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Landkreis Augsburg

10.09.2019

Endlich: Der große Tag für tausende Erstklässler ist da

Ein großer Tag liegt vor 2334 Mädchen und Buben sowie ihren Familien im Augsburger Land
Bild: Bernd Wüstneck, dpa

Was im Augsburger Land gut klappt: Jede Klasse hat einen eigenen ausgebildeten Lehrer. Die Schule verändert sich dennoch.

Ein großer Tag liegt vor 2334 Mädchen und Buben sowie ihren Familien im Augsburger Land: Sie kommen heute in die erste Klasse. Da klingt die Nachricht, die Schulamtsleiter Thomas Adleff für sie hat, fast banal – und ist dennoch nicht mehr selbstverständlich: Am heutigen ersten Schultag wird vor jeder der 632 Grund- und Mittelschulklassen im Landkreis Augsburg eine pädagogisch ausgebildete Lehrkraft stehen. Allerdings: Nicht jede Lehrerin und nicht jeder Lehrer in dieser Rolle ist auch für die Grund- oder Mittelschule ausgebildet, einige haben für die Realschule oder das Gymnasium studiert.

Deutsch und Mathe, Heimat- und Sachunterricht, später auch Englisch: Der stundenplangemäße Unterricht wird in diesem Schuljahr aller Voraussicht nach wie gewohnt stattfinden können, ist der Schulamtsleiter nach den derzeitigen Zahlen zuversichtlich. Nicht allein ausreichend Klassenleiter seien vorhanden, sondern zahlenmäßig auch eine gute Versorgung mit der mobilen Reserve. Das sind jene Lehrkräfte, die einspringen, wenn eine Kollegin schwanger oder ein Kollege krank wird. Die Situation sei „sicher nicht anders als in den vergangenen zwei oder drei Jahren“, so Adleff.

Lehrermangel hat einen Preis

Und doch verändere sich Schule, findet der Konrektor der Grund- und Mittelschule Fischach, Jörg Faßnacht. Er ist Kreisvorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). Der Lehrermangel hat seiner Meinung nach einen Preis: Zusätzliche Arbeitsgemeinschaften oder Sportangebote am Nachmittag, „das, was das Schulleben ausmacht – das findet nicht mehr statt“.

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So sah der Schulanfang von Erich Maydl aus Stadtbergen im Jahr 1951 aus: Barfuß ging es in die Hallschule, dort waren es in der ersten Klasse mehr als 40 Schüler. Foto: Erich Maydl
Bild: Foto: Erich Maydl


Denn während die Zahlen der Schüler vor allem in den Grundschulen steigen, in diesem Jahr sind es 223 mehr als im Vorjahr, insgesamt mehr als 9100 Kinder, wird es immer schwerer, junge Leute zu finden, die sich für den Beruf des Grund- oder Mittelschullehrers begeistern. „Geld und Stellen sind da, aber uns fehlen einfach die Köpfe“, sagt Jörg Faßnacht. Und Thomas Adleff ergänzt, dass es inzwischen besonders schwer sei, Bewerber für den Beruf des Fach- oder Förderlehrers zu finden. Dabei seien für diese Berufe sogar gute Mittelschüler mit einem mittleren Schulabschluss geeignet. Die bayerische Staatsregierung rechnet bis 2025 mit steigenden Schülerzahlen.

Es gibt auch 22 sehr kleine Klassen

Was die Entwicklung mit sich bringt: Die jahrgangskombinierten Klassen im Landkreis werden etwas weniger. Eine Entwicklung, die gerade in der dritten und vierten Klasse auch dem Elternwillen entspreche, so Adleff. Während die allermeisten Grundschulklassen zwischen 16 und 25 Schüler haben, gibt es auch 22 sehr kleine Klassen unter 15 Kindern und 44 Klassen bis zur Höchstgrenze von 28 Mädchen und Buben. Zwölfmal wurden im Landkreis Klassen geteilt, weil der Migrationsanteil bei über 50 Prozent lag, unter anderem an der Mozartschule in Gersthofen und der Parkschule in Stadtbergen sowie an den Mittelschulen der beiden Städte.

Was Thomas Adleff aber in Bezug auf die Mittelschulen für die Zukunft positiv stimmt: „Da ist viel Bewegung im System“, sagt er. Gerade in dieser Schulart werde versucht, auch kleine Gruppen von Jugendlichen so zu fördern, wie es für sie am besten ist. In Diedorf startet ab diesem Schuljahr ein Modell, das gute Mittelschüler nach der Abschlussklasse in zwei Jahren zur Mittleren Reife bringt. Er appelliert an die Eltern: Nicht jedes Kind, das den Übertritt schafft, ist auch wirklich für eine weiterführende Schule geeignet. Auch mit einem Besuch der Mittelschule seien alle Möglichkeiten für die Zukunft offen.

Auf eine bestimmte Art scheinen die Eltern den staatlichen Schulen da auch zu vertrauen: Einen verstärkten Strom zu Privatschulen kann er nicht ausmachen. Die würden eher gezielt für bestimmte Kinder ausgewählt.

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