uns jedoch keinerlei Informationen zur Weiterführung der Verfahren vor“, so Behördensprecher Jens Reitlinger.

Mitte März hatte die Schulleitung bei der Regierung von Schwaben angekündigt, dass sie Schulantrag nun doch nicht für den Start im September einreichen wolle.

Eine Orientierungshilfe über den Zeitrahmen von der Idee zu einer neuen Schule bis zum Start im eigenen Gebäude könnte das Schmuttertal-Gymnasium im benachbarten Diedorf geben. Der Kreistag hatte 2008 beschlossen, dort ein neues Gymnasium zu gründen. Erst später fiel die Entscheidung über den heutigen Standort beim Bahnhof. 2013 war Spatenstich, im September 2015 konnten die Schüler einziehen. In der Übergangszeit seit 2010 kamen die ersten Gymnasiasten zunächst in damals ungenutzten Räumen der Grund- und Mittelschule und später in Lerncontainern auf dem Sportplatz der Diedorfer Schule unter.

Alle ziehen an einem Strang

Was in Stadtbergen so allerdings nicht klappen dürfte: „In unseren eigenen Schulen ist der Platz bereits knapp“, macht Holger Klug deutlich. Auch andere geeignete, leer stehende Gebäude gebe es derzeit in der Stadt nicht. Er betont aber: „Wir hätten die Emile-Schule gern in Stadtbergen und ziehen mit der Schulleitung an einem Strang.“

Die Schulleitung hofft unterdessen, dass Eltern und mögliche Schüler weiter interessiert bleiben. „Wir wollen an unserem Schulplatz festhalten“, so Kathrin S. Auch wenn der Ärger bleibt. Schließlich hätte die Schulleitung beim Infoabend glaubwürdig rübergebracht, dass alle Hürden zu schaffen seien. „Das muss man aber doch vorher abklären.“ \u0009*Namen geändert

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Stadterhebung_1969_Dia_(39).tif
Landkreis Augsburg

Nachwuchs aus dem Augsburger Land für Europa

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden