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Adelsried/Horgau

27.06.2019

Er braut ein neues Bio-Bier für das Herzstück in Horgau

Anton Rittel braut sein eigenes Bio-Bier. Zu kaufen ist es zunächst ausschließlich im geplanten Horgauer Dorfladen und auf Rittels Hof in Adelsried, aber der Brauer hat eine ganze Menge Ideen. 
Bild: Marcus Merk

Es ist das erste biologische Bier aus dem Augsburger Land. Wer will kann jetzt darüber abstimmen, wie es einmal aussehen soll. 

Große Industrie-Maschinen sucht man in der kleinen Ein-Mann-Brauerei in Adelsried vergebens. Jeden Schritt zum fertigen Bier macht Anton Rittel hier selbst. Vom ersten Sud bis zur Abfüllung. Jetzt will er das erste Bio-Bier im Landkreis anbieten. Zu kaufen wird es im neuen Regionalmarkt Herzstück in Horgau sein. Dahinter steckt ein besonderes Konzept.

Die Produkte, die später im geplanten Dorfladen Herzstück in Horgau angeboten werden sollen, sind allesamt bio und kommen überwiegend aus der Region. Außerdem soll es ein Café und eine Wirtschaft geben. Und nun auch Bio-Bier.

Zu der Zusammenarbeit kam es eher zufällig, erinnert sich Anja Dördelmann. Sie ist eine der Initiatorinnen des Herzstücks. „Rittel war bei uns auf dem Bauernmarkt und schenkte dort sein Bier aus“, erinnert sie sich. Schnell sei man ins Gespräch gekommen. „Die Frage war nur: Geht das auch Bio“, erinnert sich Dördelmann.

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Bio-Hopfen zu finden ist nicht einfach

Denn das sei Voraussetzung für den Verkauf im Genossenschaftsprojekt, erklärt Johannes Hagner. Er ist mitzuständig für die Auswahl der Produkte im Dorfladen und ebenfalls einer der Initiatoren. Im Grunde unterscheide sich Bio-Bier nur durch die das Verwenden von biologisch angebautem Hopfen und Malz, erklärt der Brauer. Doch diese Zutaten zu finden sei nicht leicht gewesen. „Bio liegt im Trend“, meint Rittel. Und gebe es nur wenige Landwirte, die Hopfen biologisch anbauen. „Es sah so aus, als ob wir das nicht hinbekommen, uns fehlte einfach der Hopfen.“ Zum Glück habe Johannes Hagner, der bei einem großen Verband für ökologischen Landbau arbeitet, Kontakt zu einem Lieferanten herstellen können. Vor rund vier Wochen konnte Rittel dann den ersten Bio-Sud in seiner kleinen Stadl-Brauerei ansetzen. Erstmals ausgeschenkt werden soll das „Feschtbier vom Stadelbrauer“ in der kommenden Woche. Dann ist klar, wie das Bier einmal aussehen soll. Denn noch stehen zwei Etiketten zur Wahl, über die im Internet abgestimmt werden kann. Hinter dem Design und der Abstimmung stecken die Herstück-Mitglieder Elisabeth Poth und Benedikt Schillinger.

Wie schmeckt das Bier?

Und wie schmeckt das Bier? „Es wird ein süffiges, vollmundiges Bier“, sagt Rittel. Eher trüb soll es werden, mit einer Stammwürze von etwa 13 Prozent, untergärig und unfiltriert. Durchaus könnte es aber sein, dass sich das mit der Zeit noch ein wenig verändert. „Bei mir schmeckt das Bier nicht immer gleich“, sagt Rittel. Da sein Bier Handarbeit ist, könne der Geschmack schon einmal variieren. Das hat der 62-Jährige über sein Handwerk mit der Zeit gelernt.

Bio hat seinen Preis

Angefangen habe alles, als er als Hufschmid bei einem Kunden war, der auch eine kleine Brau-Anlage im Hof hatte. Noch am selben Tag setzte Rittel zuhause den ersten Sud an. „Das schmeckte grausig“, erinnert sich Rittel. Professioneller wurde sein Brau-Handwerk, als Rittel zu seinem 40. Geburtstag sein eigenes Bier ausschenken wollte. Dafür baute er seine erste Anlage, mit der er rund 200 Liter Bier brauen konnte. Mittlerweile hat der Adelsrieder Kapazität für 600 Liter. Abgefüllt wird alles per Hand in Literflaschen. Das Handwerk hat seinen Preis. 3,30 Euro soll der Liter Bio-Bier im Dorfladen kosten. Zu kaufen ist es zunächst ausschließlich im Dorfladen und auf Rittels Hof in Adelsried.

Es sei wichtig, klar zu machen, dass gute Qualität auch ihren Preis hat, erklärt Johannes Hagner. „Die Industrie hält die Lebensmittelpreise künstlich billig.“ Die Kunden seien daran gewöhnt. Doch der Preis spiegele sich auch in der Qualität vieler konventioneller Lebensmittel wieder. Mit dem Herzstück wolle die Genossenschaft eine Alternative bieten. Mit Produkten, die überzeugen und von denen auch die kleinen Betriebe aus der Region profitieren.

So können mitbestimmen, wie das Bier aussehen soll

Verkostet werden kann das Bier am kommenden Mittwoch, 3. Juli, beim Fest verschiedener kleiner Unternehmer und Kreativer aus der Region in Waldberg bei Bobingen. Der Zusammenschluss ist eine Initiative des Landwirtschaftsministeriums. Die Mitglieder möchten sich und ihre Produkte an diesem Tag vorstellen. Dort wird dann von Landrat Martin Sailer auch verkündet, welches Bier-Ettiket die Abstimmung gewonnen hat.

Wer an der Abstimmung für das neue Bier-Etikett teilnehmen möchte, findet alle Infos dazu im Internet unter www.herzstueck-abstimmung.de.

Im Horgauer Herzstück gibt es nicht nur Bio-Bier. Das ist geplant.

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