
Bürgerversammlung: Was die Menschen in Emersacker umtreibt

Bei der Bürgerversammlung kommen einige Punkte zur Sprache. Unter anderem geht es um die Arbeiten am Schloss oder die Sanierung des Kindergartens
Was läuft schief? Welche großen Projekte stehen an? Und wie entwickelt sich die Gemeinde Emersacker? Diesen Fragen musste sich Bürgermeister Michael Müller in seiner letzten Bürgerversammlung vor seinem lokalpolitischen Ruhestand stellen. Etlichen Bürgern brannten verschiedene Themen auf den Nägeln.
- Kläranlage Ein jährlich wiederkehrende Frage ist die, ob die Kläranlage für weitere Baugebiete ausgelegt ist. Müller teilte mit, dass die Anlage 1500 Einwohner-Gleichwerte habe, was aber nicht in Relation zu den Einwohnern des Ortes gesetzt werden dürfe. Aktuell verwende die Gemeinde weniger als 1000 Einwohner-Gleichwerte.
- Verkehr Die Bewohner der alten Sägemühle am Ortsausgang nach Welden monierten die „Rennstrecke“ vor ihrer Haustür. Bürgermeister Müller sagte, sicherlich könne man symbolisch etwas machen, zum Beispiel durch Aufstellen von Geschwindigkeitstafeln. Bauliche Maßnahmen schieden aber aus.
- Kanalausbau Tom Köppe erkundigte sich nach dem bereits vor mehreren Jahren angekündigten Kanalausbau in der Schmiedgasse. Müller erklärte, dass der Kanal ein Thema sei. Zunächst habe aber der Gemeinderat entschieden, alle Kanäle im Ort vermessen zu lassen. Das endgültige Ergebnis des Ingenieurbüros liege noch nicht vor. Man dürfe nicht nur einen Kanal eins zu eins austauschen, sondern brauche für den gesamten Ort ein Kanalkonzept. Deshalb sei die Sanierung in der Schmiedgasse zunächst zurückgestellt worden.
- Parken Renate Briemle beklagte sich über parkende Bankkunden vor der jetzigen VR-Bank-Filiale. Durch das Abstellen von Fahrzeugen direkt in der Kurve käme es regelmäßig zu sehr gefährlichen Situationen. Ein Parkplatz auf dem Gelände sei ja eigentlich vorhanden. Josef Käsmayr, pensionierter Polizeibeamter, gab dazu einen rechtlichen Hinweis. Das Parken auf Gehwegen sei grundsätzlich verboten - ebenso wie das Parken in unübersichtlichen Kurven.
- Kindergarten Kritisiert wurde von mehreren Anwesenden, dass der Kindergartenneubau ein Flachdach habe. Ob man aus den schlechten Erfahrungen am Schuldach nicht gelernt habe, stand im Raum. Gemeindechef Müller erklärte, dass das Dach eine Neigung von drei Prozent habe und zudem mit einer Attika ausgestattet sei. Zudem sei es eine Auflage des Denkmalschutzes gewesen, dass das Kloster seine Dominanz behalte.
- Kloster Martin Thiergärtner erkundigte sich, ob sich auch die Kirche an der Sanierung des Klosters beteilige. Das konnte der Bürgermeister bestätigen. Von Seiten der Kirche sei einiges in das Gebäude investiert worden. Kosten, die für beide Parteien entscheidend seien wie ein neuer Anstrich der Außenfassade würden sich Gemeinde und Kirche teilen. Müller sagte, dass sich die Kirche auch mit einem nicht unerheblichen Betrag an den Kosten des Aufzugs beteiligt habe.
- Finanzen Zuvor hatte Müller über die Finanzen der Gemeinde referiert. Außerdem berichtete er, dass die Kindergartenkinder vor einigen Tagen in den Neubau umgezogen seien. Ein Großteil der Zuschüsse – auch für die längst fertig gestellte Kinderkrippe – stünden immer noch aus. In der Krippe können nun 30 Kinder und im Kindergarten 75 Kinder betreut werden. „Die Geburtszahlen zeigen, dass wir richtig entschieden haben“, so Müller. Der Schulverband Emersacker wird dank einer Sondertilgung zum Jahresende schuldenfrei sein. Die Gemeinde hat dem Schulverband den Westflügel, in dem die Krippe untergebracht ist, abgekauft und ist dort nun alleinige Eigentümerin.
Die Baugenehmigung für die Sanierung des brandgeschädigten Schlosses wird in den nächsten Tagen erwartet.Foto: Marcus Merk
- Schloss Die Baugenehmigung für die Sanierung des Mansardengebäudes im Schloss soll in den nächsten Tagen eintreffen. Für das Gebäude wird ein Nutzungskonzept benötigt. Im unteren Geschoss soll wieder eine Gastwirtschaft eingerichtet werden. Hierfür gebe es allerdings jede Menge Auflagen, so Müller.
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