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03.01.2015

Er hat noch alle Hände voll zu tun

Heute feiert Altbürgermeister Alfred Sartor im kleinen Kreise. Am 11. Januar gibt es für ihn eine besondere Auszeichnung.
Bild: Michael Hochgemuth

Altbürgermeister Alfred Sartor wird heute 70 Jahre alt. Doch bald gibt es noch einen anderen Grund zum Feiern

Was für ein Start in das neue Jahr. Für Meitingens Altbürgermeister Alfred Sartor werden die nächsten Tage turbulent. Sartor, der gestern seinen Hochzeitstag mit seiner Frau feierte, wird heute 70 Jahre alt. Doch nicht nur das. Am Sonntag, 11. Januar, wird er beim Neujahrsempfang zum Ehrenbürger der Marktgemeinde ernannt.

Auf den runden Geburtstag wird Sartor im kleineren Kreise mit seiner Familie anstoßen. Drei Kapellen und einige Sänger werden ihm außerdem ein Ständchen singen und spielen. „Eine große öffentliche Feier folgt ja noch“, sagt er im Hinblick auf den Neujahrsempfang.

Dass Sartor bereits 70 Jahre alt wird, ist ihm kaum anzusehen. Elegant gekleidet und oft mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, ist er häufig in der Marktgemeinde anzutreffen. Er ist ein Meitinger durch und durch. Nicht nur, dass Sartor hier geboren wurde. Er hat in der Gemeindeverwaltung gelernt, den Verwaltungsfachwirt gemacht und war Kämmerer. 1984 trat er als Bürgermeisterkandidat an und wurde trotz zweier Gegenkandidaten gleich im ersten Wahlgang zum Rathauschef gewählt. Bis 2008 leitete er die Geschicke von Meitingen. Nach 24 Jahren im Amt kennt er eine Unmenge von Meitinger Bürgern persönlich. Wenn er durch den Ort geht, kommt er nicht umhin, hier und da mit den Leuten zu reden oder auch mal über die aktuelle Politik zu diskutieren.

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Es sei eine „schöne Zeit“ gewesen, erinnert sich Sartor an die Jahre als Bürgermeister zurück. Doch er verklärt diesen Lebensabschnitt nicht. Der 70-Jährige hat dabei auch Enttäuschendes und Betrückendes erlebt. 1988 stürzte ein Tor auf einem öffentlichen Spielplatz in Meitingen um und verletzte dabei einen Buben tödlich. „Das ist noch heute eine Belastung für mich“, sagt er, und seiner Stimme ist dabei deutlich anzumerken, wie tief der Schmerz sitzt.

Doch rückblickend gibt es in seiner Amtszeit auch vieles, auf das er stolz ist. Dabei macht Sartor aber immer wieder deutlich, dass er dies nur gemeinsam mit seinen Kollegen im Marktgemeinderat und zusammen mit den Bürgern erreichen konnte. „Man muss offen, ehrlich und korrekt mit den Leuten sprechen und umgehen“, so seine Devise. „Der Kontakt zu den Menschen, das war für mich immer eine ganz wichtige Geschichte“, sagt er. Auf diese Weise habe er auch immer gemerkt, wenn für die Bürger mal was nicht gepasst hat. Trotz aller Kompromissbereitschaft sei für ihn außer Frage gestanden, dass ein Bürgermeister auch führen können muss. „Ich hab mich nicht gescheut, auch mal Klartext zu sprechen.“

Das musste er beispielsweise auch, als es darum ging, die neue Bundesstraße zu bauen. Damals gab es eine Bürgerinitiative, die gegen diese Pläne mobil machte. „Das war ein harter aber fairer Meinungsaustausch“, erinnert er sich. Insgesamt sei die Verlegung der Bundesstraße „eine heiße Geschichte“ gewesen, auch im Hinblick auf die dafür nötigen Grundstücke. Sartor ist froh, dass dabei die von der Gemeinde gemachten Versprechungen eingehalten werden konnten.

Im Rückblick freut sich Sartor, dass Meitingen schon immer „zukunftsorientiert“ gewesen sei. So habe man beispielsweise schon 1989 einen Park-and-ride-Platz am Bahnhof gebaut. Auch mit dem Bauprojekt am Laubenbach, in dem unter anderem die Sozialstation, ein betreutes Wohnen und eine Tagespflege untergebracht sind, habe man Neuland betreten. Doch es habe sich ausgezahlt, da es unter anderem auch hohe Zuschüsse gab, so der Jubilar. Als Sartor 2008 sein Amt niederlegte, wollte und konnte er sich nicht einfach auf das Altenteil zurückziehen. Stattdessen kümmerte er sich gemeinsam mit einigen anderen um die Aufwertung des Sportplatzes des TSV Meitingen. So wurde dieser in ein kleines zeitgemäßes Stadion umgewandelt, ein Kindersportplatz gebaut und das Trainingsfeld saniert.

Langweilig wird es dem nun 70-Jährigen auch in Zukunft sicherlich nicht so schnell werden. Er und seine Frau Gisela kümmern sich mit Freude und regelmäßig um ihre fünf Enkelkinder im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren. Mit der munteren Kinderschar fahren sie auch mal in den Urlaub. Ansonsten geht das Ehepaar gerne bergwandern oder ist mit dem Wohnwagen unterwegs.

Seit 25 Jahren ist Sartor auch Vorsitzender des Vereins St.-Johannes-Heim. In dieser Einrichtung gibt es ein Alten- und Pfegeheim sowie ein betreutes Wohnen. Sartor versucht hier „das Soziale in Einklang mit der Wirtschaftlichkeit“ zu bringen. Daneben hat der Jubilar sogar noch Zeit, sich um einige Personen zu kümmern, denen es nicht so gut geht. „Ich weiß, dass im Leben nicht immer nur alles positiv ist. Es mischt sich“, ist er überzeugt.

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