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Region Augsburg

11.04.2020

Er ist der neue evangelische Dekan in der Region

Dekan Frank Kreiselmeier freut sich auf die Arbeit, die seine neue Stelle in Gersthofen mit sich bringt. Er ist künftig für viele Gläubige in der ganzen Region zuständig.
Bild: Diana Zapf-Deniz

Plus Frank Kreiselmeier ist neuer Dekan für Augsburg Nord/West. In Augsburg hat er große Projekte angepackt. Das Coronavirus hat seinen Start auf den Kopf gestellt.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Gersthofen hat wieder einen Dekan und Gemeindepfarrer. Frank Kreiselmeier, der in Augsburg seit 2001 gemeinsam mit seiner Ehefrau Kathrin Ballis-Kreiselmeier die erste Pfarrstelle in St. Ulrich in Augsburg innehatte, ist ein Mann der Tat. Das passt, denn sein neues Gebiet ist groß: Es umfasst die Dekanatsregion Nord/West von Aichach über Augsburg-Bärenkeller, -Oberhausen, -Kriegshaber, Diedorf-Fischach, Gersthofen, Meitingen, Neusäß, Stadtbergen, Wertingen, Westheim bis Zusmarshausen.

2019 wurde er zum Ökumenebeauftragten im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben sowie zum Kirchenrat ernannt und ist somit neben Regionalbischof Axel Piper der ökumenische Ansprechpartner. Kreiselmeier wurde 1962 in Rothenburg ob der Tauber geboren und wuchs in einem Gasthof auf. Mit der Kirche war er schon seit seiner Schulzeit als Jugendmitarbeiter eng verbunden. Der Theologe hat einst Geschichte und Politikwissenschaften studiert und dann zum Theologiestudium gewechselt. Wenn man sich mit dem sportlichen Seelsorger, der auch gerne mal mit dem Fahrrad von Augsburg nach Gersthofen radelt, unterhält und seinen Lebenslauf betrachtet, wird schnell klar, dass er für den christlichen Glauben brennt.

20 Jahre war Kreiselmeier in St. Ulrich in Augsburg zuständig

In seinen beinahe 20 Jahren Ulrichszeit packte er große Projekte an, wie etwa die Renovierung der Ulrichskirche und die Mitverantwortung für Planung und Bau des Ulrichsecks mit Gemeindehaus und Pfarrwohnungen, Büro des Regionalbischofs und dessen Wohnung sowie das Kirchengemeindeamt. 2017 war er Beauftragter des Dekanats für die Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum. „Die Kirchenrenovierung und den Bau des Kirchenecks wollte ich noch abwarten und abschließen“, berichtet der Seelsorger. „Doch nun war ein guter Zeitpunkt, nach der Zeit in St. Ulrich etwas Neues zu beginnen.“

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Gersthofen ist ihm in vielerlei Hinsicht gut bekannt und er steht nach wie vor in Kontakt mit seinen Vorgängern Dekan Fritz Grassmann und Oberkirchenrat Stefan Blumtritt. „Ich freue mich sehr darauf, wenn ich in der schönen Bekenntniskirche, nach den Gottesdiensten, bei denen ich als Gast anwesend sein durfte, meine erste Predigt halten darf.“ Aufgrund der Corona-Krise sei der Zeitpunkt ungewiss. Genauso wie seine Einführung, die Mitte März hätte stattfinden sollen. „Da geht es mir nicht anders wie dem designierten Augsburger Bischof Bertram Meier.“ Die Einführung soll aber nachgeholt werden. Meier kenne er gut aus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), in der sich Kreiselmeier besonders engagierte. Der neue Dekan blickt freudig auf die Arbeit im Landkreis: „Ich freue mich auf eine sehr aktive Gemeinde mit ihren verschiedenen Gemeindeteilen.“ Sein Grundsatz lautet: „Nicht nur 100 Tage, sondern ein Jahr hinschauen und dann kann man gemeinsam etwas entwickeln.“

Der neue Dekan erinnert sich an schöne Traugespräche

Derzeit bestehe sein Arbeitsalltag jedoch aus einer Vielzahl von Videokonferenzen und Telefonaten. Überwiegend gehe es natürlich darum, wie man den Herausforderungen der Krise begegne. Hier sei kreatives Denken gefragt. In der täglichen Dekanekonferenz müssen rechtliche Fragen geklärt werden, wann wieder Taufen, Trauungen und Konfirmationen stattfinden dürfen und wie in diesen schwierigen Zeiten Bestattungen und seelsorgliche Begleitung ablaufen. Das sind alles Dinge, die Dekan Kreiselmeier auch als Gemeindepfarrer in Gersthofen beschäftigen. „Menschen an den Lebensstationen gut zu begleiten, liegt mir sehr am Herzen“, und dabei denkt er gerne zurück an die unglaublich schönen Traugespräche in der Ulrichskirche, die eine beliebte Hochzeitskirche ist.

Die Corona-Krise beeinflusst seine Arbeit: „Wir dürfen im Moment aufgrund der Gefahr, die das Virus mit sich bringt, nicht in Altenheime. Ich habe großes Verständnis dafür und verstehe diese Entscheidung. Aber es ist ganz furchtbar, die Menschen nicht richtig begleiten zu können“, berichtet Dekan Kreiselmeier. Es sei schwierig, dies den Leuten, die in einer emotionalen Ausnahmesituation sind, zu erklären. Deshalb müsse man Mittel und Wege unter Einhaltung aller Sicherheitsbedingungen finden. Als Seelsorger nimmt er gerade hier seine Aufgabe sehr ernst und ist da, wann immer er kann. „Mir ist ebenso wichtig, meine neuen Kollegen Pfarrerin Anna Barth und Diakon Christian Wolf in Gersthofen zu unterstützen.“

Die Familie lebt derzeit noch in Augsburg

Frank Kreiselmeier, seine Frau und sein 18-jähriger Sohn, der sich inmitten des Abiturs befindet, wohnen derzeit noch in Augsburg. Zu seinen Hobbys zählen Städtereisen mit seiner Familie und durchaus längere Radtouren mit seinem Sohn. Er liebt neben theologischen Büchern Krimis und Geschichtsbücher und macht in Augsburg gerne historische Stadtführungen.

Pfarrerin Ballis-Kreiselmeier hat sich ihren Wunsch erfüllt und ist künftig als Schulpfarrerin an unterschiedlichen Schulen in Augsburg Stadt und Land tätig. Da sie die Zusatzqualifikation Förderpädagogik mitbringt, wird sie auch an zwei Förderschulen tätig sein.

Kreiselmeier ist innerhalb des Dekanekollegiums zuständig für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien (Evangelische Jugend Augsburg, Die Junge Werkstatt, ekita.net) sowie den sozialen Bereich (Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen/afa, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt/kda).

Lesen Sie dazu auch: Pfarrer Florian Geis: „Wir alle sind auf Gott angewiesen“

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