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Meitingen

08.06.2016

Entwarnung bei der Luftqualität

In solchen Sammlern – hier die Zollsiedlung – wurden Staub und Niederschlag aufgefangen und dann labortechnisch ausgewertet. 
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In solchen Sammlern – hier die Zollsiedlung – wurden Staub und Niederschlag aufgefangen und dann labortechnisch ausgewertet. 
Bild: Foto: privat

Die Ergebnisse der Luftmessungen des Landesamts für Umwelt rund um die Lech-Stahlwerke Herbertshofen liegen vor. Die Behörde zieht ein positives Fazit.

Wie gut oder schlecht ist die Luft rund ums Stahlwerk in Herbertshofen? Gibt es dort bei einzelnen Luftschadstoffen Überschreitungen der zulässigen Werte? Diesen Fragen ist das Landesamt für Umwelt mit lufthygienischen Messungen auf den Grund gegangen. Sie dauerten von Oktober 2014 bis Ende 2015 (wir berichteten). An drei Messpunkten in Herbertshofen, in der Zollsiedlung und in der Langweider Lechwerksiedlung wurden Staub- und Niederschlagssammler aufgestellt und deren Inhalt labortechnisch ausgewertet. Die Messungen sind seit fünf Monaten vorbei, und seit Kurzem liegen nun auch die vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewerteten Ergebnisse vor.

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Die Werte wurden bei einem Termin vor wenigen Tagen den Vertretern der Bürgerinitiativen, der betroffenen Kommunen und des Landratsamts vorgestellt. Auf Anfrage hat das Landesamt die Präsentation mit den Ergebnissen auch unserer Zeitung zur Verfügung gestellt. Das Fazit der Behörde vorweg: Alle Grenz- und Zielwerte der Bundesimmissionsschutzverordnung und der TA Luft werden „deutlich unterschritten“. Der Umfang der Messungen umfasste Feinstaub sowie Staubinhaltsstoffe (Schwermetalle, Benzo-a-pyren).

Beim Feinstaub liegen die Werte im ländlichen Meitingen so hoch wie in einem für den Stadtrand typischen Bereich. Gemessen wurden Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von kleiner als zehn Mikrometern. Der Grenzwert liegt fürs Jahresmittel bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter und fürs Tagesmittel bei 50 Mikrogramm. An den drei Messpunkten rund ums Stahlwerk wurde der Jahresgrenzwert weit unterschritten, der zulässige Tagesmittelwert allerdings in der Zollsiedlung einmal, an den beiden anderen Messpunkten jeweils zweimal überschritten; zulässig sind jedoch 35 Überschreitungen pro Jahr. Die festgestellten Jahresmittelwerte im einzelnen: 18 Mikrogramm beim Messpunkt Herbertshofen, jeweils 17 Mikrogramm bei den beiden anderen Messpunkten in der Zoll- und in der Lechwerk-Siedlung. Verglichen hat das Landesamt diese Feinstaub-Jahresmittelwerte der Stahlwerksumgebung mit denen vom Augsburger Stadtrand (16 Mikrogramm), vom Augsburger Königsplatz (22 Mikrogramm, nach dem Umbau des Platzes gemessen!) und einem ländlichen Gebiet bei Andechs (12 Mikrogramm). Daraus wird ersichtlich, dass man die Stahlwerksumgebung in diesem Punkt am ehesten mit einem Stadtrandgebiet vergleichen kann; in ländlichen Bereichen wie Andechs liegen die Werte um einiges niedriger, am Königsplatz in Augsburg meist höher.

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Gemessen wurde im Umfeld des Stahlwerks auch die Konzentration der Schwermetalle Blei, Arsen, Cadmium, Nickel, Eisen, Chrom, Vanadium, Zink, Quecksilber sowie von Benzo-a-pyren. Auch hier, so das Landesamt, würden die entsprechenden Grenz- und Zielwerte deutlich unterschritten. Allerdings gibt es bei einzelnen Stoffen in bestimmten Monaten Ausreißer nach oben. So wurde etwa bei Nickel im Februar und im Mai in der Zollsiedlung höhere Werte als sonst gemessen, im Mai lagen sie sogar nahe am Grenzwert für das Jahresmittel. Auch die Werte für Benzo-a-pyren waren in der Zollsiedlung teilweise höher als an den anderen Messpunkten, was laut Landesamt auch an der Heizperiode liegen kann. Bei Zink war der Wert in Herbertshofen im November und Dezember mit 80 beziehungsweise 90 Nanogramm pro Kubikmeter weit über den Vergleichswerten für den Königsplatz in Augsburg (22 Nanogramm). Die Ursache dafür ist nach Angaben des Landesamts noch nicht geklärt; man gehe dem aber nach. Auch bei Eisen gibt es in einzelnen Monaten in Herbertshofen viel höhere Werte als an den anderen Messstationen.

Tageswerte für solche Stoffe stehen übrigens nicht zur Verfügung, so das Amt, man habe nur Monatsmittelwerte erhoben. Insgesamt seien solche Spitzen jedoch „unkritisch“, da der zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt festgelegte Zielwert fürs Jahresmittel deutlich unterschritten werde. Die dauerhafte Einrichtung einer Luft-Messstation sei aus diesem Grund nicht erforderlich, so das Landesamt. Die Ergebnisse der Immissionsmessungen belegten insgesamt eine gute Luftqualität in der Nachbarschaft des Stahlwerks. Eine Information der Öffentlichkeit über die Messergebnisse ist laut Landesamt nicht geplant. Im Internet sollen sie aber bald veröffentlicht werden.

In einer ersten Stellungnahme zu den Messergebnissen meinte die Bürgerinitiative Lech-Schmuttertal, es sei gut zu wissen, dass zumindest die Feinstaubbelastung im Rahmen bleibe. Weniger erfreulich sei, dass das ländliche Meitingen Werte aufweise wie der Stadtrand einer Großstadt. Zudem seien die Werte für Grobstäube, die sich vor den Türen und Fensterbänken der Anwohner ansammelten, nicht ermittelt worden. 

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