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Stadtbergen

30.09.2019

Er hat 7500 Gläubige zu einer Gemeinschaft geführt

An seinem Lieblingsinstrument: Stadtpfarrer Konrad Huber an der Orgel von Maria, Hilfe der Christen. 
Bild: Ingrid Strohmayr

Plus Vor zehn Jahren entstand die Pfarreiengemeinschaft Stadtbergen. Sie begleitet von Anfang an Pfarrer Konrad Huber. Nun zieht er im Interview eine Bilanz.

Vor zehn Jahren wurde die Pfarreiengemeinschaft Stadtbergen aus der Taufe gehoben. Konrad Huber hatte als neuer Pfarrer die Aufgabe, die katholischen Pfarreien Maria, Hilfe der Christen, St. Nikolaus in Stadtbergen, St. Oswald in Leitershofen und St. Gabriel in Deuringen mit rund 7500 Gläubigen zu einer Pfarreiengemeinschaft, einem Seelsorgebezirk, zusammenzubringen. Im Interview zieht er eine Bilanz.

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Seit zehn Jahren sind Sie in Stadtbergen. Wie geht es Ihnen hier?

Konrad Huber: Mir geht es gut, und ich kann es kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Freilich, der Anfang vor zehn Jahren war nicht einfach. Weder die Pfarreien noch ich wussten, was da auf uns zukommen wird. Viele Befürchtungen waren zu spüren. Ich denke aber, dass wir einen guten Weg gefunden haben, um Liebgewonnenes weiter zu pflegen und Neues wachsen zu lassen. Ich habe es aber nie bereut, nach Stadtbergen gegangen zu sein, auch wenn ich mich anfangs öfter mal gefragt habe, ob dies die richtige Entscheidung für mich war. Mittlerweile fühle ich mich hier angekommen und akzeptiert. Stadtbergen ist für mich Heimat geworden.

Er hat 7500 Gläubige zu einer Gemeinschaft geführt

Sie haben vier Pfarreien übernommen, die vorher alle einen eigenen Pfarrer hatten. Wie bewältigen Sie die viele Arbeit?

Huber: Ohne Haupt- und Ehrenamtliche, für deren Einsatz ich sehr dankbar bin, wäre das nicht möglich. Darüber hinaus bin ich froh, dass wir in unserem zentralen Pfarrbüro fähige Mitarbeiter haben, die mich von vielen Arbeiten entlasten. Viele Menschen fragen sich, was ein Pfarrer eigentlich den ganzen Tag macht. Ganz ehrlich, langweilig war mir noch nie. Und im Hintergrund gibt es Menge von Aufgaben, die niemand sieht: Allein der Verwaltungsapparat der vier Kirchenstiftungen und die organisatorischen Aufgaben schlucken enorm viel Zeit. Mit der Kindertagesstätte St. Oswald und dem Hort Maria Hilf sind es doch über 70 Angestellte, deren Chef ich bin. Das alles fordert einen straffen Zeitplan, der oft zulasten von persönlichen Vorlieben, Familie und Freundschaften geht. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte, wie viele andere Pfarrer, keine Hausfrau, dann wäre ich verloren.

Wie kommen Sie zur Ruhe?

Huber: Wie Sie wissen, bin ich kein Reisefreund und bin sehr gerne zu Hause. Aber es tut mir immer gut, wenn ich an der Orgel sitzen und Musik machen darf. Ich mag die Werke von Johann Sebastian Bach, aber lasse mich gerne auch auf etwas Modernes ein. Darüber hinaus trägt Kater Paulchen zur Entspannung bei, der es als echter Schmusekater liebt, getragen und gekrault zu werden und dessen Schnurren durchaus beruhigend auf mich wirkt. Gerne besuche ich in München die Bayerische Staatsoper. Ein musikalischer Genuss, insbesondere wenn es Aufführungen von Verdi, Mozart oder Puccini gibt. Ich hab’ bisher jedes Mal Opernfans aus Stadtbergen getroffen. Wagner in Bayreuth, das ist nichts für mich. Zu schwer und vor allem zu lang.

Was wünschen Sie der Pfarreiengemeinschaft für die Zukunft?

Huber: Ich wünsche ihr und der Kirche überhaupt, dass es uns gelingt, die Freude am Glauben transparent zu machen. Die Kirche hat ja derzeit wahrlich kein gutes Image. Deshalb erscheint es mir wichtig, die Botschaft Jesu Christi so zu verkünden und zu leben, dass sie den Menschen zu Herzen geht und sie spüren, wie tragfähig und sinnerfüllend unser Glaube sein kann.

Bleiben Sie denn den Stadtberger Katholiken als Stadtpfarrer erhalten?

Huber: Ich kann mir gut vorstellen, hierzubleiben, es sei denn, die Stadtberger wollen mich loswerden. Es gibt keine Option für eine Veränderung. Schön ist für mich, die von mir getauften Kinder im Religionsunterricht zu unterrichten, die dann zur Erstkommunion kommen. Aber jetzt freue ich mich auf ein ganz besonderes „Highlight“ anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Pfarreiengemeinschaft – die „Nacht der offenen Kirchen“ – am 19. Oktober von 17.30 bis 23 Uhr mit viel Musik, Tanz, Literatur, Kunst und Begegnungen.

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: Das letzte Stündlein des alten Pfarrhofs schlägt

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